Grez-en-Bouère ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Mayenne in der Region Pays de la Loire in Frankreich. Einwohner der Gemeinde werden Grézillons genannt. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Château-Gontier und zum Kanton Meslay-du-Maine.

Geographie Grez-en-Bouère liegt etwa 38 Kilometer südöstlich von Laval. Das Gemeindegebiet wird vom Flüsschen Taude durchquert. Umgeben wird Grez-en-Bouère von den Nachbargemeinden Saint-Charles-la-Forêt im Norden, Bouère im Osten, Bierné-les-Villages mit Bierné im Süden, Gennes-Longuefuye mit Gennes-sur-Glaize im Westen und Südwesten und Longuefuye im Westen und Nordwesten.

Einwohnerentwicklung Jahr1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2019Einwohner1113 1093 1078 976 887 922 996 997 Quellen: Cassini und INSEE

Geschichte Internierungslager für Sinti und Roma Eine in Frankreich lange Zeit verdrängte Geschichte war die der Ausgrenzung jener Menschen, die hier als Nomaden (Nomades) oder Zigeuner (Tsiganes) bezeichnet wurden und werden.Nomades und Tsiganes sind im Französischen auch aktuell benutzte Begriffe für Menschen, die im Deutschen zumeist als Sinti und Roma bezeichnet werden. Diese Ausgrenzung begann spätestens mit einem Gesetz von 1912, dem in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen weitere Verwaltungsmaßnahmen zur Reglementierung des Alltagslebens und zur Überwachung folgten.Henriette Asseo: Une mémoire française

Am 6. April 1940 verfügte Albert Lebrun, der Präsident der französischen Republik, in einem Dekret die Isolierung von Nomaden an besonderen Orten unter Polizeiaufsicht.Ouest-France: Des Tziganes internés dans un camp à Montsûrs Begründet wurde dies mit einem angeblichen Risiko, das in Kriegszeiten von „Nomaden“ ausgehe.

In der Folge dieses Dekrets wurden in Frankreich etwa 30 Zentren geschaffen, von denen 25 ausschließlich für Sinti und Roma reserviert waren.Für einen Überblick über diese Lager siehe: Marie-Christine Hubert: Die Internierung in Frankreich 1940 – 1946, veröffentlicht im Rahmen des Project Education of Roma Children in Europe (Online) Das größte dieser Nomaden-Lager befand sich in Montreuil-BellayMemoires Tsiganes: Le camp d’internement de Montreuil-Bellay, und im Département Mayenne entstanden Lager in Grez-en-Bouère und Montsûrs. actu.fr, 18. März 2011

Am 23. Oktober 1940 wurde in Grez ein Internierungslager eröffnet. Es lag in einem alten Steinbruch an der Straße nach Meslay-du-Maine. Neunzehn Menschen wurden hier in einem von Wasser überschwemmten Ort untergebracht. Sie waren ohne Existenzgrundlage und hatten kein Geld, um Lebensmittel und Heizmaterial zu kaufen. Aufgrund dieser unhaltbaren Lebensumstände wurde das Lager am 16. Dezember 1940 wieder geschlossen und alle Internierten nach Montsûrs in ein dort neu eingerichtetes Lager verlegt. mini|hochkant|Kirche Saint-Martin

Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Martin Schloss Chanay aus dem 18. Jahrhundert Schloss La Guénaudière

Literatur Le Patrimoine des Communes de la Mayenne. Flohic Editions, Band 1, Paris 2002, ISBN 2-84234-135-X, S. 415–417.

Weblinks

Henriette Asséo: Une mémoire française: Les Tsiganes pendant la Seconde Guerre mondiale, 1939-1946.Zu der Historikerin Henriette Asséo siehe den gleichlautenden Artikel in der französischsprachigen Wikipedia: :fr:Henriette Asséo. Ouest-France: Des Tziganes internés dans un camp à Montsûrs, ouest-france.fr, 27. Mai 2014.

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Pays de la Loire