Historische Städte der PyuOffizielle Bezeichnung , , deutsche Übersetzung entsprechend ist eine von der UNESCO gelistete Stätte des Weltkulturerbes in Myanmar. Die Welterbestätte umfasst drei Ruinenstädte des Volks der Pyu, das im ersten nachchristlichen Jahrtausend eine der ersten Hochkulturen in Südostasien bildete.
Hintergrund
Das tibetobirmanische Volk der Pyu lebte im ersten nachchristlichen Jahrtausend im Gebiet des heutigen Myanmar. Sie errichteten dort mehrere Stadtstaaten, die wohl jeweils von einem eigenen König regiert wurden. Die Städte hatten teils einen runden Grundriss, teils einen rechteckigen. Einige dieser Städte lagen am Lauf des Irrawaddy, die meisten aber abseits an seinen Nebenflüssen.
Für die Landwirtschaft hatten die Pyu ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem entwickelt, vor allem um die Stadtanlagen herum lassen sich noch heute Kanalsysteme nachweisen. Ursprünglich hinduistisch geprägt nahmen die Pyu im 2. bis 3. Jahrhundert den Buddhismus an, erhaltenen Inschriften nach aus der Schultradition des Theravada.
Eintragung Historische Städte der Pyu wurde 2014 aufgrund eines Beschlusses der 38. Sitzung des Welterbekomitees als Kulturerbestätte in die Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen. In der Begründung für die Eintragung heißt es unter anderem:
Die Eintragung erfolgte aufgrund der Kriterien (ii), (iii) und (iv).
Umfang Die serielle Welterbestätte besteht aus drei voneinander getrennten Arealen. Diese umfassen insgesamt einen Schutzbereich von 5809 ha. Die einzelnen Schutzbereiche sind jeweils von Pufferzonen umgeben, die insgesamt eine Fläche von 6790 ha haben.
Ref.-Nr. Bezeichnung Lage Schutzbereich Pufferzone 1444-001 Halin Sagaing-Region() 1.243 ha 2.198 ha 1444-002 Beikthano Magwe-Region() 1.188 ha 2.879 ha 1444-003 Sri Ksetra Bago-Region() 3.378 ha 1,713 ha
Die einzelnen Städte mini|hochkant|Lageplan
Beikthano
Beikthano war eine der frühesten Städte der Pyu. Sie entstand im zweiten oder ersten vorchristlichen Jahrhundert und verlor im 5. Jahrhundert an Bedeutung. Die Stadt hatte einen rechteckigen Grundriss von etwa 1 km × 3 km und war von einer Ziegelmauer umgeben, von der heute noch bis zwei Meter hohe Reste stehen. Von 1959 bis 1962 fanden Ausgrabungen statt. Dabei wurden 25 Ziegelbauten gefunden, darunter ein Palastbezirk, eine Klosteranlage und ein Totenhaus. Inschriften oder Figuren wurden so gut wie keine gefunden.
Sri Ksetra
Sri Ksetra war die größte Stadt der Pyu. Sie soll 94 n. Chr. gegründet worden sein und wurde 656 verlassen. Die Stadt hatte einen runden Grundriss mit 4,4 km im Durchmesser und war von einer Ziegelmauer umgeben. Erste Ausgrabungen fanden 1904 statt, 1991 wurde ein Palast im Zentrum der Stadt ausgegraben. Weitere ergrabene Bauten sind Stupas, Pagoden und Tempel. Zudem wurden Gold-, Bronze- und Steinskulpturen sowie Inschriften in Sanskrit, Pali und Pyu gefunden.
Halin
Halin war die drittgrößte Stadt der Pyu. Sie hatte einen rechteckigen Grundriss von etwa 1,5 km × 3 km und war von einer Ziegelmauer umgeben. In der Mitte der Statt befand sich eine ebenfalls ummauerte Palastanlage. Ausgrabungen fanden 1904 bis 1905, 1929 bis 1930 und 1963 bis 1967 statt. Dabei wurden vor allem Urnen, Inschriften und Statuen gefunden. Dass kaum Architekturreste gefunden wurden, wird darauf zurückgeführt, dass Holz das Hauptbaumaterial war.
Bilder
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Asien Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Myanmar
Kategorie:Serielle Welterbestätte Kategorie:Welterbestätte in Asien Kategorie:Welterbestätte in Myanmar Kategorie:Weltkulturerbestätte