Oberölsbach ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern und eine Gemarkung.
Geografie Lage Das Dorf liegt im Oberpfälzer Jura auf circa etwa 500 m nordöstlich des ehemaligen Ludwig-Donau-Main-Kanals und circa 4 km nördlich des Gemeindesitzes. Im Süden und Westen des Ortes fließt die Schwarzach vorbei. Oberölsbach liegt an der Ausfahrt 91 der Bundesautobahn 3. Durch den Ort führt die Staatsstraße 2240, von der innerorts in östliche Richtung die Kreisstraße NM 8 abzweigt.
Gemarkung Die Gemarkung Oberölsbach hat eine Fläche von 7,681 km². Sie ist in 1200 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6400,69 m² haben. In der Gemarkung liegen die Gemeindeteile Gnadenberg, Irleshof, Klostermühle, Oberölsbach, Reichenholz und Unterölsbach.
Geschichte 1308 und 1309 erscheint „Elspach“ in Nürnberger Urkunden.Nürnberger Jahrbücher, 2. Heft, 2. Abteilung, Nürnberg 1835, S. 177, 182 „Elspach, das obere und untere Dorf“, gehörte ursprünglich den Schweppermännern, dann den Tanloher/Tanlacher. Ulrich Tanlacher verkaufte 1406 fünf Güter an die Frickenhofer. Beide Dörfer waren Lehen der Herren von Leinberth/Leinberg (1356 urkundlich erwähnt)Repertorium des topographischen Atlasblattes. Ansbach. 1833, S. 95, dann der Herren von Abensberg, die die Höfe von Elspach den Huttern zu Nürnberg zu Lehen gaben. Den Huttern folgten als Besitzer die Gugel/Guggel von Nürnberg. 1653 wurden die eingezogenen Lehengüter schließlich an Bauern verliehen.Johann Nepomuk von Löwenthal: Geschichte des Schultheißenamts und der Stadt Neumarkt auf dem Nordgau oder in der heutigen oberen Pfalz, München: Zwingl’sche Schriften, 1805, S. 46 f. Im Landshuter Erbfolgekrieg (1504/05) wurde die Mühle von Oberölsbach abgebrochen und in Neumarkt wieder aufgebaut.Armin Gugau: Untersuchungen zum Landshuter Erbfolgekrieg von 1504/1505. Die Schäden und ihre Behebung, München 2015, S. 156 Laut einem Verzeichnis der Reichsstadt Nürnberg hatte diese im 16. Jahrhundert zwei Untertanen in „Obern-Elspach“.Ab-Druck deren zwischen Burgermeister und … der Churfürstlichen Durchleucht … 1651 zu Nürnberg gewechselter Schrifft..., Nürnberg: Michael Endter, 1656, S. 116
Als im Dreißigjährigen Krieg 1639 die herzogliche Regierung von Amberg von den ihr unterstellten Ämtern Berichte über die Belegungsfähigkeit in den einzelnen Orten für das Winterquartier von Truppen anforderte, führte das Amt Haimburg, zu dem Oberölsbach gehörte, nur vier Höfe von „Oberesbach“ auf, gleich viele wie in „Unteresbach“; die Mehrheit der Höfe beider Orte lag wohl öd.Verhandlungen des historischen Vereins von Oberpfalz und Regensburg, 84 (1934), S. 136 1652 wurde die 1544 erwähnte, im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Papiermühle des Ortes wiedererrichtet; sie wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer Mahlmühle umgebaut und war bis 1932 in Betrieb.Kurt Romstöck (Text) und Alfons Dürr (Zeichnungen): Die Mühlen im Landkreis Neumarkt i. d. Opf. Neumarkt i. d. Opf. 2004, S. 74; Viktor Thiel: Papiererzeugung und Papierhandel in den deutschen Landen von den ältesten Zeiten bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts, Köln/Weimar 1932, S. 118 Der letzte Papierfabrikant auf der Mühle hieß Willibald Mittelstraßer. 1702 wurden die Filialen Ober- und Unterölsbach von der katholischen Pfarrei Sindlbach abgetrennt und mit der Pfarrei Gnadenberg vereinigt.Buchner I, S. 372
Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, bestand Oberölsbach aus 20 Höfen, die hoch- und niedergerichtlich dem Pflegamt Haimburg unterstanden, das zuletzt in Personalunion mit dem Pflegamt Pfaffenhofen geführt wurde. Es handelte sich um einen ganzen Hof, auf dem der Hintersasse Möderer saß, die fünf Halbhöfe der Hintersassen Kreiß, Brandl, Brandl, Weiß und Mittlstraßer, fünf Viertelhöfe und neun Achtelhöfe.Heinloth, S. 303
Im Königreich Bayern (1806) wurde der Steuerdistrikt Oberölsbach, bei der Gemeindebildung um 1810/20 die Ruralgemeinde Oberölsbach gebildet, die neben Oberölsbach noch Reichenholz, Unterölsbach, Gnadenberg, den Irleshof und die Klostermühle umfasste. Diese Gemeinde war zunächst dem Landgericht Pfaffenhofen, dann bei dessen Auflösung dem Landgericht Kastl im Bezirksamt Velburg unterstellt.Heinloth, S. 327 1833 wird das Dorf Oberölsbach folgendermaßen beschrieben: „22 H[äuser], 1 Capelle, 12 Branntweinbrennereyen, 1 Wirthshaus.“Repertorium, S. 23 1837 wurden im Zuge des Baus des Ludwig-Donau-Main-Kanals die anstehenden Erdarbeiten zwischen Neumarkt und Oberölsbach im Landgericht Neumarkt versteigert.Augsburger Postzeitung, Nr. 251 vom 16. Dezember 1836
1937 ist eine Kapelle bei Oberölsbach zur Heiligsten Dreifaltigkeit erwähnt, die der Familie Bayer gehörte.Buchner I, S. 379 1950 erhielt der 1949 gegründete Sportclub Oberölsbach einen Sportplatz, 1978/80 eine Turnhalle. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die circa 770 ha große Gemeinde Oberölsbach aufgelöst; sämtliche Gemeindeteile wurden zum am 1. Mai 1978 nach Berg eingemeindet. Letzter Bürgermeister der Gemeinde war von 1972 bis 1978 Ernst Wurm. Info-Tafel der Gemeinde Berg mini|Oberölsbach von der Autobahnunterführung aus, links die ehemalige Papiermühle
Einwohnerentwicklung des Ortes Oberölsbach 1836: 142 (22 Häuser/Höfe)Th. D. Popp (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 68 1861: 175 (61 Gebäude) 1900: 143 (31 Wohngebäude, 1 Kapelle) 1937: 139Buchner I, S. 377 1961: 160 (37 Wohngebäude) 1987: 179 (54 Wohngebäude, 61 Wohnungen) 2015: 182Stand: 31. Dezember 2015; Mitteilungsblatt Gemeinde Berg vom Februar 2016, S. 8
Einwohnerentwicklung der Gemeinde Oberölsbach 1836: 492 (73 Häuser/Höfe)Popp, S. 68, 141 1861: 561 (185 Gebäude) 1900: 442 (87 Wohngebäude; Viehbestand: 20 Pferde, 309 Stück Rindvieh, 374 Schweine, 30 Ziegen) 1937: 462Buchner I, S. 377, II, S. 515 1961 (letzte Zählung vor der Eingemeindung nach Berg): 602 (119 Wohngebäude)
Baudenkmäler Steinbildstock, 18./19. JahrhundertSixtus Lampl und Otto Braasch: Denkmäler in Bayern, Band III: Oberpfalz. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Geländedenkmäler, München: R. Oldenbourg Verlag, 1986, S. 337 Ehemalige Papiermühle, die sog. Kürzingermühle, im Kern aus dem 17. Jahrhundert stammend. Abschnitt des Ludwig-Donau-Main-Kanals
Vereine Freiwillige Feuerwehr Oberölsbach Jugend-Rotkreuz-Gruppe Oberölsbach SC Oberölsbach (SCO), gegründet 1949 Chronik des SC Oberölsbach Schützenverein „Klosterberg“ Oberölsbach
Persönlichkeiten Josef Kürzinger, Professor Dr. theol., * 20. Februar 1898 in Oberölsbach (Kastenbauer Hof); † 1. Februar 1984 in EichstättRomstöck/Dürr, S. 74
Literatur
Friedrich von Hößle: Die Papiermühle Oberölsbach. In: Papier-Zeitung, 45 (1920), Nr. 100, S. 3731 f.
Weblinks
Private Website über Oberölsbach
Fußnoten
Kategorie:Ortsteil von Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ort im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) Kategorie:Ersterwähnung 1308 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Ort an der Schwarzach (Rednitz) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz