Dieser Artikel behandelt die französische Nationalmannschaft der Männer bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Dies war für Frankreichs Fußballer die 15. Teilnahme an einer Weltmeisterschaftsendrunde, bei der sie zum zweiten Mal nach 1998 den Titel gewannen.
Qualifikation Frankreich traf in der Europa-Gruppe A auf folgende Gegner:
Rang Mannschaft Tore Punkte 1 Frankreich 18:6 23 2 20px Schweden 26:9 19 3 20px Niederlande 21:12 19 4 20px Bulgarien 14:19 13 5 20px Luxemburg 8:26 6 6 20px Belarus 6:21 5
Frankreich - Schweden 2:1 und 1:2 Niederlande - Frankreich 0:1 und 0:4 Frankreich - Bulgarien 4:1 und 1:0 Luxemburg - Frankreich 1:3 und 0:0 Belarus - Frankreich 0:0 und 1:2
Aufgrund der Niederlage im sechsten Gruppenspiel gegen Schweden schien es für Frankreich noch einmal eng zu werden, doch sorgte bereits der folgende und überzeugend herausgespielteLe Monde beispielsweise sprach von einem „brilliant herausgespielten und erdrückenden Sieg“. Heimsieg gegen die Niederlande für eine gewisse Entspannung. Daran änderte auch das ebenfalls vor eigenem Publikum ausgetragene, als peinlich und teilweise sogar als „Fiasko“ bewertete, torlose Remis gegen die Nachbarn aus Luxemburg nicht mehr viel,siehe pars pro toto die kritische Einschätzung vom 4. September 2017 bei leparisien.fr weil am vorletzten Spieltag in Bulgarien – in zurückliegenden Jahrzehnten einer der größten Angstgegner („bête noire“) der Franzosen –Siehe beispielsweise L’Équipe/Gérard Ejnès: La belle histoire. L’équipe de France de football. L’Équipe, Issy-les-Moulineaux 2004, ISBN 2-9519605-3-0, S. 108f. und 202, und „Les Bleus face à leur bête noire“ vom 7. Oktober 2017 aus nrpyrenees.fr, worin außer auf Frankreichs wiederholtes Scheitern bei Qualifikationsspielen gegen Bulgarien auch auf seine extrem negative Auswärtsbilanz mit diesem Kontrahenten verwiesen wird. gewonnen werden konnte. Als Gruppensieger hatten die Bleus sich direkt für die WM-Endrunde in Russland qualifiziert. Dies gelang anschließend auch noch den zweitplatzierten Schweden, die sich in zwei Barrage-Spielen gegen Italien durchsetzten.
230px|Stammelf 2012/13
mini|100px|links|Djibril Sidibé mini|100px|links|Antoine Griezmann In diesen zehn Begegnungen hat Trainer Didier Deschamps häufig umgestellt, auch mehrfach mit unterschiedlichen Spielsystemen – insbesondere dem 4-2-3-1 und dem 4-3-3 − experimentiert sowie insgesamt 30 Spieler eingesetzt, von denen lediglich zwei (Sidibé und Griezmann) an sämtlichen Partien teilgenommen haben. Dabei ist ihm eine erhebliche Verjüngung des Kaders gelungen, denn exakt die Hälfte dieser Spieler war im Spätherbst 2017 erst höchstens 25 Jahre alt (Geburtsjahrgänge 1992 bis 1998).Im Einzelnen wurden berücksichtigt (Zahl der Einsätze in Klammern, wobei beispielsweise „3+2e“ bedeutet, dass der betreffende Spieler dreimal in der Startelf stand und weitere zweimal eingewechselt wurde):
Tor Hugo Lloris (9), Steve Mandanda (1)
Abwehr Djibril Sidibé (9+1e), Laurent Koscielny (8), Raphaël Varane (7), Samuel Umtiti (5), Layvin Kurzawa (5), Benjamin Mendy (2), Lucas Digne (2), Patrice Evra (1), Bacary Sagna (1), Christophe Jallet (1e)
Mittelfeld Dimitri Payet (5+3e), Blaise Matuidi (7), Paul Pogba (7), N’Golo Kanté (5+2e), Moussa Sissoko (5+1e), Thomas Lemar (3+1e), Kingsley Coman (2+1e), Corentin Tolisso (2), Adrien Rabiot (2e)
Angriff Antoine Griezmann (10), Olivier Giroud (7+1e), Kylian Mbappé (2+4e), Kevin Gameiro (2+1e), Alexandre Lacazette (1+2e), Nabil Fekir (3e), Anthony Martial (1+1e), Ousmane Dembélé (1+1e), André-Pierre Gignac (2e)
Torschützen Frankreichs 18 Treffer erzielten Giroud, Griezmann (je 4), Gameiro, Lemar, Payet, Pogba (je 2), Matuidi und Mbappé (je 1).
