Autodoc ist ein Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin. Es betreibt Onlineshops für Pkw-, Lkw und Motorrad-Ersatzteile in 27 europäischen Ländern. Zu den Kunden gehören in erster Linie Privatpersonen und kleinere Werkstätten. Das Unternehmen vertreibt Produkte über eigene Onlineshops, mobile Applikationen, den integrierten AUTODOC MARKETPLACE und externe Plattformen. Das Unternehmen besteht seit 2008 und firmiert seit 2015 unter der Marke Autodoc.
Geschichte mini|Logo bis Anfang 2022 2008 gründeten Alexej Erdle, Max Wegner und Vitalij Kungel, alle Spätaussiedler (Wolgadeutsche), das Unternehmen E&S Pkwteile GmbH, mit einem Onlineshop. 2009 wurde der erste Arbeitnehmer eingestellt.
In den Anfangsjahren befand sich das Unternehmen in Berlin-Weißensee. Seit 2010 befinden sich die Büro- und Logistikflächen in Berlin-Lichtenberg. Im Jahr 2011 begann die Expansion nach Österreich und in die Schweiz. 2012 folgten Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien.
Ab 2015 firmierte das Unternehmen als Autodoc GmbH. Im Geschäftsjahr 2016 überschritt der Umsatz die Marke von 100 Millionen Euro, 2017 erreichte er mehr als 250 Millionen Euro. 2018 nahm Autodoc auch Ersatzteile für Lastkraftwagen und andere Nutzfahrzeuge ins Sortiment auf.
Im Jahr 2021 überschritt der Jahresumsatz erstmals eine Milliarde Euro. Im Jahr 2022 zählt Autodoc europaweit insgesamt 5.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2023 erreichte AUTODOC einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 erzielte Autodoc einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden Euro.
Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben der europaweit umsatzstärkste Onlinehändler für Autoersatzteile. Unabhängig von der Branche zählte das Unternehmen nach einer Auswertung der Financial Times im Jahr 2018, gemessen am Umsatz, zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen in Europa. Dieses Wachstum erfolgte ohne Fremdfinanzierung. mini|Hauptsitz in Berlin-Lichtenberg (2020) Seit Juni 2019 besitzt Autodoc eine Repräsentanz am Berliner Kurfürstendamm 22 (Kranzler-Eck). Im November 2025 eröffnete Autodoc offiziell sein neues Hauptquartier im Tacheles in Berlin-Mitte. Der Standort in Berlin-Lichtenberg bleibt weiterhin der Hauptsitz des Ersatzteilehändlers.
Das Logistiknetzwerk des Unternehmens basiert auf den Hauptstandorten in Stettin, Cheb (Tschechien), Berlin und Gent. Autodocs größter Logistikstandort wurde Ende 2022 im polnischen Stettin fertiggestellt. Im ersten Schritt eröffnete Autodoc 2018 einen Umschlagplatz im Stettiner Ortsteil Załom-Kasztanowe nahe der polnischen Autobahn A6. Im September 2020 folgte ein neues, halbautomatisches Distributionszentrum. Das im Dezember 2022 in Betrieb genommene Logistikzentrum komplettiert den Stettiner Standort und erweitert die dortigen 26.700 Quadratmeter Lagerfläche um weitere 40.000 Quadratmeter. In Stettin beschäftigt Autodoc derzeit fast 2.000 Mitarbeiter. Im Jahr 2021 entschied sich das Unternehmen einen dritten Lager- und Logistikstandort im tschechischen Cheb aufzubauen. Im März 2025 nahm Autodoc zudem in Zusammenarbeit mit dem Logistikdienstleister Katoen Natie ein neues Logistikzentrum im belgischen Gent in Betrieb. Der Standort umfasst eine Fläche von rund 15.000 Quadratmetern.
Im September 2021 änderte das Unternehmen seine Rechtsform von einer GmbH zu einer Aktiengesellschaft. Seit November 2022 firmiert die Autodoc AG als Autodoc SE. Das Unternehmen verfügt über Standorte in Deutschland, Polen, Tschechien, Ukraine, Moldawien, Frankreich und Portugal.
Sonstiges Autodoc ist in 27 europäischen Ländern tätig und beschäftigte im Jahr 2025 insgesamt rund 6.000 Mitarbeiter. Diese verteilen sich auf Standorte in Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kasachstan, Luxemburg, den Niederlanden, Polen, Moldawien, Portugal, Tschechien, der Ukraine und dem Vereinigten Königreich.
Das Unternehmen verfügt über einen Tech-Hub in Lissabon, Portugal, der die Entwicklung digitaler Plattformen unterstützt.
Das Produktsortiment des Unternehmens umfasst rund 6,7 Millionen Ersatzteile für PKW, LKW und Motorräder aus den Bereichen Motor, Fahrwerk, Beleuchtung, Elektrik, Belüftung und Reifen für über 75.000 Fahrzeugmodelle (2.500 Markenhersteller für 176 PKW-, 23 LKW- und 154 Motorradmarken). Neben Fremdmarken vertreibt das Unternehmen die Eigenmarken RIDEX, goCORE und Stark. Im Jahr 2025 wurden von diesen Eigenmarken insgesamt 17,7 Millionen Einheiten abgesetzt, wobei RIDEX die absatzstärkste Marke innerhalb des Gesamtsortiments darstellt. Das Sortiment der Eigenmarken wurde um 19,7 Prozent auf über 94.000 Artikel erweitert. Der Vertrieb erfolgt über eigene Onlineshops, eine mobile Applikation (mit über 15 Millionen Installationen bis 2025 und rund 141 Millionen Downloads seit Einführung 2016) sowie über den eigenen und externe Marktplätze.
