Franz Mertz (* 21. Juli 1897 in Köln; † 22. Januar 1966 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Kunstmaler, Bühnenbildner und Bühnenarchitekt. Bekannt sind vor allem seine Arbeiten in den 1950er Jahren für Gustav Rudolf Sellner in Darmstadt. Sein Bühnenaufbau integrierte die neuen Richtungen von Malerei, Plastik und Architektur.

Wirken Nach seinem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf war Mertz ab 1924 am Düsseldorfer Schauspielhaus bei Luise Dumont und Gustav Lindemann tätig. 1930 erstellte er das Bühnenbild für Bohuslav Kokoschkas Geh, mach die Tür zu, es zieht, in dem die erste Schwebeform, das spezifische Element des später so genannten „Darmstädter Stils“ entstand. 1942 zog die Familie nach Kiel, in der Hoffnung den Bombenangriffen auf Berlin entfliehen zu können. Den Darmstädter Stil entwickelte Franz Mertz nach seinem Wechsel nach Darmstadt 1951 mit Sellner, den Dramaturgen Egon Vietta und Claus Bremer, sowie dem Musiker Michael Raffaeli (1929–2018). Aus der Zusammenarbeit mit ihnen entstanden im Landestheater Darmstadt Inszenierungen wie Sophokles’ Tragödie König Ödipus und Büchners Woyzeck. In diesen Inszenierungen nutzte Mertz die schräg nach hinten aufsteigenden Raumteile um eine Tiefenwirkung zu erzielen. Nach acht Jahren verließ er das Landestheater Darmstadt und wechselte ans Frankfurter Schauspielhaus. Zu seinen bühenprägenden Hinterlassenschaften gehört auch die von ihm zusammen mit dem Regisseur Heinrich Koch entwickelte Einheitsbühne, der sogenannten Koch-Platte.

Als Bühnenbildner hatte er Exklusivverträge u. a. mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen, dem Schillertheater Berlin, dem Bayerischen Staatsschauspiel München und den Städtischen Bühnen Frankfurt. Außerdem schuf er Ausstattungen für Fernsehinszenierungen, u. a. des Bayerischen Rundfunks und Fernsehens (1955, Die Kluge).

Mertz war seit 1957 Mitglied der „Darmstädter Sezession“.

Im Januar 1966 erlag der 69-jährige Mertz in Frankfurt den Verletzungen, die er drei Tage zuvor bei einem Verkehrsunfall erlitt.Bühnentechnische Rundschau. 1/1966, S. 30. Er war mit Alma von Stosch verheiratet. Die Fotografin Vera Mercer ist seine Tochter, sein Sohn Peter Mertz wurde 1934 geboren, war von 1966 bis 1972 Chefdramatiker am Mannheimer Staatstheater, in München bis 1975 am Bayerischen Staatsschauspiel/Residenztheater und danach als Künstlerischer Mitarbeiter am StaatstheaterMertz, Peter. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 831. tätig.

Sein künstlerischer Nachlass liegt in der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität zu Köln.

Filmografie 1956: Iphigenie auf Tauris (Regie: Gustav Rudolf Sellner) 1957: Abu Kasems Pantoffeln (Regie: Gustav Rudolf Sellner) 1959: Der Herr Ornifle (Regie: Raoul Wolfgang Schnell)

Veröffentlichungen Bühnenbilder, druck VI/63, Darmstädter Galerie, Darmstadt 1963.

Literatur Herbert A. Frenzel, Hans Joachim Moser (Hrsg.): Kürschners biographisches Theater-Handbuch. Schauspiel, Oper, Film, Rundfunk. Deutschland, Österreich, Schweiz. De Gruyter, Berlin 1956, , S. 485–486. Wilhelm Kosch (Hrsg.): Deutsches Theaterlexikon. Band II: Hurka–Pallenberg. De Gruyter, Berlin u. a. 2011. S. 1443. ISBN 978-3-907820-28-5.

Weblinks

http://www.universitaetssammlungen.de/modell/231 (Modell eines Bühnenbildes mit Säulen von Franz Mertz)

Einzelnachweise

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