Aufgebot Gemäß FIFA-Regularien musste zunächst ein „provisorisches Aufgebot“ mit 30 Spielern benannt werden, das kurz vor Frankreichs erstem Gruppenspiel auf den endgültigen Kader aus drei Torhütern und 20 Feldspielern zu reduzieren war. bei fifa.com Trainer Deschamps hat sich allerdings, wie bereits bei der WM 2014 und der EM 2016, auch 2018 schon frühzeitig auf seine „endgültigen“ 23 Spieler festgelegt. Dieser Kreis wies bei Turnierbeginn ein Durchschnittsalter von exakt 26 Jahren und 10 Tagen auf – nur die Nigerianer waren noch jünger –,Artikel „Roulez, jeunesse!“ vom 15. Juni 2018 bei francefootball.fr und lediglich neun der Akteure hatten bereits eine Zahl von 20 und mehr A-Länderspielen bestritten.
Nr. Name Verein Geburtstag(Alter) Spiele(Tore) WM-Spiele/(Startelf) WM-Tore Tor 23 Alphonse Aréola Paris Saint-Germain FC 27. Feb. 1993 (25) 0 (0) ohne Einsatz 1 Hugo Lloris Tottenham Hotspur (ENG) 26. Dez. 1986 (31) 98 (0) 6 / (6) 0 0 0 0 16 Steve Mandanda Olympique Marseille 28. März 1985 (33) 27 (0) 1 / (1) 0 0 0 0 Abwehr 21 Lucas Hernández Atlético Madrid (SPA) 14. Feb. 1996 (22) 5 (0) 7 / (7) 0 (1)+1 0 0 3 Presnel Kimpembe Paris Saint-Germain FC 13. Aug. 1995 (22) 2 (0) 1 / (1) 0 0 0 0 22 Benjamin Mendy Manchester City (ENG) 17. Jul. 1994 (23) 7 (0) 1 / (0) 0 0 0 0 2 Benjamin Pavard VfB Stuttgart (DEU) 28. März 1996 (22) 6 (0) 6 / (6) 1 (1) 0 0 17 Adil Rami Olympique Marseille 27. Dez. 1985 (32) 35 (1) ohne Einsatz 19 Djibril Sidibé AS Monaco 29. Jul. 1992 (25) 17 (1) 1 / (1) 0 0 0 0 5 Samuel Umtiti FC Barcelona (SPA) 14. Nov. 1993 (24) 19 (2) 6 / (6) 1 0 0 0 4 Raphaël Varane Real Madrid (SPA) 25. Apr. 1993 (25) 42 (2) 7 / (7) 1 0 0 0 Mittelfeld 13 N’Golo Kanté FC Chelsea (ENG) 29. März 1991 (27) 24 (1) 7 / (7) 0 2 0 0 8 Thomas Lemar AS Monaco 12. Nov. 1995 (22) 12 (3) 1 / (1) 0 0 0 0 14 Blaise Matuidi Juventus Turin (ITA) 9. Apr. 1987 (31) 67 (9) 5 / (4) 0 (2) 0 0 15 Steven Nzonzi FC Sevilla (SPA) 15. Dez. 1988 (29) 4 (0) 5 / (1) 0 0 0 0 6 Paul Pogba Manchester United (ENG) 15. März 1993 (25) 54 (9) 6 / (6) 1 (1) 0 0 12 Corentin Tolisso Bayern München (DEU) 3. Aug. 1994 (23) 9 (0) 5 / (2) 0 (1) 0 0 