Meixner Schlüter Wendt Architekten (Eigenschreibweise MEIXNER SCHLÜTER WENDT Architekten) ist ein deutsches Architekturbüro mit Sitz in Frankfurt am Main. Die Projekte des Büros wurden 2008 auf dem World Architecture Festival ausgezeichnete-architect: World Architecture Festival Awards – WAF 2008, abgerufen am 18. Oktober 2018. und auf den Architekturbiennalen 2004, 2006 und 2012 in Venedig ausgestellt.Muck Petzet, Florian Heilmeyer: Reduce/Reuse/Recycle. Ressource Architektur. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern, Berlin 2012, ISBN 978-3-7757-3424-0.Enrico Santifaller: Kontextuelle Skulpturen – Werkbericht Meixner Schlüter Wendt, in: DBZ – Deutsche Bauzeitschrift, Heft 08, 2013, abgerufen am 15. Oktober 2018.
Geschichte Seit seiner Gründung im Jahr 1997 in Frankfurt am Main wird das Büro von den drei Partnern Claudia Meixner, Florian Schlüter und Martin Wendt geführt. Bereits mit frühen, noch eher kleineren Arbeiten weckte das Büro großes Interesse in den Fachmedien. Heute umfasst sein Spektrum die architektonische Planung und Gestaltung von städtebaulichen Bereichen, gewerblichen Bauten, Schulen, Kirchen, Kulturbauten und Wohnbauten bis hin zu Wohnhochhäusern.
Parallel dazu halten Claudia Meixner und Florian Schlüter an verschiedenen Institutionen Vorträge und hatten für den Masterstudiengang Architektur am Karlsruher Institut für Technologie im Sommersemester 2017 eine Gastprofessur inne.Karlsruher Institut für Technologie: Wir müssen reden, 2013, abgerufen am 10. Juli 2019Boris Schlepper: Wohnen am Danziger Platz. In: Frankfurter Rundschau, 7. Oktober 2017, abgerufen am 10. Juli 2019 Claudia Meixner war von 2009 bis 2013 und von 2015 bis 2019 Mitglied des Frankfurter Städtebaubeirats und ist darüber hinaus als Preisrichterin in diversen Architekturwettbewerben tätig.
Architektur Den formal sehr unterschiedlichen Gebäuden von Meixner Schlüter Wendt liegen zwei Gemeinsamkeiten zu Grunde: Sie haben ein sehr starke skulpturale Wirkung und reagieren sensibel auf den Kontext. Diesen nur scheinbaren Widerspruch lösen Meixner Schlüter Wendt durch das Verwenden von Methoden, Prinzipien und Strategien, die – so die Designexpertin Lilli Hollein – in der zeitgenössischen bildenden Kunst gängig, in deutschen Architekturbüros dagegen eher ungewöhnlich sind.Lilli Hollein: The Void & the Volume, in: Mark, Heft 04, Herbst 2006, S. 60–75. Dazu gehört auch das kalkulierte Spiel mit Wahrnehmungsebenen. Dabei entwickeln die Architekten zu den Besonderheiten von Ort und Bauaufgabe im Entwurfsprozess spezifische Assoziationen, die aus der Beobachtung und Analyse alltäglicher Dinge bzw. deren Anordnung entstehen.Meixner Schlüter Wendt: Alles ist Umbau, in: Detail, Heft 11, 2009, S. 1154f. Das kann auch den Rückgriff auf vertraute Bautypologien und aus der Baugeschichte bekannten Techniken wie InkrustationEnrico Santifaller: Haus Wohlfahrt-Laymann: Um- und Neubau eines Wohnhauses in Oberursel, in: Bauwelt 26, 2005, S. 29–33 (pdf). oder ReliefChristian Holl: Rückbau einer Kirche – körperhaftes Abwesendes, in: tec 21, Heft 10, 2006, S. 12. einschließen, die von Meixner Schlüter Wendt als intellektuelle Readymades betrachtet, neuinterpretiert und zu neuartigen Gebäuden transformiert werden.Rudolf Schmitz: Vitalisierender Teilabbruch. Der gelungene Umbau eines Frankfurter Gotteshauses, in: FAZ, 11. Juli 2005, S. 34.Futteralkoffer zum Wohnen. Wohnhaus in Mühltal-Trautheim, in: Die besten Einfamilienhäuser unter 150 qm, hrsg. von Arno Lederer, Bettina Hintze, Callwey Verlag, 2004, S. 82–85.Lilli Hollein: The Envelope, in: Mark, Heft 02, 2006, S. 171–175.
