Isle of Dogs – Ataris Reise (Originaltitel Isle of Dogs) ist ein Stop-Motion-Animationsfilm von Wes Anderson, der im Februar 2018 als Eröffnungsfilm der Internationalen Filmfestspiele Berlin seine Premiere feierte. Am 23. März 2018 kam der Film in die US-amerikanischen und am 10. Mai 2018 in die deutschen Kinos. Im Film begibt sich der 12-jährige Atari Kobayashi nach Trash Island, eine Exilkolonie für Hunde, um dort nach seinem eigenen Vierbeiner Spots zu suchen. Im Rahmen der Oscarverleihung 2019 erhielt der Film eine Nominierung als Bester Animationsfilm. Ebenso erhielt Alexandre Desplat eine Nominierung für die Beste Filmmusik.

Handlung Vor langer Zeit versuchte ein katzenliebender Clan in Japan alle Hunde zu töten. Als man sich jedoch daran erinnerte, dass sie die Menschen auch schützen können, machte man sie zu Haustieren, verhöhnte sie damit aber auch.

Viele Jahre später, im japanischen Archipel, 20 Jahre nach der heutigen Zeit. Nach dem Ausbruch einer Hundegrippe, dem sogenannten Schnauzenfieber, werden alle Hunde aus Megasaki City auf die abgelegene Insel Trash Island verbannt. Auch weil die Tiere angeblich Flöhe in der Stadt verbreiten, erlässt Bürgermeister Kobayashi eine Notverordnung. Nur ein Wissenschaftler verteidigt die Hunde, erinnert an das bisherige gute Verhältnis zwischen Mensch und Tier und erklärt, man arbeite an einem Serum gegen die Epidemie. Der erste Hund, der auf die Insel deportiert wird, ist Spots, der Wachhund von Kobayashis eigenem Mündel Atari. Er wird in einem Käfig mit einem Seilbahnsystem auf die Insel gebracht, wo es nur Ratten zu geben scheint.

Sechs Monate später befinden sich viele tausend Hunde auf Trash Island. Die Tiere sind aufgrund ihrer Krankheit abgemagert und äußerst aggressiv. Sie haben Rudel gebildet und kämpfen gegeneinander um Essensreste, die ebenfalls als Müll auf die Insel gebracht werden, seien sie auch noch so vergammelt. Chief, der sich zum Anführer seiner Gruppe berufen fühlt, hat sich mit den Hunden King, Rex, Boss und Duke zusammengetan. Chief war einen großen Teil seines Lebens ein Streuner, die anderen Hunde jedoch waren Maskottchen von Baseball-Mannschaften, machten Werbung für Hundefutter oder hatten zuvor einfach ein bequemes Leben. Chief versucht sein Rudel, in dem alle imposante Namen tragen, daran zu erinnern, dass sie alle Alphahunde sind, die nicht ihre Wunden lecken, sondern um ihr Überleben kämpfen sollen. mini|Atari hat sich nach Trash Island begeben, um nach seinem verlorenen Hund Spots zu suchen. Die Szene in einer Ausstellung in London Eines Tages kommt es auf Trash Island zu einer Bruchlandung. Ein kleiner Junge ist zur Insel geflogen, um nach seinem verlorenen Hund zu suchen. Der 12-Jährige ist Atari Kobayashi, das Mündel des Bürgermeisters, der das trennende Gewässer mit einem seltsamen Fluggerät, einem gekaperten Turbo Prop, überquerte, um in die Exilkolonie zu gelangen, wo er Spots vermutet. Das Rudel um Chief versteht schnell, wonach der Junge sucht, als er ihnen ein Foto seines heiß geliebten Vierbeiners zeigt. Sie bringen ihn zu einem verschlossenen Transportkäfig, in dem sich jedoch nur ein Hundeskelett befindet. Atari will die Insel wieder verlassen, doch dann erkennt das Rudel seinen Fehler. Das Skelett eines anderen Hundes lag in dem Käfig, und so machen sie sich auf, Ataris Leibwächterhund zu suchen. Chief will eigentlich nicht so recht helfen, doch die anderen in seinem Rudel überstimmen ihn einfach.

Auf dem Festland arbeitet der Wissenschaftler an einem Serum, das die Hunde nicht nur heilen kann, sondern auch ihre Fähigkeit sich fortzupflanzen reduziert. Er hat Erfolg, wird jedoch erst unter Hausarrest gestellt und später vergiftet. Gleichzeitig versuchen die Mitglieder einer Schülerzeitung die Wahrheit über das Schnauzenfieber ans Licht zu bringen. Die amerikanische Austauschschülerin Tracy glaubt an eine groß angelegte Verschwörung. Der Bürgermeister, der mittlerweile weiß, dass sich Atari auf der Insel befindet, will unterdessen sein Mündel zurückholen und entsendet ein Team von Hundefängern dorthin. Gemeinsam können sie diese jedoch abwehren. Chief und Atari kommen sich näher, als der Junge dem Hund mit seinem mitgebrachten Hundeshampoo den schwarzen Dreck aus seinem Fell wäscht und damit sein eigentlich weißes Fell sichtbar macht. mini|Bürgermeister Kobayashi tritt zur Wiederwahl in Megasaki City an Sie gehen zu Jupiter, einem weisen Hund, der von Spots weiß, diesen als Hund Nummer 1 und auch seinen Aufenthaltsort kennt. Zwar werden sie auf dem Weg zu einem entlegenen Teil der Insel, wo sich Spots befinden soll, getrennt, doch letztlich bei einem zweiten Angriff der Tierfänger von seinem noch immer lebenden Vierbeiner gerettet. Spots ist nun Anführer einer Gruppe von ehemaligen Versuchstieren, die dort zurückgelassen wurden, lange bevor die systematische Deportation von Hunden nach Trash Island begonnen hatte. Sie hatten ihn mit einem Universalschlüssel aus dem Transportkäfig befreit. In Chief erkennt er, insbesondere dank Ataris Fellwäsche, seinen Bruder.

Auf dem Festland konnte unterdessen ein Hacker der Schülerzeitung die Blackbox von Ataris Fluggerät in seinen Besitz bringen und verbreitet dessen letzten Willen. Tracy erhält von einer ehemaligen Mitarbeiterin des ermordeten Wissenschaftlers die letzte übrige Flasche des entwickelten Serums und führt eine Gruppe im Sturm auf eine Veranstaltung an, bei der gerade Bürgermeister Kobayashis Wiederwahl gefeiert werden soll. Auch der mit einem selbstgebauten Floß zum Festland gekommene Atari erscheint, begleitet von Spots und Chief, an dem er demonstrieren kann, dass das Serum auch tatsächlich wirkt. Nachdem Bürgermeister Kobayashi die Notverordnung aufhebt und wie viele andere an der Verschwörung Beteiligte ins Gefängnis muss, wird Atari der neue Bürgermeister von Megasaki City.

Produktion Hauptproduktion, Szenenbild und Figuren Regie führte Wes Anderson, der auch das Drehbuch zum Film schrieb. Anderson war in der Vergangenheit als Regisseur mehrerer moderner Klassiker wie Die Royal Tenenbaums, Darjeeling Limited, Moonrise Kingdom und Grand Budapest Hotel in Erscheinung getreten,Antje Wessels: Isle of Dogs – Ataris Reise. In: wessels-filmkritik.com. Abgerufen am 5. Mai 2018. hatte aber auch mit der Roald-Dahl-Verfilmung Der fantastische Mr. Fox einen Animationsfilm produziert.Chris Weiß: Wes Anderson: Die Welt neben der Spur. In: Musikexpress, 3. Mai 2018. Stilistisches Vorbild für Isle of Dogs, verriet Anderson, sei das Werk des japanischen Filmregisseurs Akira Kurosawa, in dem Hunde jedoch eher selten sind.Philipp Bühler: Berlinale 2018: Wes Andersons tragikomische Welt der verlorenen Träume. In: Berliner Zeitung, 14. Februar 2018. Mitentwickelt wurde die Geschichte von Roman Coppola, Jason Schwartzman und Kunichi Nomura.Anne Thompson: 'Isle of Dogs' Co-Writer Roman Coppola on Becoming Wes Anderson’s Collaborative Secret Weapon. In: indiewire.com, 21. März 2018. Anderson arbeitete mit dem Kameramann Tristan Oliver, den Szenenbildnern Adam Stockhausen und Paul Harrod sowie Art Director Curt Enderle zusammen. Oliver war in dieser Funktion zuletzt für den animierten Kriminalfilm Loving Vincent tätig. mini|Im März 2018 wurde im The Store X in 180 The Strand in London eine Ausstellung eröffnet, in der Originale des Bühnenbildes gezeigt wurden. Hier Megasaki City im Modell Die Produktion wurde im Oktober 2016 in England begonnen.Chris Cabin: Wes Anderson Confirms His Stop-Motion Animated Dog Movie Is In Production. In: collider.com, 27. Oktober 2016. Zum Aufbau des Films erklärt Anke Westphal von epd Film, die Struktur orientiere sich in Kapiteln an Comics, und Inserts definieren für den Zuschauer verschiedene zeitliche Ebenen, wie etwa durch „Rückblende“ und „Ende der Rückblende“. Westphal zeigt sich vor allem durch die perfekte ästhetische Stilisierung überzeugt, die allein schon durch den Rahmen des japanischen Kulturraums gegeben sei, aber durch das Ausstellen der Erzählmittel noch weitergetrieben werde. Nicht allein die in Stop-Motion-Technik animierten Figuren, sondern auch Scherenschnitte oder sogar collagenartige Bilder bezeugten den Reichtum des Genres. Zwei japanische Meister des Farbholzschnitts aus dem 19. Jahrhundert, Utagawa Hiroshige und Katsushika Hokusai, inspirierten das Drehbuchteam, erzählt Westphal weiter.Anke Westphal: Kritik zu Isle of Dogs – Ataris Reise. In: epd Film, 2018. Tobias Fouracre fungierte als Animation Supervisor und war bereits für Andersons Fantastic Mr. Fox tätig.The Isle of Dogs animators on the intensity of working with Wes Anderson. In: dazeddigital.com, 30. März 2018.