Angriff 11 Ousmane Dembélé FC Barcelona (SPA) 15. Mai 1997 (21) 12 (2) 4 / (2) 0 0 0 0 18 Nabil Fekir Olympique Lyon 18. Jul. 1993 (24) 12 (2) 6 / (0) 0 0 0 09 Olivier Giroud FC Chelsea (ENG) 30. Sep. 1986 (31) 74 (31) 7 / (6) 0 (1) 0 0 7 Antoine Griezmann Atlético Madrid (SPA) 21. März 1991 (27) 54 (20) 7 / (7) 4 0 0 0 10 Kylian Mbappé Paris Saint-Germain FC 20. Dez. 1998 (19) 15 (4) 7 / (6) 4 (1)+1 0 0 20 Florian Thauvin Olympique Marseille 26. Jan. 1993 (25) 4 (0) 1 / (0) 0 0 0 0 Trainerstab Didier Deschamps Cheftrainer (Sélectionneur) 15. Okt. 1968 (49) Guy Stéphan Co-Trainer 17. Okt. 1956 (61)
Deschamps hatte zudem einen Kreis von elf Reservisten benannt, aus denen er bei Bedarf Spieler des 23er-Kaders hätte ersetzen können.nach dem Artikel „Liste der 23 Blauen für die Weltmeisterschaft“ vom 17. Mai 2018 bei lequipe.fr Dabei handelt es sich um Torwart Benoît Costil (Girondins Bordeaux), die Abwehrspieler Mathieu Debuchy (AS Saint-Étienne), Kurt Zouma (Stoke City), Mamadou Sakho (Crystal Palace) und Lucas Digne (FC Barcelona), für das Mittelfeld Adrien Rabiot (Paris Saint-Germain), Moussa Sissoko (Tottenham Hotspur) und Kingsley Coman (Bayern München) sowie die Angreifer Anthony Martial (Manchester United), Wissam Ben Yedder (FC Sevilla) und Alexandre Lacazette (FC Arsenal).
Auf zwei Spieler, die bis zuletzt zum Stamm der Bleus zählten, mussten die Franzosen verletzungsbedingt verzichten, nämlich auf Laurent Koscielny (FC Arsenal) und Dimitri Payet (Olympique Marseille).
Vorbereitung, Unterkunft und Prämienregelung Vorbereitungsspiele waren ab März 2018 vereinbart gegen Kolumbien (2:3), anschließend beim WM-Gastgeber (3:1) sowie gegen Irland (2:0), Italien (3:1) und die USA (1:1).
Am 11. Juni hat der französische Tross Quartier im Hotel „Hilton Garden Inn Moscow New Riga“ in Kostroma (Stadtkreis Istra, Oblast Moskau), knapp 60 km westlich von Moskau entfernt, bezogen.nach der Meldung vom 2. Dezember 2017 bei fff.fr Die Kleinstadt weist den Vorteil auf, dass der Flughafen Scheremetjewo nicht weit entfernt liegt. Trainingsmöglichkeiten hat die Mannschaft im „Glebowez-Stadion“ im benachbarten Glebowski.
Wie schon seit der Europameisterschaft 2012 üblich, teilen sich die Spieler einen 2018 auf 30 % festgelegten Anteil des Betrages, den die FIFA an den französischen Verband überweisen wird. Voraussetzung dafür ist das Erreichen des Viertelfinales. Aufgrund des Titelgewinns betrug die Prämie insgesamt knapp 10 Millionen Euro, also rund 430.000 Euro pro Spieler.Artikel „Une (belle) carotte pour les Bleus“ in France Football vom 19. Juni 2018, S. 4
Spiele bei der WM-Endrunde Für die Auslosung der Gruppen wurden die Franzosen zum Zeitpunkt, als die Lostöpfe auf Basis der FIFA-Weltrangliste festgelegt wurden (Oktober 2017), als Siebtplatzierte dem Topf 1 zugeordnet.
Vorrunde In der Vorrundengruppe C waren Peru, Dänemark und Australien die ersten Gegner der Bleus.
Gegen Australien hatten die Franzosen zuvor viermal gespielt, zuletzt im Oktober 2013 mit einem 6:0-Erfolg, gegen Peru sogar erst einmal – und dabei im April 1982 in Paris mit 0:1 verloren. Bei einer Weltmeisterschaftsendrunde ist Frankreich gegen beide noch nie angetreten. Die Australier konnten beim Konföderationen-Pokal 2001 ihren einzigen Sieg – ebenfalls mit 1:0 – gegen die Bleus verzeichnen, die dort allerdings sämtliche anderen Partien für sich entschieden und den Wettbewerb gewannen.Mit Dänemark hingegen war es schon zu 15 Begegnungen gekommen, von denen Frankreich acht gewonnen und sechs verloren hatte. Darunter war in der Frühzeit des Fußballs die höchste Niederlage seiner Länderspielgeschichte, ein 1:17 beim olympischen Fußballturnier 1908. Zweimal waren diese beiden Nationalmannschaften auch schon zu WM-Gruppenspielen aufeinander getroffen; 1998 gewann Frankreich mit 2:1, 2002 die Dänen mit 2:0.Artikel „Bis hierhin läuft alles gut“ in France Football vom 5. Dezember 2017, S. 38–42
Rang MannschaftTorePunkte 1 Frankreich 3:1 7 2 20px Dänemark 2:1 5 3 20px Peru 2:2 3 4 20px Australien 2:5 1
Sa., 16. Juni 2018, 12:00 Uhr MESZ, in Kasan Frankreich – Australien 2:1 (0:0)Do., 21. Juni 2018, 17:00 Uhr MESZ, in Jekaterinburg Frankreich – Peru 1:0 (1:0)Di., 26. Juni 2018, 16:00 Uhr MESZ, in Moskau Frankreich – Dänemark 0:0
Im Auftaktmatch vertraute Deschamps auf eine extrem junge Mannschaft, deren Durchschnittsalter 24,5 Jahren betrug und in der fünf Spieler lediglich über die Erfahrung aus maximal 15 A-Länderspielen verfügten. In einer durchaus offenen Partie, in der die Elf im 4-3-3 antrat und bei der der Trainer nach 70 Minuten zwei „frische“ Angreifer einwechselte, fiel Frankreichs Siegtreffer durch ein Eigentor von Aziz Behich, der einen Schuss von Pogba abfälschte, erst relativ kurz vor Schluss. Deschamps kritisierte anschließend, bis auf die erste Viertelstunde mit vier präzisen Torschüssen habe die Offensivreihe Griezmann–Mbappé–Dembélé es an Tempo vermissen lassen: „Die Dreierspitze hat den Kängurus lediglich ihre Milchzähne gezeigt“.Artikel „Ein Angriff, der noch geölt werden muss“ vom 16. Juni 2018 bei francefootball.fr Entsprechend benotete France Football deren Leistungen lediglich mit zwei (Dembélé), drei (Griezmann) und vier (Mbappé) – die Bestnote in Frankreich ist die zehn –, wohingegen Torhüter Lloris und der defensive Mittelfeldakteur Kanté als die beiden einzigen bezeichnet wurden, die bereits WM-Niveau bewiesen hätten.Spielnoten gegen Australien von francefootball.fr