mini|Peter Petrel (2014) Peter Petrel (* 14. April 1940 als Peter Sauer in Bad Frankenhausen/Kyffhäuser; † 18. September 2026 in Koblenz) war ein deutscher Sänger. Sein Repertoire umfasste Schlager, volkstümliche Musik, Shanties, Folk, Blues, Gospel, Jazz, Dixieland, Swing und Pop.

Zu seinen größten Solo-Erfolgen zählen die Titel Ich fahr’ so gerne Rad, Kalle mit der Kelle, Ich bin viel zu bescheiden, Ich bin wieder mal auf ’nem ganz falschen Dampfer sowie In Hamburg ist noch Licht an. Außerdem gelang ihm als Teil des Duos Windows der Nr.-1-Hit How Do You Do und mit der Rentnerband der Charterfolg Hamburger Deern, den er auch in sein Soloprogramm aufnahm.

Leben und Karriere Peter Petrel wurde zunächst als Skiffle- und als Jazz-Sänger bekannt. Sein erster öffentlicher Auftritt war im Jahr 1958. Ab 1960 trat er mit der Johnny’s New Orleans Jatzband in Jazzclubs und bei Festivals auf. 1968 wurde er mit dem Preis „Goldenes Mikrophon“ als bester Jazzsänger ausgezeichnet. Im November 1968 nahm er bei Polydor seine erste Single Viel zu spät unter seinem bürgerlichen Namen Peter Sauer auf. 1970 hatte Petrel einen Auftritt beim 1. Internationalen Songfestival in Tokio, wo er den achten Platz unter 46 Länderteilnehmern belegte.

Anfang der 1970er wurde Petrel von Abi Ofarim für dessen Plattenlabel PROM unter Vertrag genommen. Die beiden PROM-Produktionen Kinder des Lichts und Es liegt nur an Dir wurden als Singles beim Label Philips veröffentlicht. Die Zusammenarbeit mit Abi Ofarim war aber nicht erfolgreich.

1972 hatte er zusammen mit Jeannie McKinley als Duo Windows den Hit How Do You Do. Die Windows waren ein paar Tage früher mit der englischen Fassung auf dem deutschen Markt als Mouth & MacNeal aus den Niederlanden. Sie wurde ein Nummer-eins-Hit, erst danach kam eine deutsche Fassung von How Do You Do auf den Markt. Beide Fassungen verkauften sich zusammen in der Interpretation der Windows über eine Million Mal. McKinley zog später nach Schottland und wurde Mutter von vier Söhnen.

Ab 1974 war Petrel Mitglied der Hamburger-Szene-Band Rentnerband und wirkte auf dem Album … alles klar (Aufnahmezeit Juni bis August 1974)Cover-Rückseite von … alles klar bei bertelsmann.com mit. Mit dieser Gruppe hatte er den Hit Hamburger Deern, eine deutsche Version des Lieds Liverpool Lou von The Scaffold. Es war ab dem 2. Dezember 1974 für 16 Wochen in den deutschen Charts.Hamburger Deern bei chartsurfer.de Ferner wurde das Lied mit der Goldenen Europa ausgezeichnet. Im Jahr 2004 nahm Petrel Hamburger Deern mit der Gruppe De Räuber neu auf.

Ende 1974 setzte Petrel seine Karriere als Solo-Interpret bei Hansa Records fort und hatte am 30. November 1974 einen Auftritt in der Aktuellen Schaubude mit dem Titel Ich wär gern dein treuer Diener,info – Neuer Start im Wochenend-Magazin, Seite 11 im Hamburger Abendblatt Nr. 279 vom 30. November 1974 den er auch auf Englisch unter dem Titel Let me be your Entertainer sang.

Die Rentnerband, ursprünglich nur als Gag gegründet,Karsten Flohr: Darum scheiterte die Rentnerband: Geplatzt, weil der Erfolg zu groß war im Hamburger Abendblatt Nr. 25, Seite 4 vom 30. Januar 1975 hatte mit Petrel Anfang 1975 ihren ersten Auftritt,info – Rentnerband im Wochenend-Magazin, Seite 9 im Hamburger Abendblatt Nr. 285 vom 7. Dezember 1974 tourte daraufhin und veröffentlichte 1975 das Album Revue.

