mini|Haupthalle Der Honnō-ji () ist ein Tempel des Nichiren-Buddhismus in der Stadt Kyōto. Der Tempel ist bekannt durch den Honnōji-Zwischenfall – den von Akechi Mitsuhide erzwungenen Seppuku des Oda Nobunaga im Jahr 1582.
Geschichte Der Tempel wurde im Jahr 1415 als Haupttempel der Honmon Hokke Shū, einer der ältesten Schulen des Nichiren-Buddhismus, von Nichiryū () angelegt, wobei der Tempel zunächst bei gleicher Lesung geschrieben wurde. 1429 wurde er, unterstützt vom Kaufmann Kosodeya Sōku () auf einen verlassenen Teil des Kaiserpalastes () verlegt. 1433 wurde auf Wunsch des Nyoi Ōmaru () der Name nun als geschrieben und die große Sechseckhalle () errichtet. 1536 brannte der Tempel im Zusammenhang mit dem Aufstand der Bürger, die sich zum Nichiren-Buddhismus bekannten, ab und wurde nach Sakai verlegt. Nisshō () führte 1545 den Tempel nach Kyōto zurück, nun nach Shijō Nishi-no-tōin (). Dort wurde 1582 Oda Nobunaga von dem nach der Macht greifenden Akechi Mitsuhide überrascht, worauf Nobunaga in aussichtsloser Lage Seppuku beging.
Mit dem Aufbau einer neuen Tempelstadt durch Toyotomi Hideyoshi wurde der Tempel an den gegenwärtige Ort verlegt. 1864 brannte der Tempel im Zusammenhang mit dem Aufstand am Hamaguri-Tor größtenteils ab. In den folgenden Jahren wurde er aber nach und nach wieder aufgebaut.
Anlage Das Eingangstor (), das ursprünglich zum Kyōmei-in () gehörte, wurde 1880 an die heutige Stelle versetzt. – Die Haupthalle () wurde 1928 vom Architekten Amanuma Shun’ichi (; 1874–1947) im traditionellen japanischen Stil wieder errichtet. Sie hat einen nahezu quadratischen Grundriss mit einer Seitenlänge von 5 × 5 Ken (9 × 9 m). Sie hat ein Irimoya-Dach, ist mit Ziegeln gedeckt und hat an der Vorderseite ein vorgezogenes Dach über dem Eingang von 3 Ken (5,5 m) Breite.
Südlich von der Haupthalle befinden sich die sieben „Töchtertempel“ (): das Gemmyō-in (), Hongyō-in (), Kōshun-in (), Jōshō-in (), Renshō-in () Keishō-in () und das Ryūun-in (). Von diesen hat nur der letztgenannte den Brand von 1864 überstanden, die anderen wurden zwischen 1918 und 1928 wieder errichtet. Sie befinden sich jeweils auf einem Grundstück von 6 Ken (11 m) Breite, haben eine Front von 4 Ken (7 m) und eine Tiefe von 6 Ken (11 m).
Auf der Ostseite der Haupthalle steht der Nobunaga-Schrein ().
Schätze Unter den Tempelschätzen befindet sich eine Schriftrolle, die aus der Heian-Zeit stammt und die Fujiwara no Yukinari zugeschrieben wird. Diese Fujiwara no Yukinari hitsu shokan () ist als Nationalschatz registriert ist. Bronzespiegel () aus der Kamakura-Zeit, Schriften des Kaisers Hanazono aus der Zeit der Getrennten Höfe sind als wichtige Kulturgüter registriert.
Bilder
Anmerkungen
Literatur Kyoto-fu rekishi isan kenkyukai (Hrsg.): Honno-ji. In: Kyoto-fu no rekishi sampo (jo). Yamakawa Shuppan, 2011, ISBN 978-4-634-24626-3.
Weblinks Honno-ji Incident. The Samurai Archives
Kategorie:Buddhistischer Tempel in Kyōto Kategorie:Erbaut in den 1200er Jahren Kategorie:Nichiren-Buddhismus Kategorie:Bauwerk in Kyōto