Für die Konzeption und anschließende Fertigstellung des Films brauchten die Macher knapp zwei Jahre. Um die Vielzahl an Figuren zum Leben zu erwecken, wurde auf Computereffekte zurückgegriffen, es wurden jedoch auch haptische Sets gebaut. Für das Szenenbild arbeitete man mit dem Modellbauer Simon Weisse von der Berlin Miniature Unit zusammen. So wurden die Miniatur-Sets in Berlin gefertigt.Susanne Mayer: „Isle of Dogs“: Kein Ort für zarte Nasen. In: Zeit Online, 2. Mai 2018. Weisse arbeitete viele Jahre mit dem Studio Babelsberg zusammen, von dem der Film koproduziert wurde.Claudia Palma: Simon Weisse hat Modelle für „Isle of Dogs“ gebaut. In: .maz-online.de. Abgerufen am 28. September 2022. In der heißen Phase hatte Weisse täglich eine E-Mail mit Bildern des aktuellen Status quo an den Regisseur geschickt. Die fertigen Kulissen wurden dann per Spedition nach London geliefert und dort mit den anderen Szenenbildern zusammengefügt. Der Schweizer Filmkritiker Cornelis Hähnel meint, die so entstandene Stop-Motion-Welt sei diesmal deutlich mehr von einer japanischen Ästhetik geprägt und bis ins kleinste Detail liebevoll animiert, egal ob Wolken aus Watte oder Wasser aus Cellophanfolie, wodurch vertraute Materialien mit anachronistischem Charme zu cineastischen Kulissen würden.Cornelis Hähnel: Von Hunden und Menschen. In: cineman.ch, 9. Mai 2018.

Einige der Animatoren waren ausschließlich für die Hunde zuständig, andere wiederum konzentrierten sich auf die Menschen.Chris Schelb: „Isle of Dogs“: Das Interview mit Wes Anderson, Jason Schwartzman und Roman Coppola. In: outnow.ch, 7. Mai 2018. Der Puppenbauer Andy GentCameron Woo: Q&A with Isle of Dogs Puppet Master Andy Gent. In: thebark.com, März 2018. Abgerufen am 28. September 2022. erklärte, dass für Isle of Dogs mehr als 900 Figuren verwendet wurden, was die größte Zahl von Puppen darstellt, die jemals ohne einen 3D-Drucker für einen Stop-Motion-Film hergestellt wurde. Die Puppen wurden auf mit Gelenken ausgestatteten Armaturen, aus Metall bestehenden Grundgerüsten, aufgebaut. Diese wurden mit Hilfe von Gussformen mit Silikon überzogen, anschließend bemalt und mit Tierhaaren versehen. Viele der Figuren haben austauschbare Gesichter.n-tv.de (Video) Die Produktion wurde mit 300.000 Euro vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert.Förderentscheidungen 2016. In: medienboard.de. Abgerufen am 5. April 2018. (PDF; 157 KB) Ebenso erhielt es von diesem eine Verleihförderung in Höhe von 80.000 EuroMedienboard Förderzusagen April 2018. In: medienboard.de. Abgerufen am 28. September 2022. (PDF) und von der Filmförderungsanstalt in Höhe von 100.000 Euro. Im März 2018 wurde im The Store X in 180 The Strand in London eine Ausstellung eröffnet, in der Originale des Bühnenbildes und der in dem Stop-Motion-Film zum Einsatz gekommenen Figuren gezeigt wurden.Alex Ritman: ‘Isle of Dogs‘ Exhibition Opens in London. In: The Hollywood Reporter, 26. März 2018.

Besetzung und Synchronisation