mini|hochkant|Pfarrkirche SS. Simon und Judas Thaddäus mini|Mirlschneiderhof mini|hochkant|Johann Nepomuk Mederer-Denkmal in Stöckelsberg

Stöckelsberg ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern und eine Gemarkung.

Geografie Lage Das Pfarrdorf liegt im Oberpfälzer Jura, ca. 7 km nördlich des Gemeindesitzes Berg auf der Jurahöhe. Quellen in (am Fuß des Kirchenberges) und bei Stöckelsberg fließen als Ebersbach dem Raschbach zu. Stöckelsberg liegt nördlich der Kreisstraße NM 9 zwischen der Klostermühle bei Gnadenberg und Reicheltshofen.

Gemarkung Die Gemarkung Stöckelsberg hat eine Fläche von 8,288 km². Sie ist in 1433 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5783,54 m² haben. In der Gemarkung liegen die Gemeindeteile Mitterrohrenstadt, Oberrohrenstadt, Stöckelsberg und Unterrohrenstadt.

Geschichte Der Ort ist vermutlich um das Jahr 1000 entstanden. Erste Grundherren waren die Grafen von Kastl, die ihren Stöckelberger Besitz um 1100 zum Stiftungsgut des Benediktinerklosters Kastl gaben.Informationstafel im Ort Der Ortsname leitet sich wohl vom ersten Siedler ab, einem Starkwin oder Starkmann, der Dienstmann des Grafen von Kastl war.Breinl, S. 102 1323 ist die Kirche von „Sternweinsberg“ als Lehen des Klosters genannt, 1361 ein Wirtshaus in „Steckelsperg“.Buchner II, S. 553; Digitalisat; Breinl, S. 105 1504/05 machte die Reichsstadt Nürnberg auf den stift-kastlischen Gütern Beute; das von ihnen eingenommene Dorf wurde erst 1523 wieder kurpfälzisch.Breinl, S. 104 1511 wurde Stöckelsberg zu einer Propstei beziehungsweise Hofmark des Klosters Kastl erhoben.Buchner II, S. 553; Digitalisat 1542 wurde die Reformation eingeführt, 1582 gewaltsam der Calvinismus; um 1620 erfolgte die Gegenreformation.Buchner II, S. 554; Digitalisat Infolge der Reformation verlor das Stift Kastl einige Rechte seiner Hofmark Stöckelsberg; so ging die Hochgerichtsbarkeit an das pfalzgräfliche Pflegamt Pfaffenhofen-Haimberg über, um 1625 an das kurfürstliche Amt Kastl; für die Verwaltung des Güterbesitzes des Klosters war nunmehr ein Klosterrichter zuständig.Heinloth, S. 130 f. Im Lehensbuch des Klosters von 1774 sind für Stöckelsberg 25 Lehensträger namentlich aufgeführt. Das Präsentationsrecht auf die Pfarrei ging nach der Reformation auf die Jesuiten, dann auf die Johanniter oder Malteser, schließlich an den bayerischen König über.Breinl, S. 106

Im Dreißigjährigen Krieg brannte in Stöckelsberg um 1648 unter anderem der Pfarrhof weg; wegen der ständigen Unsicherheit wurden keine Schafe mehr gehalten.Buchner II, S. 554; Verhandlungen des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, 14. Band, 1850, S. 148 Nachdem bereits 1611 bis circa 1643 eine Schule in Stöckelsberg bestanden hatte, wurde diese 1662 wiederbelebt. Für 1865 ist der Bau eines Schul- und Mesnerhauses bekannt. Der Lehrer fungierte auch als Postagent, als im Jahr 1900 im Schulhaus eine Postagentur eingerichtet wurde.Buchner II, S. 554, 559; Breinl, S. 108

Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Stöckelsberg aus 28 Anwesen, von denen 27 der klösterlichen Hofmark Kastl gehörten und eines, der Halbhof „Wastlhof“, als Leuchtenberger Lehen der Sulzbachischen Hofmark Eismannsberg unterstand. Die Hochgerichtsbarkeit führte über alle Höfe das Pflegamt Haimburg aus.Heinloth, S. 306, Digitalisat

Im Königreich Bayern (1806) wurde ein Steuerdistrikt Stöckelsberg, bei der Gemeindebildung um 1810/20 die Ruralgemeinde Stöckelsberg im Landgericht und Rentamt Kastl gebildet. Ihr gehörten die Ansiedelung Stöckelsberg und das ehemalige, vom Kloster Kastl als Lehen vergebene Rittergut Rornstadt, nämlich Unter-, Mitter- und Oberrohrenstadt an.Heinloth, S. 329, Digitalisat

1862 kam das Landgericht Kastl und damit auch die Gemeinde Stöckelsberg zum neuen Bezirksamt Velburg, bei dessen Auflösung im Jahr 1880 zum Bezirksamt Neumarkt in der Oberpfalz. Von 1876 an gehörte zur Gemeinde Stöckelsberg auch die Gemeinde Häuselstein, die noch vor 1900 wieder ihre Selbständigkeit erlangte.