Autodoc veröffentlicht Artikel, Anleitungen und Video-Tutorials zur Fahrzeugwartung und -reparatur. Diese Materialien sind über den Blog der Autodoc-Website und die Plattform Autodoc Club zugänglich, die über 21.500 PDF-Handbücher und mehr als 4.300 Videos sowie Tools zur Verfolgung der Servicehistorie und -kosten bietet. Zudem ist seit 2020 mit AUTODOC PLUS ein kostenpflichtiges Abonnement für Kunden verfügbar, das unter anderem Rabatte, vergünstigte Premium-Funktionen sowie eine prioritäre Bearbeitung von Bestellungen umfasst.
Seit November 2022 betreibt das Unternehmen mit AUTODOC PRO ein spezielles Partnerprogramm für gewerbliche Kunden und Fachbetriebe. Das Programm wurde zunächst in Frankreich eingeführt und ist laut Unternehmensangaben darauf ausgelegt, den gesamten Bedarf von Werkstätten abzudecken. Nach der Expansion in die Niederlande im Mai 2024 wurde der Dienst sukzessive auf weitere europäische Märkte ausgeweitet. Aktuell ist der Service in Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, Italien und den Niederlanden verfügbar. Eine Einführung in Spanien und Luxemburg ist laut Unternehmensplanung vorgesehen. Unter dem Namen Autodoc Marketplace ermöglicht Autodoc auf seinen Plattformen zusätzlich seit Anfang 2025 den Verkauf von Produkten durch Drittanbieter auf mehreren europäischen Märkten.
Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete Autodoc rund 18,9 Millionen Bestellungen, was einer Steigerung von 12,4 % gegenüber dem Vorjahr (16,8 Millionen) entspricht. Die Anzahl der verkauften Artikel stieg im selben Zeitraum um 10,7 % auf 72,5 Millionen Einheiten. Täglich wurden durchschnittlich 200.000 Einheiten aus den Logistikzentren versandt.
Die Anzahl der aktiven Kunden lag im Jahr 2025 bei 9,3 Millionen. Seit der Unternehmensgründung im Jahr 2008 erreichte das Unternehmen nach eigenen Angaben insgesamt über 30 Millionen Kunden.
2019 war Autodoc offizieller Partner der FIA World Rally Championship (WRC) und Sponsor bei allen europäischen Läufen. 2018 war Autodoc offizieller Partner der ADAC Rallye Masters.
Auszeichnungen Im Jahr 2026 wurde Autodoc zum dritten Mal in Folge mit dem Deutschen Onlineshop Award ausgezeichnet und erzielte dabei eine Bewertung von 9 von 10 Punkten in den Kategorien Marketing & Design, Benutzerfreundlichkeit sowie Kundenservice & Kundenefahrung.
Rückgabe- und Zahlungsbedingungen Autodoc bietet eine standardmäßige 14-tägige Rückgabefrist ab Lieferdatum. Das Unternehmen bietet zudem die kostenpflichtige Option „Safe Order“ an, die eine kostenlose Rückgabe bis zu 200 Tage nach Lieferung ohne Angabe von Gründen ermöglicht. Kunden können per Kreditkarte (Visa, MasterCard), PayPal, Banküberweisung oder über Klarna bezahlen. Lagerware wird in der Regel innerhalb von 1–2 Werktagen nach Zahlungseingang versandt.
Kontroverse Im August 2019 berichtete die New York Times in einem Artikel über internationale Einflüsse auf die Entwicklung rechtsextrem-nationalistischer Strömungen am Beispiel Schwedens über Anzeigen der Firma Autodoc auf diversen schwedischen Webseiten des „Alt-Right“-Spektrums sowie auf anderen extremistischen Websites in Deutschland, Ungarn, Österreich und anderen europäischen Ländern. Daneben seien unter einer nur über Eingabe der direkten URL abrufbaren Unterseite der Autodoc-Website Artikel in unterschiedlichen Sprachen mit zum Teil kontroversen gesellschaftlichen Themen abrufbar gewesen. In Folge wurde ein Autodoc-Sponsoring von Berliner Schulen mit Warnwesten für Erstklässler durch den Berliner Senat beendet.
Autodoc bestätigte die Anzeigenschaltung, habe von den beiden Vorgängen aber zunächst nichts gewusst, sondern erst aus der Presse davon erfahren. Die aus Sicht des Unternehmens unerwünschten Bannerschaltungen seien über Drittdienstleister im Jahr 2017 erfolgt und nach Kenntnisnahme durch Autodoc unverzüglich gestoppt worden. Die Inhalte auf der eigenen Webseite seien, neben anderen, zum Zwecke der Suchmaschinenoptimierung automatisiert und unbeabsichtigt von öffentlich zugänglichen Webseiten übernommen worden. Nach Kenntnis über die Berichterstattung seien diese Inhalte umgehend gelöscht und die Praxis beendet worden.
Der RBB fasste die Unternehmensreaktion wie folgt zusammen: „Der ‘New York Times’ sagte der Unternehmenssprecher von Autodoc, Thomas Casper, die Firma habe ‘kein Interesse rechte Medien zu unterstützen’, und ergänzte: ‘Wir sind vehement gegen Rassismus und rechtsextreme Prinzipien’. Das Autodoc-Marketingteam arbeite bei der Online-Werbung mit Drittfirmen zusammen und das Unternehmen habe Kontrollmechanismen verschärft und eine externe Mediaagentur engagiert, mit denen man versuche zu garantieren, dass keine Werbung mehr auf Seiten mit rechtsextremen Inhalt platziert werde.“
Weblinks
Website von Autodoc
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmensgründung 2008 Kategorie:Onlineshop Kategorie:Automobilzulieferer Kategorie:Dienstleistungsunternehmen (Berlin)