Dieser Artikel behandelt tagesbezogene Nachrichten und Ereignisse im September 2003.

Tagesgeschehen

Montag, 1. September 2003 Aachen/Deutschland: Der Aachener Friedenspreis 2003 wird den Israelis Reuven Moskovitz und Nabila Espanioly sowie der deutschen Initiative Ordensleute für den Frieden (IOF) verliehen. Paris/Frankreich: In der Debatte über die Abschaffung eines Feiertags schlägt die Regierung vor, den abzuschaffenden Feiertag als einen der Tag der Arbeit für die Alten zu deklarieren. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer extremen Hitzewelle, die in Frankreich besonders unter den alten Menschen zahlreiche Todesopfer gefordert hat. Paris/Frankreich: Die UNESCO erklärt die „21 Danziger Forderungen“ zum Weltkulturerbe. Die Forderungen gingen 1980 der öffentlichen Erlaubnis einer unabhängigen Gewerkschaft namens „Solidarność“ in der Volksrepublik Polen voraus, womit erstmals eine Kommunistische Partei auf die Kontrolle sämtlicher Massenorganisationen in ihrem Staat verzichtete.

Dienstag, 2. September 2003 Berlin/Deutschland: Der türkische Ministerpräsident Recep Erdoğan ist in Deutschland zu Besuch. Thema dürfte vor allem der EU-Beitritt des europäisch-asiatischen Grenzlandes sein. Derweil hat Amnesty International die Menschenrechtsverletzungen der Türkei erneut kritisiert.

Mittwoch, 3. September 2003 Gaza-Stadt/Palästinensische Autonomiegebiete: Gegenüber dem Fernsehsender CNN erklärt der Palästinenserpräsident Jassir Arafat, dass er den Friedensplan, die so genannte Roadmap, als gescheitert ansieht. Schuld sind seiner Meinung nach die israelischen Militäraktionen und auch das Desinteresse der USA. Gorleben/Deutschland: Atomkraftgegner aus Deutschland und Frankreich besetzen das Erkundungs-Bergwerk zur Erprobung der Atommüll-Endlagerung. Sie fordern ein Gespräch mit Umweltminister Jürgen Trittin. Die Besetzer werden nach etwa zehn Stunden von der Polizei wieder an die Oberfläche gebracht. Irak: Die ersten polnischen Truppen treffen im Irak ein. Sie sollen die US-amerikanischen und britischen Truppen bei der Friedenssicherung im Land entlasten.

Donnerstag, 4. September 2003 China: Der tropische Wirbelsturm Dujuan hat im Süden Chinas 38 Menschen getötet und fast 1.000 verletzt. Der Norden leidet dagegen unter Überschwemmungen. Nach einem Dammbruch bei der Stadt Weinan müssen 100.000 Menschen ihre Dörfer verlassen. Es werden 38 Menschen getötet, 34 werden anfangs noch vermisst. Deutschland: Johannes Rau möchte nicht für eine zweite Amtszeit als deutscher Bundespräsident kandidieren. Kansas City/Vereinigte Staaten: US-Präsident George W. Bush von der Republikanischen Partei eröffnet den Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl im November 2004 mit einer Rede über Wirtschaftspolitik, in der er seine Steuersenkung bewirbt und die Entstehung von mehr Arbeitsplätzen voraussagt.georgewbush-whitehouse.archives.gov, Weißes Haus: (englisch) Nordkorea: Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-il wird vom Parlament einstimmig als Vorsitzender der Nationalen Verteidigungskommission gewählt. Palästinensische Autonomiegebiete: In Dschenin im Westjordanland wird am Morgen ein Israeli von Palästinensern erschossen. Wien/Österreich: Eine Ausstellung mit Kunstwerken von Albrecht Dürer eröffnet im Palais der Albertina der österreichische Bundeskanzler Wolfgang Schüssel mit dem deutschen Außenminister Joschka Fischer. 200 Werke sind zu sehen, in der Mehrzahl Gemälde und Aquarelle. Leihgaben kommen unter anderem vom Germanischen Nationalmuseum (Nürnberg).

Freitag, 5. September 2003 Atlantik: Der Hurrikan Fabian wütet bis in die Nacht hinein auf den Bermuda-Inseln. 4 Menschen werden vermisst, sie sind vermutlich tot. Der Sturm richtet große Schäden an, die Hälfte der Inselbewohner ist ohne Strom. 'Fabian' ist mit Windgeschwindigkeiten bis zu 213 km/h der stärkste tropische Wirbelsturm seit Jahrzehnten. Am Sonntag schwächt er sich ab und bewegt sich auf Neufundland zu. Haifa/Israel: Der Forscher Eli Biham des Technion (Technische Universität von Israel) hat eine Sicherheitslücke in der Verschlüsselung von GSM-Mobiltelefonen entdeckt. Damit ist es möglich, diese abzuhören.

