Gummersbach () ist die Kreisstadt des Oberbergischen Kreises im Regierungsbezirk Köln in Nordrhein-Westfalen.

Die Mittelstadt wurde früher auch als „Lindenstadt“ bezeichnet, da Lindenbäume die Hauptstraße säumten. Bis in die 1920er Jahre nannten die Bürger ihre Stadt auch Klein-Paris. Heute ist Gummersbach ein Mittelzentrum im Oberbergischen Kreis und durch den Handball-Bundesligaverein VfL Gummersbach bekannt.

Geographie Gummersbach liegt im Bergischen Land, einer Region im Rheinischen Schiefergebirge im Süden des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Nahe Gummersbach liegt die Homert, mit 519,2 Metern über NHN die höchste Erhebung des Bergischen Landes, das von zahlreichen Wäldern und einigen Seen geprägt ist. Die nächstgelegenen größeren Städte sind Lüdenscheid im Norden, Bergisch Gladbach im Westen, Remscheid im Nordwesten und Siegen im Südosten.mini|Karte des Stadtgebietes

Gewässer

Durch Gummersbach fließt die Agger, ein Nebenfluss der Sieg, die auch Namensgeberin der Aggertalsperre ist. Eine weitere Talsperre, die für die Trinkwasserversorgung wichtige Genkeltalsperre, liegt teilweise auf Gummersbacher Gebiet. Die Nebenflüsse der Agger, die ganz oder teilweise durch Gummersbach führen, sind (in Fließrichtung, also von Ost nach West) die Steinagger, der Seßmarbach, der Rospebach, der Strombach und der Loper Bach. Ein relativ kurzer Nebenfluss des Rospebachs ist der Bach, dessen Namen die Stadt trägt, der Gummersbach, er verläuft im Bereich des Gummersbacher Stadtzentrums unterirdisch (Beginn der unterirdischen Führung ist in der Nähe von Dörrenberg Edelstahl, oberhalb des Denkmalwegs, die Wiederaustrittsstelle liegt neben der Rospestraße unterhalb des Steinmüllergeländes).

Nachbargemeinden

Lindlar Marienheide Meinerzhagen Engelskirchen, Lindlar Datei:Windrose klein.svg Bergneustadt, Drolshagen Engelskirchen Wiehl Reichshof

Klima

Aufgrund der Lage Gummersbachs im Bergischen Land steht die Stadt unter dem Einfluss sowohl von maritimen als auch kontinentalen Luftmassen, was zu mäßigen Temperaturschwankungen im Jahresverlauf führt. In Gummersbach ist der Juni mit einer Durchschnittstemperatur von etwa 17,4 °C der wärmste, der Januar mit 1,9 °C der kälteste Monat.

Die Niederschlagsmengen in Gummersbach bewirken einen humiden Jahresverlauf, wobei im Dezember mit etwa 90 mm Niederschlagshöhe die meisten Niederschläge fallen. Die mittlere Niederschlagsmenge in Gummersbach beträgt pro Jahr rund 1200 mm. Die Anzahl der Regentage liegt bei rund 180 Tagen. Die durchschnittliche Anzahl an Frosttagen liegt bei rund 50 Tagen. Schnee ist im Winter nicht ungewöhnlich und fällt häufiger als beispielsweise in Köln.

Geschichte Mittelalter Die erste gesicherte Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1109. Eine Urkunde Erzbischof Friedrichs I. von Köln befasst sich unter anderem mit der Ermäßigung der Kathedersteuer für .Gerhard Pomykaj: Gummersbacher Geschichte. Band 1: Von den Anfängen bis zum Beginn der Napoleonischen Herrschaft 1806. 1993. Als sehr wahrscheinlich für die Anlage des Ortes gilt die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts. Führende Sprachwissenschaftler widersprachen 2011 der Vermutung, dass der Kölner Erzbischof Gunther als Initiator und möglicherweise Namensgeber (Bestimmungswort Gum-) fungierte. Derzeit wird für sehr wahrscheinlich gehalten, dass die Namensgebung über das Personennamenwort Gundmar oder Gummar in der Genitivform „Gumer“ bzw. „Gummer“ in Verbindung mit der Anlage eines Einzelhofs bereits im 7./8. Jahrhundert erfolgte.Stellungnahmen von Jürgen Udolph, Christian Lehmann, Albrecht Greule, Kirstin Casemir, Tobias Vogelfänger, Hans Ramge. Stadtarchiv Gummersbach, 2011

Neuzeit Gummersbach gehörte bis zur Franzosenzeit zur Grafschaft Gimborn und fiel 1806 an den französischen Satellitenstaat Großherzogtum Berg. Dort wurde bei der Einführung von Verwaltungsstrukturen nach französischem Vorbild im Kanton Gummersbach des Arrondissements Siegen im Département Sieg auch die Mairie (Bürgermeisterei) Gummersbach eingerichtet. Nachdem das Gebiet 1814 an Preußen gefallen war, wurde aus der Mairie die preußische Bürgermeisterei Gummersbach. Diese gehörte zunächst ab 1816 zum Kreis Gimborn, ab 1825 zum Kreis Gummersbach und bestand nur aus der Stadt Gummersbach.Gemeindeverzeichnis Rheinprovinz 1871 Im Jahr 1857 erhielt Gummersbach das Stadtrecht gemäß der Rheinischen Städteordnung.

Die Nationalsozialisten nutzten das Amtsgerichtsgefängnis für die Internierung von mindestens 187 Menschen. In der Stadt gab es einige hundert Kriegsgefangene, anfangs vor allem aus Frankreich, die Zwangsarbeit bei diversen Firmen leisten mussten. So waren unter anderem in den Lagern Am Erpelchen, Kaiserstraße 104 und 175 über 200 Zwangsarbeiter beschäftigt.Martin Weinmann (Hrsg.): Das nationalsozialistische Lagersystem. Zweitausendeins 1990, S. 407 Allein die Bergisch-Märkische Steinindustrie beschäftigte 534 „Ausländer“.

Im Rahmen der Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen wurden am 1. Juli 1969 große Teile der ehemaligen Gemeinde Lieberhausen und kleine Gebietsteile der damaligen Nachbargemeinden Bergneustadt, Bielstein, Denklingen, Gimborn, Marienheide und Wiehl eingegliedert. Gleichzeitig gab es Abtretungen an Bergneustadt und Ründeroth. Im Zuge der zweiten Kommunalgebietsreform, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, wurden große Teile der ehemaligen Gemeinde Gimborn nach Gummersbach eingegliedert (§ 15 Abs. 1 Köln-Gesetz); zugleich wurden kleinere Gebiete nach Wiehl und nach Marienheide ausgegliedert sowie aus diesen jeweils auch nach Gummersbach eingegliedert (§ 15 Abs. 2 und 3, § 16 Nr. 1 Köln-Gesetz).

Seit dem Jahre 1999 fanden viele weitreichende Bauarbeiten im Stadtzentrum statt. Dabei wurden im Jahr 1999 die Kaiser- und Hindenburgstraße zur Fußgängerzone umgebaut und umliegende Straßen im Gegenzug als sogenannter Innenstadtring ausgebaut. Mit der Pleite der Firma Steinmüller, ebenfalls 1999, begann der Umbau des westlichen Stadtzentrums vom Industriegelände zu einem neuen Teil der Innenstadt (siehe Abschnitt #Stadtentwicklung – Steinmüllergelände). Gummersbach liegt in Deutschland und deshalb ist die Amtssprache der Stadt Deutsch. Viele der Bewohner sprechen auch Bergisch, einen südöstlichen Dialekt des Limburgischen, der linguistisch einen Ostbergischen Dialekt darstellt, aufgrund des starken regionalen Einflusses aber als Dialekt des Ripoarischen wahrgenommen wird.

Einwohnerentwicklung (Haupt- und Nebenwohnsitze)

mini|400px|Bevölkerungsentwicklung von 1890–2017

Jahr Einwohner 1890 7.748 1910 16.050 1925 17.310 1950 30.617 1953 31.557 1957 32.150 1967 32.822 1977 49.285 1990 50.965 1995 54.462 Jahr Einwohner 2000 53.311 2002 54.318 2003 54.212 2004 54.312 2005 54.286 2006 53.878 2007 53.668 2008 53.337 2009 52.710 2010 52.495 Jahr Einwohner 2011 52.234 2012 52.234 2013 52.056 2014 51.968 2015 50.412 2016 50.368 2017 50.497 2020 52.705 2021 51.126 2022 53.855 Politik Bürgermeister Die Bürgermeister von Gummersbach sind seit 1807 namentlich belegt. Nachfolgend eine Auflistung der Personen der vergangenen 200 Jahre:

Bei der letzten Kommunalwahl am 14. September 2025 wurde Raoul Halding-Hoppenheit (CDU) mit 61,6 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren zum Bürgermeister gewählt.Wahl des Bürgermeisters 14.09.2025 – Stadt Gummersbach. Abgerufen am 19. September 2025. Er tritt sein Amt am 1. November 2025 an.

