120px|mini|Offizielles Logo von 2008 bis 2019 Die Fotbollsallsvenskan ist die höchste Fußball-Liga in Schweden und besteht aus 16 Mannschaften. Sie wird seit 2018 von Unibet gesponsert und ist unter dem Namen Allsvenskan bekannt. Die Saison beginnt im April und dauert bis November. Sie löste 1925 als landesweite Liga die Svenska Mästerskapet ab, in der im Pokalmodus der Landesmeister ermittelt wurde. In der UEFA-Fünfjahreswertung der europäischen Ligen nimmt die Allsvenskan für 2025 Rang 20 ein.
Modus Die 16 Mannschaften treffen im Verlauf der Saison zweimal auf jede andere Mannschaft. Der Tabellenführer nach dem abschließenden 30. Spieltag ist schwedischer Meister und erhält den Lennart-Johansson-Pokal. Er ist im folgenden Sommer in der Qualifikation zur UEFA Champions League spielberechtigt. Die Mannschaften auf den Rängen zwei und drei erreichen die Qualifikation für die UEFA Conference League.
Am Ende der Spielzeit steigen die beiden Tabellenletzten direkt in die Superettan ab, während der Drittletzte in einer Relegationsrunde in Hin- und Rückspiel auf den Tabellendritten der zweiten Liga um den Klassenerhalt spielt. Durch die Aufstockung der Liga auf 16 Mannschaften nach der Spielzeit 2007 stieg in der Saison 2007 nur der Tabellenletzte direkt ab.
Mannschaften In der Saison 2026 spielen folgende Mannschaften in der Allsvenskan: IF Brommapojkarna Degerfors IF Djurgårdens IF IF Elfsborg GAIS Göteborg IFK Göteborg Halmstads BK Hammarby IF BK Häcken Kalmar FF (Aufsteiger) Malmö FF Mjällby AIF (Meister) Örgryte IS (Aufsteiger) IK Sirius AIK Solna Västerås SK (Aufsteiger)
Geschichte
Der Fußball kommt nach Schweden (1870–1900) mini|Örgryte, erster Meister (1896) Das Fußballspiel hatte in Schweden einen schweren Stand, da die umfangreichen Handelsbeziehungen und Kontakte mit Deutschland die Turnerbewegung („Linggymnastiken“) bevorteilte. Der sportliche Austausch mit England seit etwa 1870 machte den Fußball beliebter, jedoch spielte man anfänglich eine Art Mischung aus Fußball und Rugby, die „schwedischer Fußball“ genannt wurde. Weil aber die Regeln der schwedischen Variante sehr kompliziert waren und die Städte an der Westküste (z. B. Halmstad und Malmö) umfangreichen Kontakt mit Dänemark hatten, wo das Spiel nach englischen Regeln schon länger praktiziert worden war, setzte sich auch in Schweden der englische Fußball mehr und mehr durch. In Göteborg, der größten Stadt an der Westküste, waren es schottische Textilarbeiter, die dem englischen Fußball zum Durchbruch verhalfen und es war daher kein Zufall, dass in der Hafenstadt das erste Spiel zwischen zwei schwedischen Mannschaften nach englischen Regeln gespielt wurde. Da die Turnerbewegung in Stockholm sehr stark war, dauerte es dort etwas länger, bis sich der Fußball etablieren konnte, aber ab 1895 galten die englischen Fußballregeln in ganz Schweden.Jönsson, Åke, Fotboll. Hur världens största sport växte fram, Historiska Media: Lund 2006, S. 203–212 Damit einher ging auch die Gründung des Svenska Idrottsförbundet im selben Jahr, der auch begann, die schwedischen Meisterschaften (SM) durchzuführen, deren erster Sieg der Göteborger Club Örgryte IS wurde. Ein Verein, der den schwedischen Fußball in diesen Anfangsjahren vollständig dominieren sollte.Crusner, Lennart, Så här kom Allsvenskan till in Persson, Gunnar (red.), Allsvenskan genom tiderna, Strömbergs Idrottsböckers Stockholm 1988, S. 17–18
