Der Becherbach ist ein gut zweieinhalb Kilometer langer orographisch rechter Zufluss des Odenbaches auf dem Gebiet der rheinland-pfälzischen Landkreise Bad Kreuznach und Kusel. Er gehört zum Naturraum Moschelhöhen des Nordpfälzer Berglandes.
Name Der Name ist eine Komposition aus -bach und mhd. becher für 'Pechbrenner'. Nach ihm benannt sind das gleichnamige Dorf und die dieses umfassende Ortsgemeinde (Verbandsgemeinde Nahe-Glan, Landkreis Bad Kreuznach), wo er entspringt.
Geographie Verlauf mini|Das Wassereinzugsgebiet der Becherbach-Quellen oberhalb des Ortes Die Quelle des Becherbachs liegt auf einer Höhe von etwa nordöstlich des gleichnamigen Dorfes und nördlich der Landesstraße 385. Lange Zeit floss der Bach von dort als offener Graben ins Dorf und speiste einen großen Brandweiher in der Ortsmitte, der 1961/62Bernhard Becker, „Beiträge zur Geschichte des Dorfes Becherbach seit Ende des 18. Jahrhunderts“, in Walter Schitter: Becherbach, Gangloff und Roth: Chronik dreier Dörfer, hg. v. der Ortsgemeinde Becherbach, 1992, 203–242, hier 204 f. endgültig beseitigt wurde. Heute durchquert der Bach große Teile des Ortes in Rohren und tritt erst unterhalb des Dorfes wieder endgültig ans Tageslicht.Simone Wolff, „Die Quellen und Bäche“, in Walter Schitter: Becherbach, Gangloff und Roth: Chronik dreier Dörfer, hg. v. der Ortsgemeinde Becherbach, 1992, S. 51–58, hier 53 f.
Nach dem örtlichen Sportplatz, wo links der Leimbach einmündet, mäandert der Bach in einem Gehölzstreifen zunächst in westlicher Richtung und wird dabei zur Linken von der L 385 begleitet. Bei der Flur Wooswiesen unterquert der Bach dann die Landstraße und fließt in einem leichten Bogen südlich von ihr durch ein enges und bewaldetes Tal zwischen dem Horn () dem Südwestsporn des Sperblings im Norden und dem hohen Sohlberg im Süden. Kurz darauf wird er in der Flur Am Gürtel auf seiner rechten Seite von der aus dem Hallerwald kommenden Salzleck gespeist. Der Becherbach passiert dann nördlich der Anhöhe Teufelsaltar () die Kreisgrenze und betritt dabei das Gebiet der zum Landkreis Kusel und zu der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein gehörenden Ortsgemeinde Ginsweiler.
Er läuft nun am Nordrand des Pfarrwaldes und am Südhang des hohen Kohlberges entlang und erreicht bei einer Trauerhalle das Ortsbild des Dorfes Ginsweiler. Kurz darauf kreuzt er die L 385 (Becherbacher Straße), quert dann die L 382 und mündet schließlich westlich von Ginsweiler in der Nähe eines Sendemastes auf einer Höhe von etwa von rechts in den aus dem Süden kommenden Odenbach.
Zuflüsse SalzleckGraben auf LANISName bei Germany (XIX century) (rechts), 0,6 kmEigenmessung auf LANIS Leimbachhttps://geodaten.naturschutz.rlp.de/kartendienste_naturschutz/index.php?lang=de&zl=28&x=404716.29491832&y=5500355.513526&bl=tk_rlp_tms_farbe&bo=1&lo=1,0.8,0.8,0.8,NaN&layers=grenzen_land,grenzen_landkreis,bt_f,bt_l,bt_p&service=kartendienste_naturschutz auf LANISSimone Wolff, „Die Quellen und Bäche“, in Walter Schitter: Becherbach, Gangloff und Roth: Chronik dreier Dörfer, hg. v. der Ortsgemeinde Becherbach, 1992, S. 51–58, hier 55. (links)
Daten Der Becherbach entwässert über den Odenbach, den Glan, die Nahe und den Rhein in die Nordsee. Der Höhenunterschied von seiner Quelle bis zu seiner Mündung beträgt 119 m, was bei einer Lauflänge von ungefähr 2,5 km einem mittleren SohlgefälleSohlgefälle, Spektrum.de von etwa 48 ‰ entspricht.