Um auf die verschiedenen Höhen der Umgebung im Frankfurter Europaviertel zu reagieren, kombinierten die Architekten bei dem Projekt Axis zum Beispiel eine Hochhausscheibe, ein mehrgeschossiges Gebäude und eine Reihenhauszeile zu einem „Blockrandhochhaus“.Matthias Boeckl: Axis Wohnhochhaus, in: architektur.aktuell, Heft 4/2017, S. 90–101.Florian Heilmeyer: Slab Revamp – Meixner Schlüter Wendt’s vertical residential apartments and terraced houses in an array of sizes, in: Mark, Nr. 67, April 2017, S. 62–71. Beim Einfamilienhaus Schmuck im Frankfurter Stadtteil Westend dagegen transformierte das Büro die Typologien der Hofreite, des Patiohauses und der Villa zu einer komplexen „Wohnraumskulptur“Enrico Santifaller: Wohnraumskulptur. Wohnhaus für eine Familie, in: DBZ Deutsche Bauzeitschrift, Heft 05, 2011, abgerufen am 17. Oktober 2018, wobei die Raumkanten der benachbarten Gebäude aufgenommen wurden.Daniel Bartetzko: Wohnhaus Schmuck, in: Deutsches Architektur Jahrbuch 2011/12, hrsg. von Peter C. Schmal, Christina Gräwe, Prestel-Verlag, S. 108–113, ISBN 978-3-7913-5135-3Oliver Hamm: Eine Oase: Das neue Haus Schmuck im Frankfurter Westend, in: FAZ, 26. Mai 2011, S. 33.
mini|Der Ponton im Licht- und Luftbad Für das Café des Licht- und Luftbades am hochwassergefährdeten Mainufer in Frankfurt-Niederrad zum Beispiel diente 2003 ein schiffsartiger Ponton, der bei Hochwasser schwimmen kann, als Inspiration.Meixner Schlüter Wendt Architekten: Licht + Luftbad Niederrad, Frankfurt am Main, in: Volker Albus, Jo. Franzke: Architektur in Frankfurt am Main 1999–2003, Junius Verlag, Hamburg 2002, S. 216–217, ISBN 3-88506-522-3Robert Klanten, Lukas Feireiss (Hrsg.): Spacecraft. Fleeting Architecture and Hideouts, Band 1, Gestalten Verlag, 2007, S. 32, ISBN 3-89955-192-3.Enrico Santifaller: Schwimmfähige Gebrauchsplastik. Imbissgebäude für das Licht- und Luftbad in Niederrad, in: Werk, Bauen + Wohnen, Heft 7–8, 2007, S. 34–39 (pdf).
Beim Rückbau der Dornbuschkirche bildeten Meixner Schlüter Wendt das ehemalige Kirchenschiff in einer neuen Reliefwand ab und ließen so die Erinnerungen an den abgerissenen Baukörper in Form eines Abdrucks in der neuen Architektur weiterleben.Evangelische Dornbuschgemeinde: unsere Kirche – ein besonderer Ort, 22. Dezember 2012, abgerufen am 18. Oktober 2018. Bei der Neuinterpretation des 2013 abgerissenen Henninger Turms reagierte das Büro ebenfalls auf kollektive ErinnerungenBauNetz: Transformation des Bestands – Baubeginn für Henninger-Turm in Frankfurt, in: BauNetz, 27. Juni 2014, abgerufen am 17. Oktober 2018: Während die Kontur sowie die der Stadt zugewandte Seite stark an das ursprüngliche Erscheinungsbild des alten Silos erinnern, zeigen die drei anderen Seiten deutlich die neue Nutzung als Wohnturm.Thomas Wagner: Der neue Henninger Turm bleibt ein Wahrzeichen, in: Stylepark, 28. April 2014, abgerufen am 19. Oktober 2018.Doris Kleilein: Die Hochhausdebatte, in: Bauwelt, Heft 10, 2017, S. 40–49, abgerufen am 17. Oktober 2018 (pdf).Enrico Santifaller: Neuer Henniger Turm, in: Domus, Heft 034, November/Dezember 2018, S. 58–67.
