mini|Verbreitung der Maidu-Sprachen vor dem Kontakt mit Europäern
Das (eigentliche) Maidu Laurie Bauer, 2007, The Linguistics Student’s Handbook, Edinburgh auch Nordöstliches Maidu oder Mountain Maidu, ist eine ausgestorbene, zur Gruppe der Maidu-Sprachen gehörende Sprache der Maidu im Nördlichen Kalifornien. Es wurde in den Bergen östlich und südlich des Lassen Peak in den Einzugsgebieten von American River und Feather River gesprochen. In diesen Flussregionen der nördlichen Sierra Nevada liegen z. B. die Täler Indian Valley, American Valley, Butte Valley und Big Meadows. Die Bezeichnung Maidu kann sich auch auf die verwandten Sprachen Konkow und Nisenan beziehen.
Geschichte Das Völker der Maidu lebte vor dem Kontakt mit den Europäern in einer Gesellschaft der Jäger und Sammler in Teilen Zentral-Kaliforniens. Sie besiedelten ein Gebiet rings um das, was heute Mount Lassen, Honey Lake, Sacramento und Lake Tahoe genannt wird. Sie sprachen nahe verwandte Sprachen wie Maidu, Konkow, Nisenan, Chico und andere Variationen.
Bemühungen zur Wiederbelebung Farrell Cunningham, einer der jüngsten fließend Yamani Maidu sprechenden Menschen, unterrichtete und war mit dem Maidu Theater in Nevada City bis zu seinem Tod am 11. August 2013 im Alter von 37 Jahren aktiv. Andere verbliebene Sprecher könnten zur Berry Creek Rancheria of Maidu Indians gehören.De Brotherton, Annette. Concow Language. Konkow We'wejbo'sis Project 2007–2011. 21 Aug 2007 (abgerufen am 24. Februar 2009) Aktive Bemühungen zur Wiederbelebung sind seit 2004 im Gange. Noch 2011 wurde Unterricht in Maidu im Nevada County erteilt. Es wird angenommen, dass die Familie der Maidu-Sprachen zu den Penuti-Sprachen gehört, zusammen mit solchen Familien wie Miwok (Miwokan oder Miw·yk), Wintuan (Copeh oder Copehan), Yokuts (Yokutsan oder Mariposa) und Ohlone (Costanoan).
Phonologie Anmerkung: In der Phonologie ist es üblich, phonetische Symbole in Schrägstriche / / und Allophone in eckige Klammern [ ] einzuschließen. Symbole in runden Klammern ( ) repräsentieren nicht die IPA-Orthografie.
Konsonanten Maidu hat 18 phonemische Konsonanten. Die unten aufgeführten stammen aus dem Transkriptionssystem von Shipley. Die äquivalente IPA-Transkription ist in eckigen Klammern aufgeführt, wenn sie von Shipleys Orthografie abweicht.
LabialAlveolarPalatalVelarGlottalNasalmnPlosivImplosivb [ɓ]d [ɗ]Tenuisptc [tʃ]kʔEjektivpʼtʼcʼ [tʃʼ]kʼFrikativshApproximantwlj In den 1950er und 1960er Jahren verwendeten ältere Sprecher die stimmlosen palatalen Plosive /c, c'/, während jüngere Sprecher die innovativen stimmlosen postalveolaren Affrikate /tʃ, tʃʼ/ (möglicherweise aus dem Englischen entlehnt), benutzten (Shipley, 1964).
Die Notation /j/ repräsentiert einen Palatal wie y im Englischen yes. Die stimmhaften Plosive (b, d) sind Implosive, sind aber nicht mit einfachen stimmhaften Stopps zu vergleichen.
Vor den velar Plosiven /k, k'/ wird /m/ wie [ŋ] ausgesprochen.
Vokale Es gibt sechs phonemische Vokale im Maidu. Die folgende Tabelle wurde gleichfalls aus dem orthografischen System von Shipley entwickelt.
VorderzungenvokalZentralvokalHinterzungenvokalgeschlossenoffen Diese sechs Vokale sind – abhängig von der phonetischen Umgebung (initial/nicht-initial, betont/unbetont, offene/geschlossene Silben) – durch mehrere verschiedene Allophone charakterisiert. Der Basis-Laut der Vokale kommt in initialen offenen betonten Silben vor. Die tiefsten und zentralsten Allophone treten in unbetonten geschlossenen Silben auf. Nach Shipley haben (a) und (y) allophone, die meist aufeinandertreffen, wenn sie zentral stehen; (i) und (u) haben Allophone, die kaum zentralisiert werden und leicht tiefer ausfallen, also eher wie [ɪ] und [ʊ] klingen. Dagegen werden (e) und (o) stärker als (i) und (u) aber weniger als (a) und (y) verändert.
