mini|Stefan Kohler, Gemälde in der Bürgermeistergalerie im Rathaus von Bregenz Stefan Kohler (* 1894; † 4. Jänner 1964)Sterbedatum gemäß Webseite der Stadt Bregenz (online). war ein österreichischer Politiker und Zahnarzt in Vorarlberg.

Leben Stefan Kohler war promovierter Zahnarzt und vom 30. Mai 1945 bis 13. Juni 1945 Bürgermeister der Landeshauptstadt Bregenz in Vorarlberg. Er wurde nach dem Einmarsch der französischen Truppen (Alliierten) am 1. Mai 1945 als Bürgermeister eingesetzt, obwohl er noch nie zuvor ein politisches Amt ausgeübt hatte.Bürgermeisterstellvertreter wurde Hans Holzner. Diese Einsetzung soll auf einen Irrtum beruhen. In der Literatur wird angeführt, dass eigentlich den französischen Alliierten der konservative StadtratSeit 1906 rund 18 Jahr konservativer Stadtrat (Kleinstadt-Bürgertum in der Habsburgermonarchie, 1862 – 1914, google books, S. 192). und Namensvetter, (Gebhard) Stefan Kohler (* 11. Juni 1870 in Schwarzach; † 22. April 1951), aus Bregenz als Bürgermeister vorgeschlagen wurde.Meinrad Pichler: Das Land Vorarlberg 1861 bis 2015: Geschichte Vorarlbergs, Band 3, S. 271. Google books. (Gebhard) Stefan Kohler stammt aus einer Familie, die bereits zuvor mehrere Reichstags- und Landtagsabgeordnete- bzw. Bürgermeister in Vorarlberg gestellt hatte (so z. B. war Julius Wachter, der Schwiegersohn von (Gebhard) Stefan Kohler; Gebhard Schwärzler war der Großvater von (Gebhard) Stefan Kohler und Johann Kohler dessen Vater). Der Bürgermeister von Rankweil (1990 bis 2008) und Landtagsabgeordnete (1994 bis 2008) Hans Kohler ist ein Nachfahre von ihm. Als der Irrtum bekannt wurde, trat Stefan Kohler zurück und überließ das Amt Julius Wachter, der ebenfalls von den französischen Alliierten zum Bürgermeister von Bregenz ernannt wurde.Bereits der Vater von Julius Wachter, Matthias Wachter, war von 1929 bis 1938 Bürgermeister von Bregenz.

Nach seiner sehr kurzen Amtszeit von 15 Tagen engagierte sich Kohler auch im Aktionskomitee des Alpenländischen demokratischen Bundes zur Schaffung eines Alpen-Donaustaates (Alpenländischer Bund bzw. Union alpine) aus (West-)Österreich, Liechtenstein und dem katholischen Süddeutschland, welches in Vorarlberg wesentlich von Julius Wachter propagiert wurde. Ein Projekt, das jedoch keinen nachhaltigen politischen Rückhalt fand und nicht den Plänen der Alliierten für das Nachkriegseuropa entsprach.Jürgen Klöckler, Abendland - Alpenland - Alemannien : Frankreich und die Neugliederungsdiskussion in Südwestdeutschland 1945 - 47, München 1998, Oldenbourg Verlag, Dissertation, ISBN 3-486-56345-9, S. 130.

Einzelnachweise

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