Die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg) ist eine Fachhochschule in Regensburg.
Die OTH Regensburg wurde 1971 unter dem Namen Fachhochschule Regensburg als Hochschule für Technik, Wirtschaft und Sozialwesen in Regensburg gegründet. Heute ist die OTH Regensburg eine der größten Fachhochschulen in Bayern. An acht Fakultäten werden 37 Bachelorstudiengänge, 23 Masterstudiengänge und zehn Weiterbildungsstudiengänge (sechs berufsbegleitende Bachelor- und vier weiterbildende Masterstudiengänge) angeboten. Der Name „Ostbayerische Technische Hochschule“ wird aufgrund eines bestehenden Kooperationsvertrages im Verbund mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg – Weiden getragen.
Geschichte mini|Forschung und Transfer am Puls der Zeit an der OTH Regensburg mini|Blick auf die Hochschulbibliothek und die Mensa der OTH Regensburg
Die Wurzeln Betrachtet man die Geschichte der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg und ihrer Vorläufereinrichtungen, so reicht diese weit zurück. Die Chronik verweist ins Jahr 1846, als der Zeichenlehrer Johann Dörner eine private „Baugewerkschule“ gründete, die schließlich 1868 mit der Königlichen Realschule verbunden wurde. Daraus entwickelte sich über eine Reihe von Stationen die Bauschule in Regensburg – Fachschule für Hoch- und Tiefbau, die 1953 mit der Einweihung eines Neubaus an der Prüfeninger Straße ihren Standort gefunden hatte, an dem sie vorerst weiter expandieren konnte.
Das Jahr 1958: Gründungsjahr des Johannes-Kepler-Polytechnikums Die Zahl der Schüler an der Bauschule stieg rasch an. Im März 1958 beschloss der Bezirkstag der Oberpfalz den Ausbau der Regensburger Bauschule zu einem Polytechnikum mit den Abteilungen Hochbau, Tiefbau, Maschinenbau und Elektrotechnik. Das Polytechnikum sollte den jungen Menschen der Region eine heimatnahe Ausbildung zum Ingenieur ermöglichen und damit insgesamt dem Mangel an technischen Fach- und Führungskräften im ostbayerischen Raum entgegenwirken. Ziel war es, eine anwendungsbezogene Ausbildung mit Dozenten aus der Praxis anzubieten. Im selben Jahr verlieh der Bezirkstag der Regensburger Ingenieurschule nach einstimmigem Beschluss den Namen „Johannes-Kepler-Polytechnikum“. 1961 folgte ein weiterer Neubau für die Abteilung Maschinenbau und Elektrotechnik mit 55.000 m³ umbautem Raum. Der gesamte Baukomplex war damals für 1.000 Studierende konzipiert, 920 waren zu diesem Zeitpunkt bereits immatrikuliert. Das Polytechnikum war somit ein wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung bis zur heutigen Ostbayerischen Technischen Hochschule.
Die Fachhochschule Regensburg Mit der Übernahme des Polytechnikums durch den Freistaat Bayern im Jahr 1964 ging auch die Trägerschaft an den Freistaat über. 1971 beschloss der Freistaat Bayern die Gründung der Fachhochschulen als zweiten Typ von Hochschulen neben den Universitäten. Durch die Zusammenführung des Regensburger Johannes-Kepler-Polytechnikums, der Staatl. Zieglerschule in Landshut, der Staatl. Fach- und Ingenieurschule für Glas in Zwiesel, der Staatl. Höhere Fachschule für Porzellan in Selb, mit der Höheren Wirtschaftsschule Ostbayern und durch die Erweiterung um die Ausbildungsrichtung Sozialwesen entstand schließlich die Fachhochschule Regensburg. Dies bedeutete zugleich eine erhebliche Erweiterung des Studienangebots um die Fächer Betriebswirtschaft und Sozialwesen. Das Studienangebot wurde schrittweise ausgebaut: Im Jahr 1973 folgte der Studiengang Informatik, 1974 nahm Regensburg als erste und bis heute einzige Fachhochschule in Bayern schließlich den Lehrbetrieb im Fach Mathematik auf.
