Die Clausewitz-Kaserne ist eine nach Carl von Clausewitz benannte Kaserne der Bundeswehr, welche sich südöstlich des Stadtzentrums von Nienburg/Weser im Ortsteil Langendamm befindet.

Lage Die Clausewitz-Kaserne liegt östlich der Bundesstraße 6 und befindet sich an der Adresse Am Rehhagen 10. An die Kaserne ist ein Standortübungsplatz angegliedert.

Geschichte Die Kaserne wurde im Rahmen der Aufstellung der Bundeswehr 1956 nach Entwürfen von Friedrich Wilhelm Kraemer erbaut.Verzinkte Scheune. baunetz.de vom 27. Januar 2020, abgerufen am 28. Januar 2020 Bemerkenswert ist hierbei, dass mit dem Bau am 28. August begonnen wurde und bereits am 13. Dezember Richtfest begangen werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt konnte Nienburg bereits auf eine lange Garnisonsgeschichte zurückblicken (siehe auch Geschichte der Stadt Nienburg).

Die Geschichte der Kaserne ist in der Folge eng mit der Panzerbrigade 3 und deren Vorgängern verbunden, obwohl auch andere Truppenteile dort stationiert waren. Nach Auflösung der Brigade im Jahr 1993 wurde die Belegung der Kaserne von ca. 3000 Soldaten auf ca. 900 Soldaten im Jahre 2017 reduziert. Da im Jahr 2003 das Bataillon Elektronische Kampfführung 912 (EloKaBtl 912) und Vorgänger des Kommando Zivil-Militärische Zusammenarbeit (KdoZMZBw) in der Kaserne aufgestellt wurden, welche auch im Stationierungskonzept 2011 weiter vorgesehen sind, gilt der Standort als mittelfristig gesichert. Neben der Clausewitz-Kaserne bestanden am Standort Nienburg nach dem Zweiten Weltkrieg unter anderem auch die noch im Auftrag der Wehrmacht errichtete Mudra-Kaserne (welche von 1950 bis 1996 vom 21st Engineer Regiment der Rheinarmee genutzt wurde), die 1960 gegründete Bundeswehrfachschule an der Verdener Straße (welche jetzt als Stadtarchiv genutzt wird), das Kreiswehrersatzamt am Berliner Ring (in welchem sich jetzt das Amts- und das Arbeitsgericht Nienburg befinden), die Kleiderkammer an der Ziegelkampstraße, das Verteidigungskreiskommando an der Breslauer Straße sowie in Pionierwasserübungsplatz an der Luise-Wyneken-Straße. Weiterhin bestand über das schwere Artilleriebataillon 140 (später 12), zugehörig zum Artillerieregiment 1 (Hannover) eine enge Verbindung zum 32nd US Army Field Artillery Detachment, welches im Rahmen der Nuklearen Teilhabe das Sondermunitionslager Liebenau betrieb.https://www.nienburg.de/portal/seiten/die-clausewitz-kaserne-in-nienburg-langendamm-2000012-21501.html Internetauftritt der Stadt Nienburg, abgerufen am 7. November 2017

Aktuelle Situation

Stationierte Einheiten / Dienststellen

Bataillon Elektronische Kampfführung 912, Cyber- und Informationsraum (seit 2003) Kommando Zivil-Militärische Zusammenarbeit (KdoZMZBw) (inkl. Vorgängerorganisationen; seit 2003) Sanitätsversorgungszentrum Nienburg (ZSan), (seit 2015, Vorgängerorganisationen waren vor Ort) Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Wunstorf, Außenstelle Nienburg (seit 2007, Vorgängerorganisationen waren vor Ort) Evangelisches Militärpfarramt Nienburg (seit 2007, Vorgängerorganisationen waren vor Ort) Lehrbereich III 4 des Bildungszentrums der Bundeswehr (BiZBw), Ziegelkampstraße 43 (seit 2007) Unterstützungspersonal Standortältester Nienburg (seit 2008) Verschiedene Einrichtungen des Reservistenverbandes (VdRBw) und seit 2008 auch des Bundeswehrverbandes und der BWI GmbH Wallmeistertrupp Nienburg (seit 2013) Heimatschutzregiment 3 Innerhalb der Kaserne befindet sich die auf Anfrage kostenlos zugängliche Militärgeschichtliche Sammlung des Standortes

Ehemalige Einheiten Folgende Einheiten der Bundeswehr waren in der Kaserne stationiert:

