mini|Die Rott bei Frimhöring mini|Die Pfarrkirche Christus der König mini|Die Marienkirche in Ruhstorf
Ruhstorf an der Rott (amtlich: Ruhstorf a.d.Rott [sic]) ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Passau.
Geografie Der Markt liegt im unteren Rottal, am Rand des Niederbayerisches Bäderdreiecks. Das Gemeindegebiet umfasst etwa 51 Quadratkilometer. Die Grenze zu Österreich ist zehn Kilometer entfernt.Gemeinde Ruhstorf – Über die Gemeinde
Nachbargemeinden Pocking Tettenweis Bad Griesbach im Rottal Fürstenzell Neuhaus am Inn Ortenburg
Gemeindegliederung
Es gibt 74 Gemeindeteile:
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Der Ort wurde bereits 795 als „Ezzinpah“ erwähnt unter Bezugnahme auf einen Bach, der dort in die Rott mündet. Im 12. Jahrhundert erschienen verschiedene Formen des heutigen Namens, 1188 „Ruzsdorf“ und bereits um 1230 „Ruhstorf“. Der Name bezieht sich auf die Lage des Dorfes an der Rott.
Im ausgehenden 13. Jahrhundert trat mit Wernhero Walchuno de Ruestorf erstmals das Geschlecht der Ruhstorfer auf. Es handelte sich um bedeutende Ministeriale der Wittelsbacher, die bis zu ihrem Aussterben im Jahr 1735 im Besitz der offenen Hofmark Ruhstorf waren. Anschließend ging die Hofmark in den Besitz der Grafen Fränking über. Danach hatten sie die Grafen von Taufkirchen bis ins 19. Jahrhundert inne.
Ruhstorf an der Rott gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Griesbach des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
19. bis 21. Jahrhundert mini|112px|Friedhof Hader: Denkmal für die Kinder von Barhof Am 1. September 1877 erhielt Ruhstorf mit der Eröffnung der Rottalbahn einen Eisenbahnanschluss. 1895 gründete Heinrich Loher in Ruhstorf eine Reparaturwerkstätte für landwirtschaftliche Maschinen, aus der sich die Loher GmbH entwickelte. Der zweite bodenständige Industriebetrieb, die Motorenfabrik Hatz, wurde 1880 von Mathias Hatz gegründet.
Neben den Arbeitsstellen entstanden auch Wohnungen, zudem siedelten sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges viele Heimatvertriebene in Ruhstorf an. 1973 arbeiteten bei Hatz und Loher rund 2300 Mitarbeiter. Zusammen mit der Nachbarstadt Pocking ist Ruhstorf im Landesentwicklungsprogramm Bayern als gemeinsames Mittelzentrum eingestuft.
Am 29. November 2008 wurde die Gemeinde zum Markt erhoben.Die Geschichte Ruhstorfs
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern kamen am 1. Januar 1972 die Gemeinden Schmidham und Hütting und Teile der Gemeinde Eglsee zu Ruhstorf, am 1. Juli 1972 folgten Eholfing und ein Teil von Sulzbach am Inn.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 wuchs die Gemeinde von 5780 auf 7066 um 1286 Einwohner bzw. um 22,3 %.
Jahr Einwohner 1840 3363 1939 3791 1950 5948 1961 5661 1970 5865 1991 5979 1995 6210 2005 7069 2010 7038 2015 6944 2016 7062 2025 7145
Politik mini|Das Rathaus von Ruhstorf
Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2020 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen: +Partei/Liste20262020%SitzeSitzeFW34,375CSU21,446Einigkeit Schmidham 13,233Parteilose Wählergruppe Sulzbach-Eholfing-Eglsee11,822Bürgerschaft Hütting8,422SPD6,412AFD4,410Gesamt1002020
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist Matthias Seil (FWG), der 2026 mit 61,4 % der gültigen Stimmen gewählt wurde. Zweiter Bürgermeister ist Armin Lüftl (FW), dritter Bürgermeister Englbert Dachsberger (Einigkeit Schmidham).
Wappen
Bauwerke mini|Außenansicht der Nikolauskirche in Rottersham mini|hochkant|Innenansicht der Nikolauskirche in Rottersham Siebenschläferkirche in Rotthof Schloss Kleeberg Nikolauskirche in Rottersham Pfarrkirche Christus der König, erbaut 1960 bis 1962 nach Plänen von Hans Schädel Nebenkirche Maria Himmelfahrt, erbaut 1772 bis 1785, ehemals Pfarrkirche Gruftkapelle der Grafen Tauffkirchen-Kleeberg in Trostling Niederbayernhalle, 1971 eingeweiht Burgstall Ruhstorf
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Ruhstorf an der Rott liegt relativ verkehrsgünstig an der B 388 sowie in unmittelbarer Nähe zur B 12 und zur Bundesautobahn 3 (Ausfahrt Pocking). Nach Passau sind es 22 km, nach Schärding (Oberösterreich) 10 km, nach Simbach am Inn 35 km, nach Pfarrkirchen 20 km und nach Vilshofen an der Donau 30 km. Der Ort besitzt einen eigenen Haltepunkt an der Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit, auch Rottalbahn genannt und als längste Nebenbahn in Bayern bekannt.
Ansässige Unternehmen Die Wirtschaft der Gemeinde wird vornehmlich von zwei Unternehmen getragen, der Siemens AG (ehemals Loher GmbH) am westlichen Ortsrand und der Motorenfabrik Hatz im Süden. In Rotthof ist Rolls-Royce Solutions Ruhstorf ansässig.
Persönlichkeiten Alois Freiherr Weiß von Starkenfels (1847–1895), Heraldiker und Genealoge, Schloss- und Gutsbesitzer von Tettenweis und Kleeberg Rudolf Freiherr von Moreau (1910–1939), Test- und Langstreckenpilot, Sohn des Besitzers von Schloss Kleeberg, begraben in der Moreau’schen Grablege in der Friedhofskapelle Hader Wolfram Hatz (1929–2012), Unternehmer; Mitbesitzer der Motorenfabrik Hatz Sophie von Behr-Negendank (1935–2015), Journalistin, Schriftstellerin, Vorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter Gerd Sonnleitner (* 1948), deutscher Agrarfunktionär; vormaliger Präsident des Europäischen-, Deutschen- und Bayerischen Bauernverbandes, besitzt in Ruhstorf einen Veredelungsbetrieb Mike Hager (* 1974), Radiomoderator, Autor, Sprecher und Comedian
Weblinks
Hofmark Ruhstorf im Historischen Atlas von Bayern
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Passau Kategorie:Ersterwähnung 795 Kategorie:Markt in Niederbayern Kategorie:Bayerisches Alpenvorland Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)