Natur und Umwelt Am Bach entlang stehen Bruchweiden, Eschen, Schwarzerlen sowie Feld- und Bergahorne. Unten in der Krautschicht entwickelt sich das Drüsige Springkraut, die Große Brennnessel, die Waldzwenke, der Gewöhnliche Wurmfarn und der Waldziest.
An den Hängen des Hasenberges nördlich des Baches, wo er unterhalb des Dorfes ans Tageslicht tritt, liegt eine Streuobstwiese. Dort stehen Birn-, Walnuß-, Apfel- und Zwetschgenbäume und unten am Boden wächst dort die Wiesenschafgarbe, das Weiße Labkraut, das Wiesenknäuelgras und der Glatthafer.
Etwas weiter westlich am südsüdöstlichen Fuße des Horns befindet sich eine ebenerdige Baumhecke mit Stieleichen und Feldahorne sowie Haselnuss- und Weißdornsträuchern und am Boden wächst das Wiesenknäuelgras.
Am südwestlichen Fuße des Horns liegt ein bachbegleitender Eichen-Hainbuchenwald, in dem Traubeneichen, Hainbuchen, Feldahorne sowie Speierlinge und Süßkirschbäume stehen. In der Strauchschicht kommt der Weißdorn, Elsbeere, die Liguster und die Kriechende Rose vor. Unten am Boden in der Kräuterschicht entfalten sich dort die Schwarze Platterbse, der Stinkende Nieswurz, der Salbeigamander, das Hain-Rispen- und das Einblütige Perlgras sowie die Pfirsichblättrige- und die Nesselblättrige Glockenblume.
Am Südhang des Kohlberges befindet sich ein etwa 6,9 ha großes Rosen-Weißdorn-Gebüsch mit Schlehen, Stieleichen, Feldahorne, Liguster, Gemeine Waldreben, Süßkirsch-, Wildbirn- und Elsbeerbäumen sowie Blauroter Hartriegel-, Eingrifflige Weißdorn-, Hundsrose- und Brombeersträuchern. Am Boden gedeiht dort der Mittlere Klee, der Gemeine Dost, die Ackerwitwenblume, die Dürrwurz, das Kleine Habichtskraut, die Walderdbeere, die Zypressenwolfsmilch, die Große Kugeldistel, die Aufrechte Trespe, die Fiederzwenke, der Gewöhnliche Glatthafer, der Weinberglauch und der Kleine Odermennig.
Mitten im westlichen Bereichs des Gebüschkomplexes liegt eine 0,7 ha große blütenreiche Fettwiese mit kleinen artenreichen und flachgründigen Magerstellen. In dieser Wiese wächst die Zaunwicke, der Löwenzahn, der Körnersteinbrech, der Kleine Wiesenknopf, der Wiesen-Sauerampfer, der Knollige Hahnenfuß, der Mittlere Wegerich, die Kriechende Hauhechel, die Ackerwitwenblume, die Wilde Möhre, der Pyrenäenstorchschnabel, das Wiesenknäuelgras, die Wegwarte, der Weinberglauch, der Kleine Odermennig, die Wiesenschafgarbe, das Weiße Lab- und das Frühlingsfingerkraut sowie der Glatt-, der Gold-, der Horn-, der Weiß- und der Wiesenklee.
Weblinks Verlauf des Becherbachs auf Verlauf des Becherbachs auf Karte Germany (XIX century) bei Mapire The Historical Map Porta Der Becherbach mit Einzugsgebiet auf dem
Einzelnachweise
Kategorie:Gewässer in der Westpfalz Kategorie:Gewässer im Landkreis Kusel Kategorie:Gewässer im Landkreis Bad Kreuznach Kategorie:Becherbach (Pfalz) Kategorie:Ginsweiler