Von der Fachhochschule Regensburg zur OTH Regensburg Die Kernaufgabe der OTH Regensburg ist laut Hochschulprofil eine praxisorientierte Lehre, die zugleich ständig auf dem Stand der Technik und Wissenschaft wissenschaftlich zu fundieren ist. Dazu ist Forschung notwendig, die Ergebnisse universitärer Grundlagenforschung aufnimmt und nach Lösungen für praktische Probleme sucht und solche entwickelt. Dementsprechend sind im neuen Bayerischen Hochschulgesetz von 2006 neben die Kernaufgabe „Lehre“ für die Fachhochschulen die weiteren Pflichtaufgaben der „angewandten Forschung“ und der wissenschaftlichen Weiterbildung getreten. Die Umbenennung der Fachhochschule zur Hochschule für angewandte Wissenschaften sollte eine Konsequenz dieser weiteren wissenschaftlichen Profilierung bezeugen.
Am 1. Oktober 2013 erfolgte die Umbenennung zur Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg. Der neue Titel ist das Ergebnis der erfolgreichen Teilnahme an dem Wettbewerb um den Titel „Technische Hochschule“ unter den bayerischen Hochschulen für angewandte Wissenschaften, ausgerufen vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Die Hochschule Regensburg hatte sich gemeinsam mit der Hochschule Amberg-Weiden unter der „Dachmarke“ Ostbayerische Technische Hochschule um den Titel beworben. Die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg ist eine von nur sieben bayerischen Hochschulen, welche fortan den Titel „Technische Hochschule“ im Namen tragen darf.
Die OTH Regensburg ist eine von 17 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) im Freistaat Bayern. Sie ist eine der 20 größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Deutschland. Die acht Fakultäten sind in Regensburg an verschiedenen Standorten beheimatet, am Campus zwischen der Galgenbergstraße und Universitätsstraße sowie am Standort in der Prüfeninger Straße.
Die OTH Regensburg hat derzeit mehr als 200 internationale Hochschulkontakte zu Universitäten und Hochschulen in allen Kontinenten.Partnerschaften mit ausländischen Hochschulen. In: oth-regensburg.de, abgerufen am 6. September 2023.
Auf dem Weg zum Campus mini|Luftaufnahme von einem Teilausschnitt des Campus der OTH Regensburg mini|Campusleben an der OTH Regensburg mini|Das Gebäude der Fakultät Informatik und Mathematik der OTH Regensburg
Der stürmische Zuwachs an Studierenden führte schon bald zu extremen räumlichen Engpässen. Eine erste Lösung zeichnete sich aufgrund eines rechnerischen Raumüberschusses bei den für die Universität Regensburg bereits errichteten Gebäuden ab. Das Universitätsbauamt wurde beauftragt, die Ausbildungsrichtung Wirtschaft und Sozialwesen sowie wesentliche Teile der Ausbildungsrichtung Technik in entsprechend umzubauende Gebäude der Universität an der Seybothstraße endgültig einzugliedern.
Damit war der Grundstein für einen gemeinsamen Wissenschaftscampus mit der Universität Regensburg gelegt: mit dem Wintersemester 1977/78 war bereits die Fakultät Sozialwesen in die Seybothstraße umgezogen, im Wintersemester 1983/84 folgte die Fakultät Betriebswirtschaft und ein Teil der Fakultät Elektrotechnik. 1985 wurde für die Elektrotechnik ein neues Hörsaalgebäude gebaut, 1987 dann schließlich das dazugehörige Laborgebäude. 1988 bezogen die Fakultäten Allgemeinwissenschaften und Mikrosystemtechnik sowie Informatik und Mathematik den größten Teil des Sammelgebäudes an der Universität.
Vor dem Hintergrund der weiter gestiegenen Studierendenzahl und der Überfüllung der Prüfeninger Straße fiel 1995 schließlich die Standortentscheidung, dass die gesamte Fachhochschule schrittweise auf den Campus an der Universitätsstraße verlagert werden sollte. Die Umsetzung begann mit einem Neubau für die Fakultät Maschinenbau an der Galgenbergstraße, der 2001 bezogen werden konnte. 2002 wurde der Laborneubau für die Mikrosystemtechnik fertiggestellt. Im Jahr 2006 gingen schließlich sowohl die neue Zentralbibliothek als auch die neue Mensa in Betrieb. 2011 ging das Hörsaalgebäude am Forum in Betrieb. 2014 kam ein Studierendenhaus hinzu, 2016 das Haus der Technik und 2017 der Neubau der Fakultät Informatik und Mathematik. Im Jahr 2022 wurde ein Neubau für die Verwaltung und ein neues Gebäude für die Fakultät Architektur am Campus bezogen.
