Als Grand Area () bzw. Grand Area Planning bezeichnet man die von Strategen der USA konzipierte Definition ihrer globalen Interessen, insbesondere die geographische Ausbreitung ihrer Einflusszone.
Council on Foreign Relations Das besagte Konzept beruht zum ersten auf einem gleichnamigen Memorandum vom 24. Juli 1941, also zu der Zeit, als der Zweite Weltkrieg schon im Gange war, der Kriegseintritt der USA aber noch bevorstand. Dieses Memorandum wurde vom Council on Foreign Relations (CFR) verfasst und an Präsident Franklin D. Roosevelt zur Kenntnisnahme weitergeleitet.
In dieser Denkschrift wird derjenige Teil der Welt bestimmt, den die Vereinigten Staaten wirtschaftlich wie militärisch beherrschen bzw. dominieren wollen, um sich die Rohstoffressourcen dieser Gebiete für die eigenen Bedürfnisse aneignen zu können. Die Umrisse einer solchen Planung waren schon in den 1930er Jahren entstanden.
Als ureigenstes Interessengebiet definierte man Lateinamerika, Europa und sämtliche Regionen des Britischen Empires, Niederländisch-Ostindien (Indonesien), China und Japan sowie den ölreichen Nahen Osten. Es handelte sich also auch um Gebiete, die 1941 von den Achsenmächten Japan und dem Deutschen Reich beansprucht bzw. längst okkupiert worden waren. Zudem hielt man sich die Option einer weiteren Ausdehnung offen.
Daneben wurde die Schaffung von globalen Finanzinstitutionen zur Stabilisierung des internationalen Währungssystems und der Begünstigung von Investitionen skizziert – Überlegungen, die 1944 im System von Bretton Woods mündeten.
Policy Planning Study 23 Eine weitere Beschreibung findet vom führenden Mitarbeiter des Planungsstabes (Policy Planning Staff) im State Departement, George F. Kennan statt. Die streng geheime Schrift Policy Planning Study 23 (PPS/23) vom 28. Februar 1948 besagt, dass die besiegten und besetzten Mächte Deutschland und Japan als Aktivposten einer kapitalistischen Weltordnung wieder aufgebaut werden müssen, was mithilfe der Ressourcen der sog. Dritten Welt geschehen soll. In dieser Weltordnung soll allein der Freihandel und die Dominanz der westlichen Zivilisation vorherrschen.
Auszug aus der Policy Planning Study, Kapitel VII. Far East, S. 524:
Policy Planning Study 23 steht im engen Zusammenhang mit der ebenfalls von Kennan entwickelten Containment-Politik und der sich daraus ableitenden Domino-Theorie.
Literatur Princeton Studies in International History and Politics: George F. Kennan and the Making of American Foreign Policy, 1947–1950. 1993, ISBN 0-691-02483-9. Noam Chomsky: Language and Politics, 2004, ISBN 1-902593-82-0, S. 503 f. Jerry Mander und Edward Goldsmith (Hrsg.): Schwarzbuch Globalisierung. München 2004, ISBN 3-442-15263-1. Michael Wala: The Council on Foreign Relations and American foreign policy in the early Cold War. Berghahn Books, Providence, RI 1994, ISBN 1-57181-003-X. A. Kai-Uwe Lange: George Frost Kennan und der Kalte Krieg. Eine Analyse der Kennanschen Variante der Containment Policy, Lit-Verlag 2001, ISBN 3-8258-5436-1.
Einzelnachweise
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