Truppenteil Zeitraum der Stationierung Verbleib 2./Raketenartilleriebataillon 12 1980–1998 Verlegung Lingen (Ems) 2./Raketenartilleriebataillon 12 2000–2002 Auflösung Flugabwehrraketenbataillon 35 1964–1989 Auflösung Panzerbataillon 34 1981–1992 Auflösung Artillerieaufklärungsbataillon 113 (teilaktiv) 2002–2008 Auflösung Artillerieregiment 1 1993–2003 Auflösung Ausbildungskompanie 2/1 1960–1964 Verlegung nach Leese Beobachtungspanzerartilleriebataillon 113 (Geräteeinheit) 1997–2003 Auflösung Evangelischer Standortpfarrer Nienburg 1995–2007 Umbenennung in EMilPfA Nienburg Fahrschulgruppe Nienburg 2 1985–1994 Auflösung Feldwebel für Reservisten 222 1978–1994 Auflösung Fernmeldedienstgruppe 218/13 1982–1994 Auflösung Fernmelderevisionsdiensttrupp 218/131 1964–1994 Auflösung Fernmelderevisionsdiensttrupp 218/132 1970–1994 Auflösung Flugabwehrbatterie 30 (aufgestellt als PzFlaBttr 30, BrigBttr) 1961–1963 Auflösung Grenadierbataillon 51 1957–1959 Umgliederung in PzGrenBtl 32 Instandsetzungskompanie 30 (vorher 3./VersBtl 36) 1972–1993 Auflösung Kampfgruppe C 1 (Kampfgruppenstab) 1957–1959 Umbenennung in PzBrig 3 Kasernenfeldwebel Nienburg 1970–1994 Auflösung Katholischer Standortpfarrer Nienburg 1977–2001 Verlegung nach Wunstorf Landeskommando Niedersachsen – Teile Nienburg 2007–2013 Auflösung leichte Pioniergerätekompanie 761 1956–1958 Umbenennung in PiGerKp 108 Materialausstattung Sanitätsbereich 22/17 1978–1998 Auflösung Nachschubkompanie 30 (vorher 4./VersBtl 36) 1972–1993 Auflösung Panzerartilleriebataillon 25 (nicht aktiv, ab 2006 Geräteeinheit) 1998–2008 Auflösung Panzeraufklärungskompanie 30 1963–1983 Auflösung Panzerbataillon 31 (gemischt u.teilgekadert) 1981–1992 Auflösung Panzerbataillon 334 1972–1981 Umbenennung in PzBtl 34 Panzerbataillon 34 1981–1993 Umgliederung in PzBtl 34 nicht aktiv Panzerbataillon 34 (nicht aktiv) 1993–1993 Auflösung Panzerbataillon 34 (nicht identisch mit vorgenannter gleichnamigen Einheit) 1959–1968 Verlegung nach Celle/Scheuen Panzerbrigade 3 „Weser-Leine“ (1957 aufgestellt als Kampfgruppe C 1) 1959–1994 Auflösung Panzergrenadierbataillon 32 (SPz) (1957 aufgestellt als GrenBtl 51) 1959–1997 Verlegung nach Wesendorf Panzerjägerbataillon 1 1957–1959 Umbenennung in PzBtl 34 Panzerjägerkompanie 10 1959–1959 Verlegung nach Stadtoldendorf Panzerjägerkompanie 310 1959–1959 Verlegung nach Oldenburg (Oldb) Panzerpionierkompanie 30, Aufstellung bereits 1959 1961–1971 Verlegung nach Dedelstorf Panzerpionierkompanie 30 1983–1993 Auflösung Pioniergerätekompanie 108 1958–1959 Verlegung nach Dörverden Raketenartilleriebataillon 12 1964–2002 Umgliederung in ein teilaktives Bataillon Raketenartilleriebataillon 12 (teilaktiv) 2003–2005 Auflösung Sanitätszentrum 216 1986–1998 Auflösung Sanitätszentrum Nienburg/Weser 2004–2015 Auflösung Artilleriebataillon 140 1959–1964 Umbenennung in RakArtBtl 12 Standortfeldwebel Nienburg 1981–1999 Auflösung Standortfernmeldeanlage 218/131 1970–1994 Auflösung Standortschießanlage 222/1 1997–2000 Auflösung Unterstützungspersonal Standortältester Nienburg 1981–2008 Auflösung Verbindungskommando Luftwaffe Brigadekommando PzBrig 3 1959–1994 Auflösung Versorgungsbataillon 36 1959–1960 Verlegung nach Loccum Versorgungsbataillon 36 1964–1972 Auflösung Verstärkungsreserve Sanitätszentrum Nienburg/Weser 2007–2015 Auflösung Zahnarztgruppe 216/1 1981–1998 Auflösung Zahnstation (Terr) H 206 1972–1981 Auflösung Zahnstation H 03 (Brigadezahnstation) (1964 unter einer anderen Bezeichnung aufgestellt?) 1964–1972 Auflösung

Folgende Einheiten der Bundeswehr waren in anderen Kasernen am Standort Nienburg stationiert: Truppenteil Zeitraum der Stationierung Verbleib Standort Wallmeistertrupp 222/1 1985–1986 Auflösung Breslauer Straße 22 (Gebäude VKK) Wallmeistertrupp 222/2 1985–1986 Auflösung Breslauer Straße 22 Verteidigungskreiskommando 222 (Geräteeinheit) 1964–1996 Auflösung Breslauer Straße 22 Standortverwaltung Nienburg 1957–2004 Auflösung Berliner Ring 98 Standortmunitionsniederlage 222/1 1981–199? Auflösung Linsburger Weg Standortkommandantur Nienburg 1957–1964 Umbenennung in VKK 222 Breslauer Straße 22 Sicherungszug I IVG-Tanklager Schäferhof 1976–2007 Auflösung Breslauer Straße 22 Sicherungszug II IVG-Tanklager Schäferhof 1976–2007 Auflösung Breslauer Straße 22 Pionierdienstgruppe 7222 (Geräteeinheit) 1985–1989 Auflösung Breslauer Straße 22 Kreiswehrersatzamt Nienburg 1956–2006 Auflösung Berliner Ring 98 Infrastruktur-/Bauinstandsetzungsgruppe 7222 (Geräteeinheit) 1982–1994 Auflösung Breslauer Straße 22 Bundeswehrfachschulkompanie Nienburg 1985–1986 Auflösung Ziegelkampstraße 45 Bundeswehrfachschule Nienburg 1960–1994 Auflösung Verdener Straße 24

Einzelnachweise

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