Die Vokalquantität ist nicht-phonemisch und die Veränderungen hängen vom Platz des Vokals innerhalb des Wortes ab. Die Vokale haben Vokalquantitäten von weniger als einer Mora, einer Mora oder 1,5-2 Mora. Der Vokal ist kürzer als eine Mora in unbetonten Silben, etwa eine Mora in geschlossenen betonten Silben und länger als eine Mora in offenen betonten Silben.
Silben Die Silben im Maidu sind nach einer grundlegenden CV- oder CVC-Struktur aufgebaut (wobei C immer für einen Konsonanten und V für einen Vokal steht). Der überwiegende Teil der Wörter besteht aus alternierenden Konsonanten und Vokalen, wobei auch Kombinationen wie CVCVCCV vorkommen. Immer beginnen die Silben mit einem Konsonanten; Diphthonge kommen im Auslaut nicht vor. Die Silben im Maidu zeigen die Tonhöhe in Verbindung mit der Betonung innerhalb des Wortes an. Silben mit der primären Betonung haben eine größere Tonhöhe, neigen zur Anspannung und haben längere Vokale. Sekundärbetonung tritt mit niedriger bis mittlerer Tonhöhe und Verlängerung des Vokals auf. Schwach betonte Silben haben eine niedrige bis mittlere Tonhöhe und kurze Vokale.
Morphologie Anmerkung: Im Abschnitt Morphologie werden einige Notationen benutzt, um auf die auftretenden Wechsel der Morpheme hinzuweisen, wenn diese mit anderen zusammengesetzt oder kombiniert werden. 'I' indiziert einen Wechsel, wodurch das vorhergehende Wort folgende Änderungen erfährt: Der Wortstamm bleibt nach einem Vokal (V) oder einem Vokal mit einem Knacklaut (V') erhalten, so dass /wepa/ unverändert /wepa/ bleibt. Nach einem k oder einem k' wird der vorhergehende Vokal dupliziert, so dass beispielsweise /banak'/ zu /banak'a/ wird. In allen anderen Fällen wird ein i angehängt, so dass aus /jaman/ jamai/ wird. 'R' indiziert eine Wiederholung des vorigen segments, so dass /my/ zu /mymy/ wird.
Nomen Die Nomen im Maidu werden in zwei Klassen eingeteilt. Die erste Klasse besteht aus Verwandtschafts-Begriffen, wenn auch interessanterweise die Begriffe für Kind und Sohn nicht eingeschlossen sind. Die Nomen dieser Klasse sind im Gebrauch stärker als andere Nomen beschränkt, da sie immer ein Subjekt im Besitz eines anderen Nomens bezeichnen. Diese Begriffe (wie z. B. /ne/ „Mutter“) treten in Verbindung mit einem Pronomen oder einem Demonstrativpronomen:
nikne – „meine Mutter“ minne – „deine Mutter“ myne – „(diese) Mutter“
Die zweite Klasse von Nomen besteht aus freien Morphemen und kann auf Basis des Wortstamms in weitere Unterklassen gegliedert werden. Die erste Unterklasse enthält solche Nomen, deren Herkunft und Wortstamm identisch sind, wie /wepa/ („Kojote“). Der Wortstamm /kyle/ („Frau“) ist dahingehend bemerkenswert, als es gewöhnlich als /kyle/ auftritt, aber auch mit Suffixen zu /kylok/ werden kann, um Begriffe wie „alte Frau“ oder „Frauen“ zu bilden.
Die zweite Unterklasse enthält Nomen, die aus unterschiedlicher Herkunft zusammengesetzt sind. Diese Zusammensetzung kann aus zwei Wortstämmen von Nomen geformt werden (/mon/ „Wasser“ und /pano/ „Grizzly“ werden zu mompano „Otter“), aus einem Wortstamm eines Nomens und einem Hilfsverb (/jask'ak/ „dünn“ und /no/ „weiter“ werden zu jask'akno „dünner Mann“), ein Wortstamm eines Nomens und ein distributives Suffix (/jaman/ „Berg“ und /R-to/ „überall“ werden zu jamanmanto „überall Berge“), Wortstämme von Nomen und nicht identifizierbare Morpheme (/k'am/ „Bauch“ und /pum/ „Haut“ werden in Verbindung mit dem bedeutungslosen Morphem /pu/ zu k'ampumpu „Kutteln“) sowie einem Wortstamm eines Nomens mit einem Diminutiv-Morphem (/sol/ „Lied“ und /I-be/ werden zu solibe „Liedchen“).
Pronomen Die Pronomen sind /nik'/ für die erste, /min/ für die zweite und /maj/ für die dritte Person sowie /my/ als Demonstrativpronomen. /maj/ kommt nicht im Singular vor, so dass Konstrukte mit /my/ als dritte Person Singular fungieren. Diese werden in ein Konstrukt von Nomen eingeschlossen ('diese Frau' anstelle von 'sie'), singulär ('diese') und mehrfach ('diese Person'). Anders als /maj/ gibt es keine speziellen Plural-Formen der Pronomen, vielmehr werden die aus der Zahl zusammen mit dem Nomen gebildet.