Als Solointerpret konnte er im Jahr 1980 mit der Single Ich bin viel zu bescheiden einen Charterfolg in Deutschland landen. Durch den kommerziellen Erfolg bekam Petrel auch zwei eigene Fernsehshows, die das ZDF produzierte. 1979 entstand mit Barry Sarluis das Album Jazz und ähnliches. 1981 erhielt er den Deutschen Schallplattenpreis für die Dixielandplatte Happy Music Every Day mit der Sir Gusche Band. Seit Ende der 1980er Jahre trat er mit der Band The Swinging Petrels auf, die den Genres Traditional Jazz, Swing und Soul zuzuordnen ist. Ferner spielte Petrel auch mit Bands wie Old Merry Tale Jazzband und dem Gypsy Swingtett von Lulu Reinhardt zusammen. Der Jazz brachte ihn nach Kanada und in die USA, in die Niederlande, nach Schweden, in die Schweiz und nach Singapur und Hongkong. Seit dem Jahr 2000 war er mit Peter Wicherts New Orleans Connection Ehrenbürger in New Orleans.

1990 war Peter Petrel mit dem von Bianca komponierten Titel Fährmann, hol über bei der Vorentscheidung zum Grand Prix der Volksmusik vertreten. Einen Erfolg hatte er im selben Jahr beim niedersächsischen Wettbewerb Lieder, so schön wie der Norden 1990, bei dem er mit dem Lied In Hamburg ist noch Licht an den vierten Platz belegte.

Im Jahr 2004 veröffentlichte der Musikmanager Ulrich Eichblatt das Gesamtwerk der Windows auf zwei CDs. How Do You Do und andere Titel wurden mit der Sängerin Tina Wulf neu aufgenommen. Seitdem trat Petrel zusammen mit Wulf wieder als Duo Windows auf. 2005 wurden sie auch privat ein Paar.Peter Petrel in den Menschen des Tages, Schmusa, 14. April 2025

Ab 2006 war Petrel Vizepräsident der Old Jazz Union Deutschland e. V.

Neben seinen Auftritten bei Veranstaltungen im In- und Ausland war er regelmäßig Gast in diversen Musik- und Unterhaltungsshows des Fernsehens, so z. B. in der ZDF-Hitparade, in Disco, Musik ist Trumpf, Einer wird gewinnen, Zum Blauen Bock, Musik liegt in der Luft und im ZDF-Fernsehgarten. Seinen letzten Fernsehauftritt hatte er im Jahr 2021 in der Musiksendung Schlager-Spaß mit Andy Borg.

Petrel lebte in Koblenz-Metternich. Er war in zweiter Ehe verheiratet mit Tina Wulf. Aus erster Ehe hatte er zwei Töchter und einen Sohn (Kai Peterson), der ebenfalls im Musikgeschäft tätig ist. Im September 2026 starb er im Alter von 86 Jahren in Koblenz.Peter Petrel gestorben: Schlagerstar wurde 86, zeit.de, 19. September 2026 (dpa-Meldung)

Diskografie Solokarriere

Mit den Windows

Mit der Rentnerband

Studioalben Jahr TitelMusiklabel Anmerkungen 1974 …alles KlarReprise Records (REP) Erstveröffentlichung: 1974 1975 RevueWarner Bros. Records (WBR) Erstveröffentlichung: 1975

Fernsehauftritte (Auswahl) Eigene Fernsehshows 1984: …viel zu bescheiden… (ZDF) 1988: Ein Mann wie ein Baum (ZDF) (Quelle: )

Als Gast 1968: Talentschuppen 1972–1978: Die Drehscheibe (4 Folgen) 1972–1982: ZDF-Hitparade (15 Folgen) 1974–1981: Aktuelle Schaubude (2 Folgen) 1975: Disco 1977: Die Montagsmaler 1978: Ein Tag im Herbst – Musik und Impressionen aus einer großen Stadt (Fernsehspecial) 1980: Zwischenmahlzeit 1980: Jetzt geht die Party richtig los (Silvesterspecial) 1981: Musik ist Trumpf 1981: Mit Schwung ins Neue Jahr (Silvesterspecial) 1983: Einer wird gewinnen 1983–1986: Zum Blauen Bock (2 Folgen) 1984: ARD Wunschkonzert 1984: Musik liegt in der Luft (Fernsehspecial) 1985: Zug um Zug – 150 Jahre Deutsche Eisenbahnen (Fernsehspecial) 1987: Start ins Glück (Fernsehspecial) 1990: Grand Prix der Volksmusik 1990: Lieder so schön wie der Norden 1993–1996: Musik liegt in der Luft (4 Folgen) 1995–1999: ZDF-Fernsehgarten (3 Folgen) 2004: Die ultimative Chartshow 2005: Musik Legenden: Chris Howland 2008: Die Hit-Giganten 2008: DAS! 2021: Schlager-Spaß mit Andy Borg (Quelle: )

Auszeichnungen 1968: Goldenes Mikrophon 1972: Goldene Europa 1981: Deutscher Schallplattenpreis für das Dixieland-Album Happy Music Every Day 2000: Ehrenbürger von New Orleans 2015: Nord Award für sein LebenswerkPeter Petrel bricht mit Schlaganfall zusammen Holsteinischer Courier, 5. Januar 2015

Quellen

Weblinks

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