mini|hochkant=1.5|The Dinner Party, Kunstinstallation von Judy Chicago, zentral der Heritage Floor
Die Liste der 999 Frauen des Heritage Floor führt die 999 Frauen auf, denen im Kunstwerk The Dinner Party von Judy Chicago eine goldene Inschrift auf den 2304 dreieckigen weißen handgefertigten Porzellanbodenfliesen des Heritage Floor gewidmet wurde. Der Boden unter der Tafel wird von Chicago als Symbol of our heritage (deutsch: Symbol unseres Kulturerbes) beschrieben. Dieser Geschichtsboden sollte das buchstäbliche und symbolische Fundament der Festtafel sein.Judy Chicago, Durch die Blume, Rowohlt, Hamburg, 1984, S. 247 Die Namenszüge verlaufen zumeist über mehrere nebeneinanderliegende Kacheln. Hergestellt wurden die Fliesen in der China Boutique außerhalb von Los Angeles. Sie wurden mehrfach mit Regenbogen- und Goldglanz gebrannt. Der Herstellungsprozess des Heritage Floor nahm mehr als zwei Jahre in Anspruch. Aus einer Liste von über 3000 zusammengestellten Namen wählte ein Team aus mehr als zwanzig Mitgliedern unter Leitung von Diane Gelon und Ann Isolde 999 Frauen aus, mit deren Namen die Fliesen beschriftet wurden.
Ihrer Arbeit voraus ging die Überlegung, dass die Leistungen von Frauen in der Geschichte zumeist verschwiegen würden. Frauen müssten ihre Energien im Kampf, an der Kultur teilzuhaben vergeuden, statt sie gleichberechtigt mitzuformen. Das Kunstwerk sollte die Leistungen von Frauen in der Menschheitsgeschichte aufzeigen und gleichzeitig auch die Tragödien, die durch die Unterdrückung von Frauen entstanden waren.Judy Chicago, Durch die Blume, Rowohlt, Hamburg, 1984, S. 243 Das Kunstwerk und der Heritage Floor dienen als visuelle Darstellung der Beiträge, die Frauen zu allen Aspekten der Geschichte geleistet haben.
Die Dinnertafel mini|Gedeck auf der Tafel mit zugehörigen beschrifteten Kacheln unter dem Gedeck im Heritage Floor
Aufbau der Tafel Die Tafel bildet ein gleichseitiges Dreieck. An jeder dieser drei Seiten befinden sich Gedecke für dreizehn historische oder mythologische Persönlichkeiten. An der ersten Seite sind Gedecke für Persönlichkeiten der Urgeschichte bis zur Römischen Kaiserzeit angeordnet, an der zweiten Seite für Persönlichkeiten der Christianisierung bis zur Reformation und an der dritten Seite für Persönlichkeiten von der Amerikanischen Revolution bis zur Frauenbewegung.
Der Heritage Floor Die Dinnertafel steht auf einem Kachelboden, bestehend aus 2304 weißen, dreieckigen handgefertigten Porzellanbodenfliesen. Diese Fliesen wurden mit den Namen von 999 historischen oder mythischen Persönlichkeiten beschriftet.
Judy Chicago hat für die Auswahl der Persönlichkeiten in die Liste der Frauen des Heritage Floor Kriterien definiert, von denen mindestens eines für die Aufnahme erfüllt sein musste:Judy Chicago: The Dinner Party: From Creation to Preservation. Merrell 2007, London, Heritage panels, ISBN 1-85894-370-1, S. 289.
Sie hat einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft geleistet; Sie hat versucht, das Los anderer Frauen zu verbessern; Ihr Leben und ihre Arbeit haben bedeutende Aspekte der Frauengeschichte beleuchtet; Sie bietet ein Vorbild für eine gleichberechtigtere Zukunft.
Die Namen der 999 Frauen des Heritage Floor sind den „Gedecken“ auf der Tafel zugeordnet. Sie sind räumlich unterhalb des jeweiligen Gedeckes auf den Kacheln geschrieben und fließen von dort in den Raum innerhalb der Tafel.
Zur Installation gehören sieben Wandpaneele, die Heritage Panels, die Informationen zu den im Kunstwerk repräsentierten Frauen enthalten. Diese Wandpaneele sind großformatige, handkolorierte Foto- und Textcollagen. Sie setzen die Frauen, die auf den Bodenkacheln erwähnt sind, in eine Beziehung zu denjenigen, die ein Gedeck erhalten haben. Wie beim Heritage Floor sind die auf den Heritage Panels aufgeführten Namen unter dem entsprechenden Gedeck angeordnet.
Seit 2007 befindet sich die Installation als feste Ausstellung im Elizabeth A. Sackler Center for Feminist Art im Brooklyn Museum, New York.
Anmerkungen Fehler in der Liste der 999 Frauen des Heritage Floor In das Kunstwerk haben sich einige Fehler eingeschlichen. So gibt es mehrere Frauen, die durch zwei Inschriften mit unterschiedlichen historischen Namen aufgeführt sind. Doppelt in der Liste sind: Astarte als Ashtoreth und Astarte, Berenguela als Berengaria und Berenguela, Engelberga als Angelberga und Engleberga, Iaia als Lalla und Laya, Königin von Saba als Nicaula und Makeda, Mairgréag Ní Chearbhaill als Failge und Margaret O’Connor, Maryam bint Abī Yaʿqūb asch-Schilbī Real Academia de la Historia: Maryam bint Abī Ya’qūb al-Fayṣūlī al-Anṣārī. als Maria Alphaizuli und Maryann, Ninḫursanga als Aruru und Ninhursaga, Themistokleia als Aristoclea und Theoclea.