Numerus Während das Englische zwischen Singular und Plural unterscheidet, werden im Maidu Singular, Dual und Plural unterschieden. Diese Flexionen werden meist in Verbindung mit den Pronomen und viel seltener mit anderen Nomen gebraucht. Die Suffixe /c'o/ (Dual) und /cy/ (Plural) haben verschiedene Allomorphe. Zusammen mit diesen gibt es ein zweites Plural-Morphem /t'yt'y/, welches sowohl den Plural als auch das Diminutiv anzeigt.
Verben Die Verben im Maidu bestehen aus einer Semantischen Rolle zusammen mit einer Serie von Suffixen. Ähnlich den Nomen stammen die Wortstämme der Verben im Maidu aus mehreren verschiedenen Quellen. Einige Verben wie /sol/ („singen“) bestehen aus einem einzigen simplem Stamm. Andere schließen ein Nomen in den Verb-Stamm ein wie /k'awba/ („ein Loch graben“), das eine Komposition aus /k'aw/ „Schmutz“ und /ba/ „graben“ ist. Es gibt auch zusammengesetzte Verben aus den Stämmen zweier einzelner Verben wie /t'ikc'e/ („glauben“), welches aus /t'ik/ („genug haben“) und /c'e/ („sehen“) gebildet wurde. Wie Nomen enthalten einige Verb-Stämme eine Komponente ohne eigene Bedeutung wie /bokweje/ („anflehen“), wo /weje/ „sprechen“ bedeutet und /bok/ keine eigene Bedeutung besitzt. Wieder andere bestehen aus einem Verb und einem Hilfsverb; schließlich existiert eine Gruppe von Verben mit /'y/ als erstem Bestandteil, mit dem eine Bewegung ausgedrückt wird.
Verb-Semantik Die Verb-Samentik ist eine Kombination des Verbs mit einem oder mehreren semantischen Suffixen. Alle Suffixe sind optional, so dass sie vom Verb entfernt werden können und den Basis-Stamm als eigene Thematik erhalten: Kausativ Bestimmung des verbalen Objekts Bewegung – Ort Negativ Aspekt Evidenz
Kausativ Das kausative Suffix /ti/ zeigt an, dass der Akteur eine Aktion kausal veranlasst wie in ma dondom 'as te 'ynotik'as, was bedeutet „Ich begleitete das Kind, seine Hand haltend“ oder „Ich veranlasste das Kind zu gehen, (seine) Hand haltend“. Dieses Morphem kommt auch in Wörtern wie /wonoti/ („töten“) vor, wörtlich „veranlassen zu sterben“.
Verbales Objekt Die Bestimmung des verbalen Objekts kann fünf verschiedene Formen annehmen. /'us/ ist ein reflexives Suffix wie in wonoti'us'am („er tötete sich“). Das zweite Suffix /jo/ indiziert sowohl den Plural als auch sich wiederholende Aktionen. Das tritt in solchen Konstrukten auf wie c'ani majse 'ono wojomak'as („Ich werde sie (einen nach dem anderen) mit einem Stock schlagen.“) oder humbotmenwet 'as hesbopajodom („Ich fuhr fort, etwas in den Sack zu stecken.“). Das dritte Suffix wird allgemein verwendet und tritt bei unklarer Bedeutung auf. /to/ kann mit /ju/ („abschaben“) gebraucht werden, um juto („einreiben“) zu bilden, und mit /mej/ („geben“), um mejto („kaufen“) auszudrücken. Auf diese Weise kann die transitive Form des Verbs gebildet werden, doch ist das nicht immer der Fall. /toto/, eine Verdopplung von /to/, indiziert die umgekehrte Handlung.
Bewegung – Ort Die Hilfskonstrukte für Orte und Bewegungen treten in 16 verschiedenen Suffixen auf. -/c'ik/ über etwas hinweg oder in etwas hinein mit der Implikation von schließen oder bedecken – /puc'ik/ 'to swell shut' -/c'o/ um etwas herum, hinten herum -/daw/ runter und fort, ohne Bestimmung eines Ziels der Bewegung -/dik/ auf ein Ziel oder in ein Ziel hinein -/doj/ aufwärts – /weledoj/ („hochlaufen“) -/je/ hierher -/kit/ nach unten -/k'oj/ fort von hier -/lek/ eilig -/mit/ auf etwas rauf oder in etwas hinein mit der Implikation der Abwärts-Bewegung -/n/ flussab, hangabwärts (üblicherweise nach Südwest) -/no/ weiter, ohne Implikation einer Richtung oder Haltung – /weleno/ („weiter laufen“) -/paj/ gegen, üblicherweise symbolisch gemeint – /jodotpaj/ („fesseln“), /haspaj/ („auf etwas scheißen“) -/pin/ hierher, ohne Implikation eines Ziels -/sip/ außerhalb von – /t'upsip/ („ausspucken“) -/t'a/ obenauf -/waj/ abseits