Naganeupseong () ist ein historisches Dorf und eine Stadtfestung aus der Goryeo- und Joseon-Zeit im Südwesten von Südkorea.
Geographie Das Dorf mit seiner Festungsanlage befindet sich im nördlichen Teil einer rund 7,5 km mal 3 km großen, von Bergen umsäumten Ebene, in der Landgemeinde Nagan-myeon (), rund 15 km westsüdwestlich von der Stadt Suncheon-si () in der Besonderen Großstadt Jeonnam-Gwangju (). Gwangju (), als größte Stadt der Provinz, liegt in nordwestlicher Richtung rund 50 km entfernt.
Geschichte Das Dorf wurde während der Baekje-Periode (18 v. Chr. – 660 n. Chr.) gegründet und war während der Goryeo-Periode (918–1392) und der Zeit der Joseon-Dynastie (1392–1910) das administratives Zentrum von Nagan-eup (), einem Bezirk der ehemaligen Provinz Jeollanam-do.
Anfällig für militärische Angriffe, ließ General Kim Bin-gil , der in Nagan geboren wurde, 1397, im sechsten Regierungsjahr des Königs Taejo (), eine erste Festungsmauer aus Erde um das Dorf errichten. 1424, im sechsten Regierungsjahr des Königs Sejong (), wurde die Mauer erweitert und durch eine Konstruktion aus Steinen ersetzt.
Befestigungsanlage Naganeupseong besteht aus einem Teil von Herrschafts- und Verwaltungsgebäuden, die sich im nordöstlichen Teil der Anlage befindet und mit einer Fläche von 18.000 Pyeong (1 pyeong = 3,3 m²) rund 1/3 der Gesamtanlage ausmacht. Der südwestliche restliche Teil besteht aus der Dorfanlage, in der ehemals 950 Menschen in 337 Haushalten lebten. Heute wird der Teil noch von 288 Einwohnern in 90 Haushalten bewohnt. Das rund 450 m mal 320 m große Areal ist von einer 1410 m langen Mauer umgeben, die über ihre gesamte Länge begehbar ist. Über drei Eingänge ist die Festungsanlage heute zugänglich, über zwei Tore mit jeweils überbauten Gebäuden, die zur Bewachung dienten, von Südwesten und Südosten aus und über einen offenen von Gebäuden flankierten Zugang von Nordwesten aus.
Gebäude und Dorfanlage Das Dorf besteht aus kleinen unterschiedlichen Parzellen mit traditionellen Hanok-Wohnhäusern bebaut. Die Häuser sind aus Holz, Stein und Lehm errichtet und weisen für die Siedlung die typische Bedachung aus Stroh auf. Je nach Handwerk, das von den Bewohnern verrichtet wird, sind die Häuser und Höfe unterschiedlich ausgeführt und ausgestattet. Einige können von Besuchern nach Absprache besichtigt werden. Ein zentral liegendes Backhaus, eine Kochstelle, einige Teiche, ein Wasserradantrieb und ein Restaurant stellen weitere Bestandteile des Dorfes dar.
Herrschafts- und Verwaltungsgebäude Die Herrschafts- und Verwaltungsgebäude, die sich vom Dorf separat im Nordosten der Anlage befinden, sind durchweg aus Holz und das Dach aus traditionellen koreanischen Dachziegeln errichtet. Der Unterbau der Häuser besteht aus Steinen, auf denen das Haus ruht. Neben den Wohnhäusern für die Verwalter und Staatsbediensteten, befindet sich in dem Teil der Anlage zentral ein Tempel mit einer großen Fasstrommel, die traditionell von buddhistischen Mönchen vor ihren Gebeten gespielt wird. Des Weiteren ist auf dem Areal ein Gefängnis zu finden, mit Gerätschaften, mit denen Inhaftierte gepeinigt wurden.
Nationales Kulturgut Am 14. Juni 1983 wurde das gesamte Areal von Naganeupseong als historisch schützenswertes Gut unter der Registrierungsnummer 302 von der dafür zuständigen koreanischen Behörde in die nationale Denkmalliste aufgenommen und registriert. Die koreanische Delegation bei der UNESCO ließ die Anlage von Naganeupseong am 11. März 2011 aus die sogenannten setzen und unterstrich damit ihren Willen, die historische Stätte als Weltkulturerbe nominieren zu lassen.
Fotogalerie
Weblinks
Einzelnachweise Koordinaten und Längenbestimmungen wurden zum Teil über Google Earth Pro Version 7.3.0.3832 am 12. November 2017 vorgenommen. Infotafel kurz hinter dem Eingang an der südwestlichen Seite des Dorfes. Stand: 28. März 2011
Kategorie:Festung in Südkorea Kategorie:Freilichtmuseum in Südkorea Kategorie:Suncheon Kategorie:Bauwerk in Jeonnam-Gwangju Kategorie:Ortsteil in Südkorea