Die deutlich Zunahme der Schweinehaltung in der Gemeinde von 225 Schweinen im Jahr 1871 auf 373 Schweine im Jahr 1900 bei gleichzeitigem Rückgang der Schafshaltung ist für diesen Zeitraum auch in anderen Gemeinden der Oberpfalz nachweisbar. Um 1924 wurde der Ort elektrifiziert; drei Jahre später erfolgte die Ausstattung mit einem Wasserleitungssystem.Buchner II, S. 557 Mit dem Zweiten Weltkrieg beziehungsweise nach dessen Ende kamen Familien aus Nürnberg, die durch Bomben ihr Heim verloren hatten, und Flüchtlinge in die Gemeinde Stöckelsberg.Breinl, S. 108 f.

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern kam zur Gemeinde Stöckelsberg am 1. Mai 1972 die aufgelöste Gemeinde Häuselstein mit ihren vier Ortsteilen Häuselstein, Reicheltshofen, Wünricht und der Mauertsmühle. Diese von 518 auf 639 Einwohner vergrößerte Gemeinde wurde ihrerseits am 1. Mai 1978 in die Großgemeinde Berg eingegliedert. Seitdem ist Stöckelsberg ein Gemeindeteil von Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz. Letzter Bürgermeister von Stöckelsberg war Albert Mederer.Breinl, S. 110

Einwohnerentwicklung des Ortes Stöckelsberg 1836: 235 (37 Häuser)Popp, Th. D. (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 145, Digitalisat 1871: 228 (88 Gebäude; Viehbestand: 16 Pferde, 130 Stück Rindvieh)Kgl. Bayer. Statistisches Bureau (Bearb.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern... nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875, München 1877, Sp. 975 1900: 228 (45 Wohngebäude)Kgl. Statistisches Bureau in München (Bearb.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern... [nach dem Ergebnis der Volkszählung vom 1. Dez. 1900], München 1904, Sp. 874 1937: 199 (196 Katholiken, 3 Protestanten)Buchner II, S. 558 1950: 307 (48 Wohngebäude) 1961: 250 (54 Wohngebäude) 1970: 273 1987: 321 (85 Wohngebäude, 102 Wohnungen) 2015: 424 (Stand: 31. Dezember; 208 männlich, 216 weiblich)Mitteilungsblatt Gemeinde Berg vom Februar 2016, S. 8

Einwohnerentwicklung der Gemeinde Stöckelsberg 1836 (4 Orte, 76 Häuser): 458Popp, Th. D. (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 145; Digitalisat 1861: 504 (110 Familien)Verzeichniß der Gemeinden des Königreichs Bayern mit ihrer Bevölkerung im Dezember 1861, München 1863, S. 103 1871 (4 Orte, 87 Wohngebäude): 452 (208 männlich, 244 weiblich; 447 Katholiken, 5 Protestanten; Viehbestand: 25 Pferde, 290 Stück Rindvieh, 169 Schafe, 255 Schweine, 24 Ziegen)Ortsverzeichnis Bayern 1875, Sp. 974, Digitalisat 1900 (4 Orte, 92 Wohngebäude): 479 (Katholiken; Viehbestand: 20 Pferde, 344 Stück Rindvieh, 149 Schafe, 373 Schweine, 34 Ziegen)Ortschaften-Verzeichnis..., München 1904, Sp. 874 1937 (4 Orte): 431 (428 Katholiken, 3 Protestanten)Buchner II, S. 558 1950 (4 Orte, 94 Wohngebäude): 577 1961 (4 Orte, 102 Wohngebäude): 491 1970 (4 Orte): 518 1972 (8 Orte): 639Nach der Volkszählung vom 27. Mai 1970;

Baudenkmäler Katholische Pfarrkirche SS. Simon und Judas Thaddäus, erbaut in der Frühgotik vor 1300, erweitert 1838, bis auf den Turm (Mitte 15. Jahrhundert) 1961/62 unter Pfarrer Johann Mayer neu erbaut. „Mirlschneiderhof“, ein Wohnstallhaus mit Halbwalmdach und Fachwerkobergeschoss, dazu der Stadel aus dem 18. Jahrhundert Ehemaliges Schulhaus, 1865 errichtetBuchner II, S. 559 Johann Nepomuk Mederer-Denkmal

Persönlichkeiten Johann Nepomuk Mederer (* 2. Juni 1734 in Stöckelsberg auf dem Lehnerbauernhof, † 13. Mai 1808 in Ingolstadt), Doktor der Philosophie und Theologie, Jesuit, Historiker und DramendichterGedenktafel an der Kirche; Informationstafel im Ort Anton Gmelch (* 4. Juni 1821, † 26. März 1905), katholischer Priester, Lehrer am Schullehrerseminar in Eichstätt, Landtagsabgeordneter in Lichtenstein, 1845–1847 Kooperator in StöckelsbergSchematismus der Diözese Eichstätt, Eichstätt 1848, S. 88 Willibald Apollinar Maier (* 19. Februar 1823; † 5. Mai 1874), katholischer Priester, Historiker und Publizist, 1847–1854 Kooperator in Stöckelsberg Pastoralblatt des Bisthums Eichstätt, 1874, Nr. 22, S. 90–92, Nr. 23, S. 93–95 Albert Löhner (* 2. Oktober 1948 in Stöckelsberg; † 26. Juli 2021 in Neumarkt in der Oberpfalz), Jurist und Politiker, Landrat des Kreises Neumarkt, Bürgermeister in Neumarkt in der Oberpfalz

Literatur

Gemeinde Stöckelsberg. In: Josef Breinl: Chronik der Grossgemeinde Berg. Mit Heimatgeschichte aller Ortsteile, Berg 1996, S. 102–110

Weblinks

Einzelnachweise

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