Stadtrat

Partei CDU SPD AfD GRÜNE LINKE FDP BSW Piraten GesamtSitze 2025181094221–46Sitze 202021113623––46Sitze 2014Landeswahlleiterin NRW2114–323–144

Städte- und Länderpartnerschaften La Roche-sur-Yon, Frankreich (seit 1968) Burg, Deutschland (seit 1. November 1990) Afandou auf Rhodos, Griechenland (seit 16. Oktober 2001) in den 1950er- und 1960er-Jahren kamen viele griechische Gastarbeiter aus Afandou nach Gummersbach Lębork, Polen, ehemals Lauenburg/Pommern. Es bestehen freundschaftliche Beziehungen, aber keine Partnerschaft. 1955 übernahmen der Oberbergische Kreis und die Stadt Gummersbach eine Patenschaft für die aus Lauenburg stammenden Vertriebenen, die sich alle zwei Jahre in Gummersbach treffen. Viele Bewohner Gummersbachs kamen nach dem Zweiten Weltkrieg als Heimatvertriebene aus Hinterpommern in die Stadt, insbesondere aus dem damaligen Lauenburg. Lesotho. Gummersbach ist die einzige Stadt Deutschlands mit einem Partnerland (seit 5. Juli 2012)

Wappen Durch allerhöchsten Erlass des Königs Wilhelm II. von Preußen vom 27. Juli 1892 wurde der Stadt Gummersbach die Genehmigung zur Führung eines Stadtwappens erteilt. Die weiß-roten Schachbalken auf goldenem Grund waren die Wappenzier der Grafen von der Mark, die 350 Jahre lang Landesherren über das Amt Neustadt und über die Veste Gummersbach waren. Die Spindel im blauen Feld versinnbildlicht den Gewerbefleiß der Bevölkerung und insbesondere die Textilindustrie, die um die Jahrhundertwende einem großen Teil der Einwohner Lohn und Brot gab. Die Mauerkrone wurde auf Anregung des Königlichen Heroldsamtes in Berlin in das Wappenbild aufgenommen.

Stadtzentrum Im Jahr 1999 wurden die Kaiserstraße und die Hindenburgstraße im Stadtzentrum zu einer Fußgängerzone. Seitdem läuft der Verkehr um die Innenstadt herum, über die La-Roche-sur-Yon-Straße (benannt nach der frz. Partnerstadt) und die Karlstraße, die heute Teil des seit 2016 geschlossenen Innenstadtrings sind. Die neu geschaffene Fußgängerzone ist heute die wichtigste Einkaufsstraße Gummersbachs. Weitere Fußgängerzonen befinden sich in der Moltkestraße, der Wilhelmstraße, der Schützenstraße, der Alte Rathausstraße sowie der Kampstraße. Die Wilhelmstraße wurde im Jahr 2015 als eine der letzten Fußgängerzonen grundsaniert. Am Treffpunkt von Kaiser-, Hindenburg- und Moltkestraße befindet sich der Lindenplatz, der gelegentlich für Veranstaltungen (zum Beispiel Freiluftkonzerte oder Weihnachtsmärkte) genutzt wird.

Gegenüber dem Rathaus liegt der Bismarckplatz. Hier finden ebenfalls immer wieder Veranstaltungen statt. Jeden Dienstag- und Donnerstagvormittag findet man dort einen Wochenmarkt.

Innerhalb des Innenstadtrings liegt das Kino Burgtheater, welches zurzeit geschlossen ist und zu einem Programmkino umgebaut werden soll. Bis 2008 befand sich im Stadtteil Dieringhausen ein weiteres Kino. Außerhalb des Innenstadtrings findet man das zurzeit wegen Renovierungsbedarfs geschlossene Stadttheater mit 800 Sitzplätzen. Gegenüber gelegen ist die Eugen-Haas-Halle. Sie war bis 2013 neben der Kölner Lanxess Arena eine Heimspielstätte des Handball-Bundesligisten VfL Gummersbach. Zur Saison 2013/2014 zog dieser in die, auf dem Steinmüllergelände neu errichtete, Schwalbe-Arena um. An der Singerbrinkstraße befindet sich das Erlebnisbad Gumbala („Gummersbacher Badeland“). An der Moltkestraße befindet sich das Kreishaus des Oberbergischen Kreises. Gegenüber liegt die Kreis- und Stadtbücherei.

Im Jahr 2013 wurde die Halle 32 eröffnet. Dort finden seitdem Konzerte, Gottesdienste, Comedy- und Theatervorführungen statt. Die Halle bietet bis zu 1.500 Zuschauern Platz. Im Obergeschoss befindet sich darüber hinaus ein Businessbereich, der u. a. vom VfL Gummersbach bei Heimspielen in der benachbarten Schwalbe-Arena genutzt wird. Zu diesem Zweck ist der Businessbereich auch über eine Brücke mit der Schwalbe-Arena verbunden.

Der Kern der Innenstadt liegt in einem Tal zwischen den Erhebungen Steinberg, Hepel und Berstig. Auf den Erhebungen befinden sich Wohngebiete, die zur Innenstadt gehören. Auf der Berstig befindet sich das Kreiskrankenhaus. 2022 erreichte die Innenstadt die Zahl von 10.000 Einwohnern.Einwohnerzahlen Stadtteile 31.12.2022 (PDF), auf gummersbach.de

Stadtentwicklung – Steinmüllergelände