Aktuell befinden sich in den ursprünglichen Gebäuden der Hochschule, im Westen der Stadt, Teile von Sozial- und Gesundheitswissenschaften sowie Teile weiterer verschiedener Fakultäten und Einrichtungen. Im Süden, in den Räumlichkeiten der Universität Regensburg, befinden sich derzeit noch einzelne Räume in Nutzung durch die OTH Regensburg im sog. Sammelgebäude.Standortadressen und Raumpläne der OTH Regensburg. In: oth-regensburg.de, abgerufen am 6. September 2023. Am Campus zwischen der Galgenbergstraße und der Universitätsstraße sind somit aktuell die Fakultäten Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften, Sozial- und Gesundheitswissenschaften, Architektur, Bauingenieurwesen, Betriebswirtschaft, Elektro- und Informationstechnik, Maschinenbau und Informatik und Mathematik angesiedelt.
Fakultäten Die Hochschule ist in acht Fakultäten gegliedert: Angewandte Natur- und Kulturwissenschaften Architektur Bauingenieurwesen Betriebswirtschaft Elektro- und Informationstechnik Informatik und Mathematik Maschinenbau Sozial- und Gesundheitswissenschaften
Studiengänge Die OTH Regensburg bietet derzeit 70 Studiengänge an:
Bachelorstudiengänge Angewandte Naturwissenschaften Architektur Bauingenieurwesen Bauklimatik Biomedical Engineering Business Management Digital Business Management Digital Engineering im Maschinenbau Elektro- und Informationstechnik Hebammenkunde Industriedesign Informatik Intelligent Systems Engineering International Business Management International Computer Science International Electrical Engineering International Mechanical Engineering International Relations and Management Künstliche Intelligenz und Data Science Logopädie Maschinenbau Mathematik Mechatronik Medizinische Informatik Mikrosystemtechnik Musik- und bewegungsorientierte Soziale Arbeit Nachhaltige Energie- und Wasserstoffsysteme Pflege Physiotherapie Produktions- und Automatisierungstechnik Regenerative Energietechnik und Energieeffizienz Scientific Computing Soziale Arbeit Systemtechnik Technische Informatik Umwelt- und Industriesensorik Wirtschaftsinformatik
Berufsbegleitende Bachelorstudiengänge Betriebswirtschaft Evidence Based Practice Ergotherapie Evidence Based Practice Pflege Pflegemanagement Soziale Arbeit Systemtechnik
Masterstudiengänge Advanced Nursing Practice Applied Research in Engineering Sciences Architektur Automotive Electronics Bauingenieurwesen Business Management – Finance und Controlling Business Management – Marketing und Digitalisierung Design Digital Entrepreneurship Electrical and Microsystems Engineering Elektro- und Informationstechnik Elektromobilität und Energienetze Hebammenwissenschaft Historische Bauforschung Human Resource Management Industrial Engineering Informatik International Management Interkulturalitätsmanagement Logistik Logopädie Maschinenbau Mathematics for Business and Industry Medizintechnik Physiotherapie Soziale Arbeit – Inklusion und Exklusion
Weiterbildende Masterstudiengänge Automotive Electronics Business Administration – MBA Informationstechnologie Leitung und Kommunikationsmanagement
Promotion und Nachwuchsförderung An der OTH Regensburg können Absolventinnen und Absolventen an einem der Promotionszentren oder in Kooperation mit einer Universität promovieren.
Promotionszentren: Der OTH Regensburg, der Hochschule für angewandte Wissenschaften München und der Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm wurde 2023 das eigenständige Promotionsrecht für besonders forschungsstarke Bereiche verliehen.OTH Regensburg erhält Promotionsrecht In: oth-regensburg.de, abgerufen am 4. September 2024. Die drei Standorte richten gemeinsame, hochschulübergreifende Promotionszentren ein. Das Promotionsrecht konzentriert sich auf Fachgebiete mit besonderer Forschungsstärke: Angewandte Informatik, Energietechnik, Integrales Bauen, Materialien und Produktionstechnik, Physical and Biomedical Engineering sowie Sozial- und Gesundheitswissenschaften.