mini|hochkant|Leo Lugner (2024)

Leo Lugner (* 9. Jänner 1987 in KorneuburgLebenslauf Leo Kohlbauer. Abgerufen am 21. November 2017. als Leo Kohlbauer) ist ein rechtsextremer österreichischer Politiker der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ). Von November 2017 bis November 2020 war er Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderates, seit dem 10. Juni 2025 ist er dies erneut.

Leben Ausbildung und Beruf

Leo Kohlbauer entstammt einem SPÖ-nahen Umfeld mit Affinität zum Judentum: Seine Mutter hat Judaistik studiert und arbeitet als Kuratorin im Jüdischen Museum Wien, sein Vater ist Architekt und hat mehrere Bauten zur Erinnerung an den Holocaust gestaltet.Hinweis auf die Herkunftsfamilie in einem Artikel der Zeitung "Der Standard" vom 18. März 2025. Der Vater ist demnach Martin Kohlbauer, die Mutter heißt Gabriele Kohlbauer-Fritz (Nennung auf der Homepage des Jüdischen Museums Wien). Martin Kohlbauer gestaltete u. a. das Mahnmal für den von den Nationalsozialisten zerstörten Leopoldstädter Tempel (vier Säulen, die die Umrisse der von den Nationalsozialisten zerstörten Synagoge markieren, gemeinsam mit dem Architekten Herbert Peter, 1998, Abbildung), mehrere Ausstellungen und Installationen in jüdischen Museen (München, Berlin, Frankfurt, Wien), und wurde 2015 mit der gestalterischen Umsetzung der neuen österreichischen Ausstellung im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau betraut (eröffnet im Herbst 2021, Information über diese neue Ausstellung, Kommentar zur architektonischen Gestaltung). Kohlbauer legte 2008 am Gymnasium Kurzwiese Eisenstadt die Externistenmatura ab. Von 2007 bis 2015 war er Filialleiter beziehungsweise Abteilungsleiter in verschiedenen Textilhandelsunternehmen, seit 2015 ist er Unternehmer im Textileinzelhandel. Von 2016 bis 2017 war er Pressereferent der Freiheitlichen Wirtschaft; seit 2017 ist er Referent im Rathausklub der FPÖ Wien.FPÖ Wien-Mariahilf: Leo Kohlbauer. Abgerufen am 21. November 2017.

Familie

2023 verlobte er sich mit der Unternehmerin Jacqueline Lugner, der Tochter von Richard Lugner, die er Mitte 2024 heiratete. Er nahm ihren Nachnamen an. Sein Vater ist der Architekt Martin Kohlbauer.

Politik

Leo Lugner ist Mitglied des Bundesvorstandes und Wiener Landesvorstandes des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ).RFJ: Mitglieder des Landesvorstandes: Leo Kohlbauer, Freiheitliche Jugend Österreich, abgerufen am 21. November 2017. Seit 2014 ist er geschäftsführender Bezirksparteiobmann der FPÖ in Wien-Mariahilf, wo er von 2015 bis 2017 Klubobmann der FPÖ-Bezirksratsfraktion und als Bezirksrat Mitglied der dortigen Bezirksvertretung war. Am 20. November 2017 wurde er in der 20. Wahlperiode als Abgeordneter zum Wiener Landtag und Gemeinderat angelobt.Vorschau auf den Budgetvoranschlag im Wiener Gemeinderat: Debatten am 20. und 21. November 2017. Rathauskorrespondenz vom 17. November 2017, abgerufen am 21. November 2017. Er folgte damit Maximilian Krauss nach, der in den Nationalrat wechselte.

2020 folgte er Harald Vilimsky als FPÖ-Bezirksobmann in Wien-Mariahilf nach. Bei der Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 2020 kandidierte er auf dem zehnten Listenplatz der FPÖ-Landesliste. Nach der Wahl schied er mit 24. November 2020 aus dem Landtag aus.

Nach der Landtags- und Gemeinderatswahl in Wien 2025 wurde er in der konstituierenden Sitzung der 22. Wahlperiode am 10. Juni 2025 erneut als Abgeordneter zum Wiener Landtag und Gemeinderat angelobt.

Kritik

Im Juni 2020 entsorgte Lugner eine Regenbogenfahne in einem Mülleimer. Im Zusammenhang mit einer Kinderlesung einer Dragqueen verwendete Lugner den queerfeindlichen Begriff „Globohomo-Ideologie“. Er lehne es ab, dass diese öffentlich finanziert werde und damit Kleinkinder beeinflusst würden. Bei der Lesung handle es sich um „Sexualisierungspropaganda“ für Kleinkinder.

Um ein angebliches „Nichtraucher-Diktat“ anzuprangern, rauchte Lugner 2021 vor laufender Kamera trotz gesetzlichem Rauchverbots in einem Lokal eine Zigarette. Aus Anlass einer „Miss Vienna“-Wahl äußerte er sich rassistisch über vermeintlich nicht-deutsch klingende Namen.

Lugner wird vorgeworfen, FPÖ-kritische Kommentare auf seiner Facebook-Seite meist schnell zu löschen, wohingegen obszöne und beleidigende Einträge, die sich gegen politische Gegner richteten, auf seiner Seite teils lange sichtbar blieben.

Ermittlungsverfahren wegen NS-Wiederbetätigung

Lugner wurde als Beschuldigter in einem Ermittlungsverfahren wegen NS-Wiederbetätigung geführt, wie die Wiener Tageszeitung Der Standard Anfang September 2026 enthüllte. Der Verdacht soll zu einer Hausdurchsuchung und Chatauswertungen geführt haben. Das Verfahren endete mit einer Diversion. Erst nach dem Medienbericht und Rücktrittsforderungen räumte Lugner den Vorgang öffentlich ein. Auf X schrieb er, 160 Stunden Sozialarbeit leisten zu müssen. Lugner bat um Entschuldigung für „unüberlegte Aussagen“ in Chats und verurteilte „die Ideologie des Nationalsozialismus sowie die Verbrechen des NS-Regimes aufs Schärfste“.

Weblinks

Leo Kohlbauer auf der Website der Stadt Wien Leo Lugner auf www.meineabgeordneten.at

Einzelnachweise

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