Der Weg zur Allsvenskan (1900–1923) mini|AIKs Meistermannschaft von 1900 In den ersten Jahren wurde die schwedische Meisterschaft noch nicht im Ligaformat durchgeführt, sondern im K.-o.-Modus. Möglicherweise war die Anzahl der Fußballvereine zu gering, bei den Siegen von AIK Stockholm in den Finals 1900 und 1901 zeigte sich jedoch schon, dass die Konkurrenz zunahm, als die Hauptstädter den 1899 durch den Graf Clarence von Rosen gestifteten Pokal in Empfang nehmen konnten. Dies waren aber nur Momentaufnahmen, seit 1902 dominierte Örgryte wieder den schwedischen Fußball. Der Konflikt zwischen den beiden größten Städten Göteborg und Stockholm äußerte sich aber nicht nur sportlich, sondern auch im Gerangel um die organisatorische Vorherrschaft, als der Geschäftsmann C. L. Kornerup 1902 den in Stockholm ansässigen Svenska Bollspelsförbundet (deutsch: Schwedischer Ballspielverband) gründete, der auch die erste Liga organisierte, die am 4. Juli den Spielbetrieb aufnahm und mit dem Sieg von Djurgården Stockholm nach sechs Spielen endete. Mit der Gründung des Bollspelsförbundet existierten damit also zwei Sportverbände im Königreich, mit der Gründung des Riksidrottsförbund (inklusive Fußballabteilung) 1903 kam noch ein dritter hinzu und als 1904 die Svenska Fotboll Unionen in Eskilstuna gebildet wurde, gab es insgesamt vier miteinander konkurrierende Verbände. Um dem Wirrwarr ein Ende zu bereiten, führte der Riksidrottsförbund seit 1904 eine aktive Fußballpolitik, die mit der Gründung des Svenska Fotbollförbundet endete, der seit 1908 auch die schwedischen Meisterschaften im Fußball ausrichtete.Crusner, S. 21–25
mini|hochkant|Hugo Levin Eine weitere Frage war, in welcher Form der Schwedische Meister ermittelt werden sollte. Seit 1905 hatten sich sowohl in Göteborg als auch in Stockholm städtische Ligen etabliert, aber es dauerte bis zum 20. Februar 1910, als die ersten Gespräche über eine „gesamtschwedische“ Liga in Gang kamen, treibende Kraft war hier der Göteborger Hugo Levin, Vorsitzender von Örgryte, der für seine Idee bei den Clubs aus Stockholm Gehör fand und so wurde noch im selben Jahr die Svenska Serien (deutsch: Die schwedische Liga) bestehend aus acht Mannschaften ausgespielt, jedoch außerhalb des Svenska Fotbollförbundet, denn bei der Svenska serien handelte es sich um eine rein private Initiative.Crusner, S. 25, 29 Die noch heute in der Allsvenskan spielenden Vereine IFK Göteborg, IFK Norrköping und AIK Stockholm waren schon zu diesem Zeitpunkt Teil der neugeschaffenen Liga.Jönsson, S. 214 Die hohen Reisekosten und die verhältnismäßig geringen Einnahmen führten das Projekt jedoch schon bald in schwieriges Fahrwasser und seit 1912 stand die Liga unter der Schirmherrschaft des Svenska Fotbollförbundet, jedoch wurde parallel zur Svenska serien immer noch die offizielle Meisterschaft im Pokalmodus ausgespielt.Crusner, S. 25–35
Zu Beginn der Saison 1917/18 entschied man sich, die Liga wegen der zu hohen Reisekosten einzustellen. 1920 wurde die Liga mit zehn Mannschaften reaktiviert, konnte jedoch erst im Frühjahr 1921 zu Ende gespielt werden.Crusner, S. 38–41 Da der Fußball nur in Göteborg viele Zuschauer anzog und die Reisekosten sehr hoch waren, entschied man sich 1922 die Liga in zwei Gruppen, östsvenska und västsvenska, aufzuteilen. Zum gleichen Zeitpunkt stieg das Zuschauerinteresse jedoch spürbar an. Gleichzeitig konzentrierten die Fußballvereine ihre Anstrengungen immer stärker auf die Svenska serien und vernachlässigten die offizielle schwedische Meisterschaft mehr und mehr.Crusner, S. 46