Bauwerke (Auswahl) 2003 Imbissponton Licht- und Luftbad Niederrad, Frankfurt am Main
mini|Die Reliefwand der Dornbuschkirche im gleichnamigen Stadtteil 2004–2006 Dornbuschkirche, Frankfurt am Main 2005–2006 Wohnhaus Wohlfahrt-Laymann, Oberursel 2005–2007 Wohnhaus F, Kronberg im TaunusIngrid Spencer: Residential House of the Month: Residence F. In: Architectural Record, 15. November 2010, abgerufen am 17. August 2019Christian Brensing: Off the radar. In: Architectural Review. Band 112, Nummer 4, 2008, S. 86–88.
mini|Weckt Assoziationen an ein Tarnkappenflugzeug: „Wohnhaus F“, Kronberg im Taunus 2006–2009 Ordnungsamt Frankfurt am Main
mini|Wohnhaus Schmuck, Frankfurt: die „Wohnraumskulptur“. 2009–2011 Wohnhaus Schmuck, Frankfurt am Main 2010 Leseraum/Ding Museum für Moderne Kunst; Frankfurt am Main 2010–2012 Bürogebäude Dock 2.0, Frankfurt am Main
mini|Die Höhenentwicklung des Wohnhochhauses Axis im Frankfurter Europaviertel: Reihenhaus, Blockrand, Hochhausscheibe 2012–2016 Wohnhochhaus Axis, Frankfurt am Main 2012–2017 Neuer Henninger-Turm, Frankfurt am Main 2015–2017 Evangelische Akademie Frankfurt, Frankfurt am Main 2018–2020 Wohnbebauung Heidestraße, Frankfurt am MainEnrico Santifaller: Wohnbebauung Heidestraße, in: db, Heft 2, 2021, abgerufen am 5. April 2021. 2025 Umbau der Kirche St. Michael des Fachzentrums Trauerseelsorge des Bistums Limburg in eine Urnenbegräbniskirche, Frankfurt am Main-Nordend
Ausstellungen (Auswahl) mini|Modellvarianten des Neuen Henninger-Turmes während des Entwurfsprozesses
2004, 2006, 2012 Architekturbiennale Venedig 2005/2006 Deutschlandschaft – Epizentren der Peripherie, Victoria & Albert Museum, London 2009 Vertrautes Terrain – Aktuelle Kunst in & über Deutschland, ZKM Karlsruhe 2011 Bienal Sao Paulo 2012 The Istanbul Design Biennal 2014/15 Himmelstürmend – Hochhausstadt Frankfurt, Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt am Main
Auszeichnungen (Auswahl) 1988 Schinkelpreis, Kunst und Bauen,1. Preis 1995 Preis der Villa Massimo, Rom, Architektur für Claudia Meixner 2003 Deutscher Architekturpreis, Anerkennung für Neubau Imbiss-Ponton Licht und Luftbad 2003 Martin-Elsaesser-PlaketteBaunetz: Gute Bauten – „Martin-Elsaesser-Plakette“ in Frankfurt vergeben, 31. März 2003, abgerufen am 5. April 2021. 2006 Gestaltungspreis der Wüstenrot-Stiftung „Umbau im Bestand“, 1. Preis, Dornbuschkirche 2008 World Architecture Festival, Award Winner in der Kategorie „Religion and Contemplation“, Dornbuschkirche 2012 ECOLA Award, European Conference for Leading Architects, Wohnhaus Schmuck, 1. Preis für CO2-optimiertes Sanieren, Renovieren, Umbauen 2012 The Chicago Athenaeum International Architecture Award, Auszeichnung für das Wohnhaus Schmuck 2017 FIABCI Prix d’Exellence 2017 Germany, Kategorie Wohnen für das Wohnhochhaus Axis
Weblinks
Website von MEIXNER SCHLÜTER WENDT Architekten
Meixner Schlüter Wendt Architekten auf BauNetz Architekten
Einzelnachweise
Kategorie:Architekturbüro (Deutschland) Kategorie:Architektur (Frankfurt am Main) Kategorie:Dienstleistungsunternehmen (Frankfurt am Main) Kategorie:Unternehmensgründung 1997