Rudolf Friedrich Ludloff (* 29. Dezember 1848 in Obersiemau; † nach 1910) war ein königlich bayerischer Ökonomierat, Autor und Hauptmann der Landwehr-Infanterie.

Leben Rudolf Ludloff war der Sohn des Landwirts und Rittergutsbesitzers Julius Christian Louis Ludloff und der Bruder von Richard Ludloff. Er besuchte das Ernestinum (Realschule) in Coburg unter der Leitung von Ernst Eberhardt.Schüler der IV. Klasse. In: Programm der Realschule zu Coburg. Coburg 1861, S. 10.() Er war Landwirt und promovierte 1879 bei Friedrich Zarncke an der Universität Leipzig zum Thema Ueber Domänen-Veräußerungen. Eine volkswirthschaftliche Studie. Von 1884 an war Ludloff Generalsekretär des landwirtschaftlichen Provinzialverbandes für Westfalen und LippeLudloff. In: Landwirtschaftliche Jahrbücher. Bd. 18, 1889, S. 522 u. 674. und gehörte ab 1890 als Hauptmann der Landwehr-Infanterie, 1. Aufgebot (Aschaffenburg), an.

Um 1888 korrespondierte er mit Joseph Kürschner, die Briefe sind im Goethe- und Schiller-Archiv archiviert.

Zu Studienzwecken bereiste er als von der Deutschen Kolonialgesellschaft ausgesandter landwirtschaftlicher Sachverständiger Amerika und 1890/91 Deutsch-Südwestafrika.Im Staatsarchiv Hamburg lässt sich anhand der Hamburger Passagierlisten 1850–1934 feststellen, dass Rudolf Ludloff am 21. September 1890 über Southampton nach Südafrika reiste. Hierüber schrieb er 1891 die Broschüre Nach Deutsch-Namaland. Dieses Werk wurde in Moderne Imperialisten. Das Kaiserreich im Spiegel seiner Kolonien aufgegriffen, u. a. wurden seine Aussagen in der Einleitung zitiert. Er schätzte Südwestafrika pessimistisch als der „wüstenreiche, regenarme, dürreanfällige, armselige, z. T. malariaverseuchte, peripher liegende Teil der Welt“ ein, obwohl er überlegt hatte, sich dort anzusiedeln.Curt von Francois: Deutsch-Südwestafrika. Von der Kolonisation bis zum Ausbruch des Krieges mit Witbooi. Reimer, Berlin 1899, S. 81 (Digitalisat).

Während seines Südafrikaaufenthalts unternahm er auch Reisen mit Curt von François und lernte dabei Hendrik Witbooi und Hermanus van Wyk kennen.Curt von Francois: Deutsch-Südwestafrika. Von der Kolonisation bis zum Ausbruch des Krieges mit Witbooi. Reimer, Berlin 1899, S. 81 (Digitalisat); Deutsche Kolonialzeitung N.F. 9, 1896, S. 45 (Digitalisat).

1899 war Ludloff weiterhin als einer von drei landwirtschaftlichen Sachverständigen als „Ansiedleraufsicht“ entsandt.

1910 veröffentlichte er eine genealogische Übersicht der Familie Ludolf-Ludloff, die in Sondershausen beheimatet war und deren Ursprünge bis 1525 zurückreichen. Zum Familienstamm Ludloff lassen sich zahlreiche Familienangehörige zuordnen.

Rudolf Friedrich Ludloff war mit Marie Caroline Julie Pertsch, Tochter von Erdmann Pertsch, verheiratet und hatte drei Kinder. Ein Sohn war Fritz Ludloff.

Veröffentlichungen Ueber Domänen-Veräußerungen. Eine volkswirthschaftliche Studie. Dissertation, Universität Leipzig 1879 (mit Lebenslauf, Digitalisat). Nach Deutsch-Namaland (Südwestafrika). Reisebriefe. Verlag Dietz, Coburg 1891. Ein Schäfereiunternehmen für Damaraland. In: Deutsche Kolonialzeitung NF Bd. 4, 1891, S. 115–117 (Digitalisat). Coburg anno 1629. Wahrheit und Dichtung. Verlag A. Roßteutscher, Coburg 1905. Geschichte der Familie Ludolf-Ludloff. o. O., o. J. [Coburg 1910.] (Digitalisat). (darin S. 68: autobiographische Angaben.)

Literatur Ludloff Rudolf. In: Conrad Weidmann: Deutsche Männer in Afrika. Lexicon der hervorragendsten deutschen Afrika-Forscher, Missionare. Bernhard Nöhring, Lübeck 1894, S. 78 (Digitalisat). Georg Steinmetz: The Devil's Handwriting: Precoloniality and the German Colonial State in Qingdao, Samoa, and Southwest Africa. University of Chicago Press, Chicago 2007, ISBN 0-226-77241-1, S. 145. 156 (kurze Erwähnung von Ludloff und seinem Reisebericht).

Einzelnachweise

Kategorie:Landwirt (Deutschland) Kategorie:Autor Kategorie:Hauptmann (Bayern) Kategorie:Person (Coburg) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1848 Kategorie:Gestorben im 20. Jahrhundert Kategorie:Mann