Die Gründung der Allsvenskan (1923–1934) 1923 wurde eine Arbeitsgruppe mit dem Ziel gebildet, ein nationales Ligasystem zu bilden. Auf der entscheidenden Sitzung am 13. Januar 1924 in Skeppsbron (Stockholm) stimmten die geladenen Gäste für den Stockholmer Vorschlag, eine gesamtschwedische Liga mit darunter befindlichen Ligen zu schaffen.Crusner, S. 46–47 Am 3. August 1924 feierte die Allsvenskan (deutsch: „Die Gesamtschwedische“) ihre Premiere. Unter den zwölf teilnehmenden Mannschaften befanden sich mit Norrköping, Göteborg und dem AIK wieder die Mannschaften, die bereits an der Svenska serien teilgenommen hatten. Hinzu kamen noch heute klangvolle Namen wie Helsingborgs IF und Hammarby IF. Zur Enttäuschung vieler Stockholmer war Djurgården nicht dabei, was jedoch nachvollziehbar war, da der Verein in der Ostgruppe der Svenska serien den letzten Platz belegt hatte. Weniger nachvollziehbar war es, den Verein Fässbergs IF (heute Teil der Gemeinde Mölndal) von der Teilnahme an der neuen Liga auszuschließen. Der Verein aus dem südlich von Göteborg gelegenen, gleichnamigen Ort mit seinen 241 Einwohnern hatte wenige Monate vor dem Start der Allsvenskan die Schwedische Meisterschaft (die parallel zur Svenska Serien ausgetragen wurde, siehe oben) gewonnen und hatte durch den ersten Platz in der Västsvenska division 2 sowie den darauffolgenden Sieg in der Relegation gegen Varbergs GIF die sportliche Qualifikation für die neue Liga geschafft, durfte aber dennoch nicht teilnehmen.Lundh, Olof, Allsvenskan enligt Lundh, Bonnierförlagen 2019 (E-Book), kapitel: „Det myglades redan från början“ Offiziell hieß es zunächst, dass das Heimstadion den Anforderungen nicht genüge, aber als dieses Argument vom Tisch war, meinte man plötzlich, dass dem Verein die wirtschaftlichen Voraussetzungen fehlten. Und als die erforderliche Summe von 8.000 Kronen aufgebracht wurde, bekam der Club aus Mölndal die Mitteilung, dass der vakante Platz nun an die Landskrona BoIS gegangen war. Das in Skåne gelegene Landskrona dem Göteborger Vorortverein vorzuziehen hatte strategische Gründe: Fässberg wäre der vierte Verein aus der Region Göteborg gewesen und mit einem weiteren Verein aus Skåne glaubte man, ein breiteres Interesse für die Allsvenskan erzeugen zu können.Crusner, S. 47 Zudem zählte Landskrona zu den Zuschauermagneten im schwedischen Fußball. Eine Woche vor Ligastart wurde den Landskrona BoIS per Telegram mitgeteilt, dass sie in die Allsvenskan aufgenommen waren, eine Bürgschaft, wie sie von Fässberg verlangt worden war, brauchte der Verein nicht vorzulegen. Während die Aufnahme für die BoIS der Beginn einer zwanzigjährigen fast ununterbrochenen Teilnahme in der Allsvenskan bedeutete, verlor Fässberg alle wichtigen Spieler und verschwand in der Bedeutungslosigkeit.
Unter der Allsvenskan wurde die Division II geschaffen, die in vier Staffeln eingeteilt war und aus der die zwei besten Mannschaften am Ende der Saison in die höchste Liga aufstiegen, zugleich stiegen die zwei schlechtesten Mannschaften der Allsvenskan in die Division II ab.Jönsson, S. 215 Der Sieger der Allsvenskan galt offiziell erst ab 1931 auch als Schwedischer Meister, aber in den Anfangsjahren konnte „Die Gesamtschwedische“ ihrem Namen nicht ganz gerecht werden, da die Liga für Mannschaften aus Norrland und Gotland gesperrt war (eine Regelung die bis in die 1950er Jahre galt). Grund war die immense Größe des Landes und die schlechte Infrastruktur, die es beinahe unmöglich gemacht hätte für eine Mannschaft wie Malmö FF zu einem Ligaspiel in den hohen Norden zu fahren.
Ein strittiger Punkt war, ob Fußballspieler Amateure oder Profis sein sollten. Offiziell galt das Amateurstatut, das heißt, es war nicht erlaubt, für Geld zu spielen (mit Ausnahme einer Aufwandsentschädigung). Malmö FF verstieß 1934 gegen dieses Statut und musste zwangsabsteigen. Es scheint jedoch, dass das verdeckte Profitum zu jener Zeit recht verbreitet war. Der Historiker Torbjörn Andersson ist der Auffassung, dass seit den 1920er Jahren jeder Fußballspieler ungefähr die Hälfte seines Einkommens aus dem Fußball bezog. Die Einkommen waren oft indirekter Natur, das heißt, sie bestanden aus Anzügen, Reisen usw.
Die goldene Ära (1948–1958)