Samstag, 6. September 2003 mini|150px|Mahmud Abbas New York/Vereinigte Staaten: Die Vereinigten Staaten drängen den Weltsicherheitsrat zu einer Resolution gegen den Iran wegen der Verletzung des Atomwaffensperrvertrages. Ein entsprechender Entwurf soll auf der am Montag beginnenden Konferenz der Internationalen Atomenergiebehörde vorgestellt werden. Washington will mit der Resolution den Iran zur „vollen Mitarbeit“ drängen und wirft der Regierung in Teheran vor, am Bau von Atomwaffen zu forschen. Palästinensische Autonomiegebiete: Der palästinensische politische Führer Mahmud Abbas hat bei Präsident Jassir Arafat ein Rücktrittsgesuch eingereicht. Dieser hat es angenommen. Dem ging ein Machtkampf der beiden voraus. Taipeh/Taiwan: Rund 150.000 Taiwaner haben in der Hauptstadt Taipeh für eine Namensänderung ihres Landes demonstriert. Bisher heißt es Republik China und erhebt Anspruch auf das gesamte China. Die Demonstranten betrachten die Republik als vergangen und den Anspruch auf das Festland als überholt und plädieren für eine Namensänderung auf Taiwan. Taiwan ist international nicht anerkannt. Venedig/Italien: Bei den 60. Internationalen Filmfestspielen von Venedig wird der Film The Return – Die Rückkehr des russischen Regisseurs Andrei Swjaginzew mit dem Leone d’Oro prämiert.

Sonntag, 7. September 2003 Aachen/Deutschland: In Aachen findet das kirchliche Weltfriedenstreffen statt. Mazedonien: Im Norden des Staates kommt es zu Feuergefechten der Polizei mit albanischen Rebellen. Dabei sterben mehrere Mitglieder der 'Albanischen Nationalarmee'. New York/Vereinigte Staaten: Andy Roddick gewinnt das Finale im US-Open Tennisturnier gegen Juan Carlos Ferrero in Flushing Meadows. Palästinensische Autonomiegebiete: Israelische Kampfhubschrauber haben das Haus von Abdel Salam Abu Musa beschossen, einem führenden Mitglied der islamistischen Terrororganisation Hamas. Laut dem israelischen Militär soll das Haus als Waffenlager genutzt worden sein. Elf Menschen, darunter 3 Kinder, werden verletzt.

Montag, 8. September 2003 Palästinensische Autonomiegebiete: Der bisherige Staatspräsident des palästinensischen Parlaments Ahmad Qurai hat seine Nominierung zum Ministerpräsidenten angenommen. Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben seine Nominierung unterstützt. Qurai fordert von Israel ein Ende der gezielten Tötungen und der Zerstörung von Häusern.

Dienstag, 9. September 2003 Deutschland: Martin Wiese, eine Führungspersönlichkeit der Neonazis in Bayern, sowie vier weitere Personen werden festgenommen. Sie planten in der Nacht zum 9. November einen Sprengstoffanschlag auf die Baustelle eines jüdischen Gemeindezentrums, die später am Tag von Bundespräsident Johannes Rau, Edmund Stoiber und Paul Spiegel anlässlich der Grundsteinlegung besucht wird. Jakarta/Indonesien: Elf Menschen sterben und 149 werden verletzt als eine Autobombe vor der australischen Botschaft explodiert. Kairo/Ägypten: Der provisorische Regierungsrat des Irak erhält einen Sitz in der Arabischen Liga; seit dem Sturz der Regierung von Saddam Hussein war der irakische Sitz dort vakant.

Mittwoch, 10. September 2003 Cancún/Mexiko: Die 5. WTO-Ministerkonferenz wird eröffnet. Gaza/Palästinensische Autonomiegebiete: Auf das Haus des führenden Hamas-Aktivisten Mahmud az-Zahar in Gaza wird von einem israelischen Kampfflugzeug eine Rakete abgefeuert. Az-Zahar überlebt den Angriff leicht verletzt, sein Sohn und ein Leibwächter kommen ums Leben. Stockholm/Schweden: Auf die schwedische Außenministerin Anna Lindh wird ein Attentat verübt. Ein Mann sticht mit einem Messer auf sie ein. Als Reaktion setzt die Regierung die Kampagne für die Einführung des Euro aus.

