Die Playoffs um den Stanley Cup des Jahres 1976 begannen am 6. April 1976 und endeten am 16. Mai 1976 mit dem 4:0-Sieg der Canadiens de Montréal gegen die Philadelphia Flyers. Die Canadiens errangen somit ihren 19. Titel der Franchise-Geschichte und beendeten zugleich die Serie der Flyers, die nach zwei Stanley-Cup-Siegen in Folge den dritten Erfolg verpassten. Allerdings stellte Philadelphias Reggie Leach mit 19 erzielten Toren einen Playoff-Rekord auf, der bis heute (Stand: Playoffs 2025) nur einmal von Jari Kurri im Jahre 1985 eingestellt wurde. Infolgedessen wurde der Angreifer der dritte Spieler und bis heute einzige Feldspieler der NHL-Geschichte, der die Conn Smythe Trophy als Most Valuable Player der post-season erhielt, obwohl sein Team das Finale verlor; zuvor gelang dies nur den Torhütern Roger Crozier (1966) und Glenn Hall (1968).
Modus Die zwölf für die Playoffs qualifizierten Teams wurden entsprechend ihrer Leistung in der regulären Saison (meiste Punkte; bei Gleichstand meiste Siege) auf der Setzliste platziert. Dabei waren allerdings die vier Divisionssieger per Freilos für das Viertelfinale gesetzt, während die übrigen acht Teilnehmer eine Vorrunde ausspielten. In allen Runden wurden die Paarungen durch die Setzliste bestimmt, so traf jeweils die am höchsten gesetzte auf die am niedrigsten gesetzte Mannschaft, die Nummer zwei auf das vorletzte Team usw.
Die Serien der Vorrunde wurden im Best-of-Three-, die Serien aller folgenden Runden im Best-of-Seven-Modus ausgespielt, das heißt, dass ein Team ab dem Viertelfinale vier Siege zum Weiterkommen benötigte; in der ersten Runde nur zwei. Das höher gesetzte Team hatte dabei – ab der zweiten Runde – in den ersten beiden Spielen Heimrecht, die nächsten beiden das gegnerische Team. Sollte bis dahin kein Sieger aus der Runde hervorgegangen sein, wechselte das Heimrecht von Spiel zu Spiel. So hatte die höher gesetzte Mannschaft in den Spielen 1, 2, 5 und 7, also vier der maximal sieben Spiele, einen Heimvorteil. In der Vorrunde wechselte das Heimrecht dagegen von Spiel zu Spiel.
Bei Spielen, die nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten unentschieden blieben, folgte die Overtime. Sie endete durch das erste erzielte Tor (Sudden Death).
Qualifizierte Teams (1) (2) (3) (4) (5) (6) (7) (8) (9) (10) (11) (12) Legende:
Playoff-Baum
Vorrunde (4) Buffalo Sabres – (12) St. Louis Blues
(5) New York Islanders – (11) Vancouver Canucks
(6) Los Angeles Kings – (9) Atlanta Flames
(7) Toronto Maple Leafs – (8) Pittsburgh Penguins
Viertelfinale (1) Canadiens de Montréal – (10) Chicago Black Hawks
(2) Philadelphia Flyers – (7) Toronto Maple Leafs
(3) Boston Bruins – (6) Los Angeles Kings
(4) Buffalo Sabres – (5) New York Islanders
Halbfinale (1) Canadiens de Montréal – (5) New York Islanders
(2) Philadelphia Flyers – (3) Boston Bruins
Stanley-Cup-Finale (1) Canadiens de Montréal – (2) Philadelphia Flyers
Stanley-Cup-Sieger Stanley-Cup-Sieger 100px|Logo der Montréal Canadiens Canadiens de MontréalTorhüter: Ken Dryden, Michel Larocque
Verteidiger: Pierre Bouchard, Rick Chartraw, Guy Lapointe, Bill Nyrop, Larry Robinson, Serge Savard
Angreifer: Yvan Cournoyer (C), Bob Gainey, Doug Jarvis, Guy Lafleur, Yvon Lambert, Jacques Lemaire, Pete Mahovlich, Doug Risebrough, Jim Roberts, Steve Shutt, Mario Tremblay, Murray Wilson Cheftrainer: Scotty Bowman General Manager: Sam Pollock Don Awrey und John Van Boxmeer wurden nicht auf dem Stanley Cup verewigt, obwohl sie beide mehr als die Hälfte der Spiele der regulären Saison absolvierten und somit nach heutigen Maßstäben automatisch qualifiziert gewesen wären.
Beste Scorer Abkürzungen: GP = Spiele, G = Tore, A = Assists, Pts = Punkte, +/− = Plus/Minus, PIM = Strafminuten; Fett: Bestwert Spieler Team GP G A Pts +/− PIM Reggie Leach Philadelphia 16 19 5 24 +14 8 Denis Potvin NY Islanders 13 5 14 19 +9 32 Guy Lafleur Montréal 13 7 10 17 +10 2 Jean Ratelle Boston 12 8 8 16 +2 4 Bobby Clarke Philadelphia 16 2 14 16 +11 28 Steve Shutt Montréal 13 7 8 15 +9 2 Jude Drouin NY Islanders 13 6 9 15 +8 0 Mel Bridgman Philadelphia 16 6 8 14 +1 31 Larry Goodenough Philadelphia 16 3 11 14 +8 6 Bill Barber Philadelphia 16 6 7 13 +9 18 Serge Savard von den Canadiens de Montréal erreichte die beste Plus/Minus-Statistik mit einem Wert von +15.
Beste Torhüter Die kombinierte Tabelle zeigt die jeweils drei besten Torhüter in den Kategorien Gegentorschnitt und Fangquote sowie die jeweils Führenden in den Kategorien Shutouts und Siege.
Abkürzungen: GP = Spiele, Min = Eiszeit (in Minuten), W = Siege, L = Niederlagen, GA = Gegentore, SO = Shutouts, Sv% = gehaltene Schüsse (in %), GAA = Gegentorschnitt; Fett: Bestwert; Sortiert nach Gegentorschnitt. Erfasst werden nur Torhüter mit 180 absolvierten Spielminuten. Spieler Team GP Min W L GA SO Sv% GAA Ken Dryden Montréal 13 779:18 12 1 25 1 92,8 1,92 Ed Staniowski St. Louis 3 206:10 1 2 7 0 94,6 2,04 Gerry Cheevers Boston 6 392:22 2 4 14 1 91,7 2,14 Gilles Gilbert Boston 6 359:48 3 3 19 2 86,8 3,17
Weblinks Stanley-Cup-Playoffs 1976. hockey-reference.com Alle Boxscores der Playoffs. (PDF; 917 kB) bigmouthsports.com
Einzelnachweise
#1976 Kategorie:Eishockeyveranstaltung 1976