Die Frauen wurden teilweise derselben Person mit Gedeck zugeordnet, teilweise auch unterschiedlichen.
Zudem wurde Hatschepsut einerseits ein Gedeck gewidmet, sie wird jedoch zusätzlich unter der Bezeichnung Hashop im Heritage Floor geführt. Dort ist Hashop dem Gedeck der Hatschepsut zugeordnet.
Mit Kresilas, bei Chicago Cresilla, befindet sich auch ein Mann in der Liste, bei dem Judy Chicago irrtümlich davon ausging, er sei eine Frau gewesen.
Die Königstochter und Herzogin Adelperga wurde durch Missverständnisse als Laienheilerin Adelberger in die Liste aufgenommen.
Als schwedische Nonne, die einen Liebesbrief verfasste, wurde Ingrid Persdotter in die Liste aufgenommen. Sie ist dem Gedeck von Christine de Pizan zugeordnet. Der Liebesbrief genießt auch heute hohes Ansehen als literarische Arbeit, jedoch hat es die Nonne Ingrid Persdotter nicht gegeben. Dabei handelte es sich um eine Fälschung. Unter Historikern stark umstritten ist auch, ob es Helena von Alexandria und ihr Schlachtengemälde wirklich gegeben habe. Ihr Name ist dem Tischgedeck Sappho zugeordnet.
Hinweise Zusätzlich zu den Namen, wie sie in der deutschen Transkription oder im wissenschaftlichen Sprachgebrauch benutzt werden, wird in der Liste die Schreibweise aufgeführt, die von Judy Chicago auf den Kacheln gewählt wurde.
Die Angaben zu den Frauen, die noch keinen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia haben, sind durch die unter Bemerkungen angeführten Einzelnachweise referenziert. Sollten einzelne Angaben in der Tabelle nicht über die Hauptartikel referenziert sein, so sind an der entsprechenden Stelle zusätzliche Einzelnachweise angegeben. Bei Abweichungen zwischen belegten Angaben in Wikipedia-Artikeln und den Beschreibungen des Kunstwerks auf der Seite des Brooklyn Museums wird darauf zusätzlich unter „Bemerkungen“ hingewiesen.
Wo möglich, sind die Listeneinträge zu den von Chicago ausgewählten Frauen mit bildlichen Darstellungen der betreffenden Personen versehen. In den Fällen, in denen keine mehr oder minder zeitgenössischen Darstellungen vorliegen, handelt es sich bei den verwendeten Abbildungen jedoch um deutlich spätere Illustrationen, die keinen Bezug zum wirklichen Aussehen oder dem ursprünglichen historischen oder kulturellen Hintergrund der Frauengestalten haben müssen, sondern deren spätere Rezeption widerspiegeln.
Einzelnachweise
Seite I: Urgeschichte bis zur Römischen Kaiserzeit An der ersten Seite der Tafel sind Sitzplätze für historische oder mythologische Persönlichkeiten von der Urgeschichte bis zu Entstehung und Niedergang der Klassischen Antike angeordnet. Der Abschnitt beginnt mit Ur-Göttinnen und endet mit Hypatia von Alexandria zur Römischen Kaiserzeit. 1. Urgöttin 2. Fruchtbarkeitsgöttin 3. Ištar 4. Kali 5. Schlangengöttin 6. Sophia 7. Amazonen 8. Hatschepsut 9. Judit 10. Sappho 11. Aspasia 12. Boudicca 13. Hypatia
Seite II: Christianisierung bis zur Reformation Die zweite Seite beginnt mit der Heiligen Marcella und deckt den Aufstieg des Christentums ab. Er schließt mit Anna Maria von Schürmann im siebzehnten Jahrhundert zum Zeitpunkt der Reformation ab.
14. Marcella 15. Brigida von Kildare 16. Theodora I. 17. Hrotsvit 18. Trota 19. Eleonore von Aquitanien 20. Hildegard von Bingen 21. Petronilla de Meath 22. Christine de Pizan 23. Isabella d’Este 24. Elisabeth I. 25. Artemisia Gentileschi 26. Anna Maria von Schürmann
Seite III: Amerikanische Revolution bis zur Frauenbewegung Die dritte Seite repräsentiert das „Zeitalter der Revolution“. Es beginnt mit Anne Hutchinson und führt von der Amerikanischen Revolution durch das zwanzigste Jahrhundert bis zur ersten und zweiten Welle feministischer Umwälzung und endet mit den Plätzen von Virginia Woolf und Georgia O’Keeffe.
27. Anne Hutchinson 28. Sacajawea 29. Caroline Herschel 30. Mary Wollstonecraft 31. Sojourner Truth 32. Susan B. Anthony 33. Elizabeth Blackwell 34. Emily Dickinson 35. Ethel Smyth 36. Margaret Sanger 37. Natalie Barney 38. Virginia Woolf 39. Georgia O’Keeffe
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