Donnerstag, 11. September 2003 Brüssel/Belgien: Die Europäische Union betrachtet die Palästinenser-Bewegung Hamas fortan ohne Einschränkung als Terroristische Vereinigung. Frankfurt am Main/Deutschland: Die Internationale Automobil-Ausstellung wird offiziell eröffnet. Unter den Gästen befindet sich auch Bundeskanzler Gerhard Schröder Israel, Palästinensische Autonomiegebiete: Die israelische Regierung beschließt die Ausweisung Jassir Arafats. Dieser kündigte Widerstand gegen die Entscheidung an. Auch international wurde Kritik geübt. Schweden: Die schwedische Außenministerin Anna Lindh stirbt an den Folgen eines Messer-Attentats, das am Vortag auf sie verübt wurde. Das Internationale Protokoll über die biologische Sicherheit tritt in Kraft.

Freitag, 12. September 2003 Bellevue/Vereinigte Staaten: Das Softwareunternehmen Valve veröffentlicht Steam. Südkorea: Der tropische Wirbelsturm Maemi verwüstet in der Nacht zum Samstag den Süden des Landes. 33 Menschen werden getötet, weitere 14 werden anfänglich noch vermisst.

Samstag, 13. September 2003 Deutschland: Der deutsche Innenminister Otto Schily wirft der US-Regierung in einem Interview Bruch internationalen Rechts beim Anti-Terrorkampf vor. Er kritisiert die Inhaftierung und Verurteilung von Verdächtigen unter Ausschaltung des Rechtsstaates. Er äußert die Hoffnung, dass in den USA ein Denkprozess einsetzt, der diesen Missstand behebt. Nordkorea: Die umstrittene Kerntechnische Anlage Nyŏngbyŏn wird laut US-Geheimdienstberichten abgeschaltet.

Sonntag, 14. September 2003 Bratislava/Slowakei: Papst Johannes Paul II. hat auf seiner derzeitigen Auslandsreise 2 Opfer der kommunistischen Herrschaft, einen Bischof und eine Ordensfrau, seliggesprochen. Über 200.000 Menschen nahmen an der Zeremonie teil. Düsseldorf/Deutschland: Wegen Bombendrohungen wird der Düsseldorfer Flughafen geschlossen. Ankommende Flüge wurden nach Köln-Bonn umgeleitet. Guinea-Bissau: In Guinea-Bissau kommt es erneut zu einem Militärputsch. Israel: Der stellvertretende israelische Regierungschef Ehud Olmert schlägt als Alternativen zur geplanten Ausweisung Jassir Arafats seine Ermordung oder Isolation unter Haftbedingungen vor. Die von Israel beschlossene Ausweisung Arafats hat zu internationaler Kritik geführt, Arafat selbst kündigt Widerstand an. Riga/Estland: In einer Volksabstimmung entscheiden sich 67 % der estnischen Bevölkerung für den Beitritt zur Europäischen Union. Stockholm/Schweden: In einer Volksabstimmung stimmt die schwedische Bevölkerung mit 54,6 Prozent gegen die Einführung des Euro. Die Verhandlungen der Welthandelsorganisation im mexikanischen Cancún sind gescheitert. Vertreter der Entwicklungsländer fordern einen Abbau der Agrarsubventionen, die Industriestaaten wollen Handelshemmnisse für Industrieprodukte beseitigen.

Montag, 15. September 2003 Berlin/Deutschland: Bundesinnenminister Otto Schily spricht nach den aufgedeckten Anschlagsplänen gegen ein Münchener jüdisches Zentrum von einer wachsenden Gefahr durch den Rechtsextremismus. Inguschetien/Russland: Durch eine Autobombe, die vor dem inguschetischen Hauptquartier des russischen Geheimdienstes FSB explodiert, sterben 3 Menschen, über 20 werden verletzt.

Dienstag, 16. September 2003 Nagoya/Japan: Eine Geiselnahme im japanischen Nagoya endet mit einer Explosion, die der Täter auslöst. Dabei stirbt er selbst und 2 seiner Geiseln. Es gibt 23 Verletzte, hauptsächlich umstehende Reporter. Der Geiselnehmer hat die Tat in der Kurierfirma begangen, um ausstehenden Lohn einzufordern. New York/Vereinigte Staaten: Die Vereinten Nationen begehen den 16. September erstmals als Internationalen Tag der Erhaltung der Ozonschicht. Damit will die Organisation auf den weiterhin fortschreitenden Rückgang der Ozonschicht hinweisen, der auf menschliches Verhalten zurückzuführen ist. Pforzheim/Deutschland: Ein 24-jähriger Mann tötet bei einem Amoklauf eine Frau in einem Versandhaus und verletzt drei weitere Personen und sich selbst. Er begeht die Tat mit einem Samurai-Schwert, das ein Ausstellungsstück dieses Versandhauses war.