Edite Grinberga (* 1965 in Riga) ist eine deutsch-lettische zeitgenössische Malerin. Ihr Werk ist stilistisch zwischen den Interieurdarstellungen der Alten Meister und dem Fotorealismus zu verorten.
Leben und Werk Edite Grinberga wurde 1965 in Riga, Lettland geboren. Sie besuchte von 1975 bis 1982 die Jānis Rozentāls Art High School (Jaņa Rozentāla Rīgas Mākslas vidusskola) und studierte anschließend von 1983 bis 1988 an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Riga Malerei und Textilgestaltung. Zuerst arbeitete sie in Riga im Bereich Installation, Objektkunst und Theaterkostüm. Nach Öffnung der Grenzen folgte im Jahr 1990 der Umzug nach Berlin, fortan widmete sich Edite Grinberga gänzlich der figurativen Malerei. Es entstand ein fotorealistisches Œuvre in der Bildtradition der Niederländischen Interieurmalerei des 19. Jahrhunderts, insbesondere der Werke des dänischen Malers Vilhelm Hammershøi, immer wieder auch mit Reminiszenzen an die eindrucksvolle Verwendung des Lichts des niederländischen Barockmalers Jan Vermeer van Delft. Mit einem präzisen Pinselstrich und in der sie charakterisierenden lasierenden Maltechnik, fängt sie die Flüchtigkeit des Augenblicks ein, begibt sich auf der Suche nach der Poesie des Alltäglichen und materialisiert den Klang der Stille auf der Leinwand. Dezent werden einzelne Gegenstände, wie Musikinstrumente oder Gemälde von Vermeer als allegorische Sinnbilder auf das Vergängliche und Schöne in das Bildgeschehen gerückt. Auf eine reiche Staffage wird zu Gunsten der Bildkomposition verzichtet: das sich ablösende Wechselspiel von Licht und Schatten, das Chiaroscuro, wird zum dominierenden Moment, fließende Übergänge zwischen Hell- und -Dunkeltönen schaffen ein harmonisches Ensemble,Nolte, Michaela: Fast fotorealistisch: Malerei von Edite Grinberga. Mein liebstes Negligé. Erschienen am 10. März 2013 in Der Tagesspiegel welches von der Kunstkritik in der Paraphrase der „poetischen Malerei“ ihren wohl prägnantesten Ausdruck fand. So gehen ihre Stillleben über die reine Abbildlichkeit hinaus, überwinden die spröde Statik, die dieser Gattung anhaftet. Jener magische Realismus, der in Giorgio de Chiricos Bildwelten ihren Meister fand, tritt auch in Edite Grinbergas Werk zu Tage. Edite Grinberga wurde 2011 durch ein Stipendium des Santa Fe Art Institute gefördert und auf nationalen und internationalen Messen gezeigt, wie der Art Karlsruhe, Art Zürich und Art Miami. Sie wird von der Galerie Friedmann-Hahn vertreten.
Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 2017: Zwischenzeit, Galerie Friedmann-Hahn, Berlin 2015: Geteiltes Licht. Malerei 2012–2015, Galerie Friedmann-Hahn, Berlin 2014: Edite Grinberga, Mimi Ferzt Gallery, New York 2013: Takt der Stille, Galerie Barbara von Stechow, Frankfurt am Main 2013: Edite Grinberga, Kunstkreis Hameln, Hameln 2013: Edite Grinberga, Kunstverein Schöningen, Schöningen 2013: Edite Grinberga, Kunstverein zu Hohenaschau, Hohenaschau 2012: Edite Grinberga. Malerei 2009–2012, Galerie Friedmann-Hahn, Berlin 2011: Edite Grinberga, Galerie Esquisse, Nyon 2010: Warten auf Vermeer, Galerie Friedmann-Hahn, Berlin 2009: Edite Grinberga, Museum im Waldemarturm, Dannenberg 2008: Edite Grinberga, Galerie Lindern, Lindern 2007: Edite Grinberga, Galerie Golkar, Köln 2006: Edite Grinberga, Galerie für Zeitgenössische Kunst, Sylt 2005: Edite Grinberga, Galerie Thea Fischer-Reinhardt, Berlin 2003: Edite Grinberga, Skulpturenpark Katzow, Katzow 2002: Edite Grinberga, St. Thomas-Kirche Berlin, Berlin 1997: Edite Grinberga, Abguss-Sammlung Antiker Plastik der Freien Universität Berlin, Berlin
Gruppenausstellungen 2017: Elevation – In den Tiefen der Oberfläche, Kunstverein Kiss, Abtsgmünd 2015: Through the Looking Glass, Zimmerli Art Museum, New Jersey 2015: Bamequinox 2015, Museum Ixchel, Guatemala-Stadt 2015: St-Art Strasburg, Galerie Stefano Forni, Bologna 2014: Behausung, Galerie Verein Berliner Künstler, Berlin 2011: Lettische angewandte Kunst heute und gestern, Riga 2010: Naturansichten, Galerie Alte Schule, Adlershof 2006: Homeland, Kommunale Galerie Wilmersdorf, Berlin 2000: The Tiny Happiness, the Great Longing, BBK Darmstadt, Darmstadt 1996: Gruppenausstellung, Galerie Hofkunst, Berlin 1995: Das kleine Glück, die große Sehnsucht, BBK Darmstadt, Darmstadt 1994: Dezembersalon, Galerie Taube, Berlin 1989: Latvian Avantguarde, Staatliche Kunsthalle Berlin, Berlin 1987: Young Artists of USSR, Moskau 1986: Young Artists of Latvia, Riga
Werke in Museen Ihre Werke befinden sich in internationalen privaten und öffentlichen Sammlungen, darunter im Staatlichen Museum für Bildende Künste, Lettland, im Zimmerli Art Museum Rutgers, New Jersey, USA und im Museum am Dom, Würzburg.
Rezeption
Literatur Ludwig Seyfarth: Edite Grinberga – Zwischenzeit. Berlin: Verlag der Galerie Friedmann-Hahn, 2017 Elisabeth Binder: Großes tun für die Kleinsten. Erschienen am 17. Oktober 2017 in: Der Tagesspiegel Artikel online Harry Lehmann: Edite Grinberga. Geteiltes Licht. Malerei 2012–2015. Berlin: Verlag der Galerie Friedmann-Hahn, 2015 Digitalisierter Katalog Richard Peter: Inszenierte Bilderwelten. Erschienen am 18. März 2013 in Deister- und Weserzeitung, S. 31 Artikel online Michaela Nolte: Fast fotorealistisch: Malerei von Edite Grinberga. Mein liebstes Negligé. Erschienen am 10. März 2013 in Der Tagesspiegel Artikel online Marianne Winter: Der Zauber des Lichts. Erschienen 2013 in Braunschweiger Zeitung Artikel online Anonymer Autor: Die Künstlerin Edite Grinberga zeigt den Takt der Stille. Erschienen 2013 in Helmstedter Zeitung Artikel online Gertie Falk: Standbilder aus dem Tanz des Lebens. Erschienen 2013 in Aschauer Zeitung Artikel online Sophie Gerlach: Edite Grinberga. Malerei 2009–2012. Berlin: Verlag der Galerie Friedmann-Hahn, 2012 Digitalisierter Katalog
Weblinks Website der Künstlerin Videos und Werke der Künstlerin auf der Seite ihrer Galerie Friedmann-Hahn
Einzelnachweise
Kategorie:Bildender Künstler (Berlin) Kategorie:Maler des Fotorealismus Kategorie:Künstler (Riga) Kategorie:Deutscher Kategorie:Lette Kategorie:Geboren 1965 Kategorie:Frau