mini|270px|Der Ruppertshainer Berg Eichkopf (rechts im Mittelgrund) ist mit 563,3 Metern höchster Berg des Main-Taunus-Kreises. Ruppertshain (im örtlichen Dialekt Ruppsch) ist einer der sechs Stadtteile von Kelkheim (Taunus) im südhessischen Main-Taunus-Kreis.
Geographie mini|270px|Nördlicher Teil des Naturschutzgebiets Krebsbachtal bei Ruppertshain Ruppertshain liegt im Hohen Taunus, am Taunushauptkamm, und ist damit einer der höchstgelegenen Orte auf der Frankfurt zugewandten, südlichen Seite des Taunus. Je nach Wetter reicht die Fernsicht weit in die Rhein-Main-Ebene. Der Eichkopf ist mit 563,3 Metern höchster Berg des Main-Taunus-Kreises.
Ruppertshain grenzt im Westen an den Kelkheimer Stadtteil Eppenhain, im Süden an Kelkheim-Fischbach, im Osten an Königstein im Taunus und im Norden an Schloßborn (Ortsteil der Gemeinde Glashütten).
Auf Ruppershainer Gemarkung liegt der nördliche Teil des Naturschutzgebiets und FFH-Gebiets Krebsbachtal bei Ruppertshain (das sich nach Süden fortsetzt auf Fischbacher Gemarkung).
Geschichte mini|270px|Die ehemalige Lungenklinik mini|270px|Todesanzeige für Fritz Hallgarten, von 1908 bis 1924 Vorsitzender des Vereins, der die Lungenheilanstalt Ruppertshain betrieb
Ortsgeschichte Die Köhlersiedlung Ruppertshain (Ruprechtshan) wurde um 1290, soweit bekannt, erstmals als Ruprecheshain im „Eppsteiner Lehensverzeichnis“ erwähnt. Anders als die zahlreichen auf -heim oder -bach endenden Orte der Umgebung, die in fränkischer Zeit (8. und 9. Jahrhundert) entstanden, stammen die auf -hain endenden Orte – wie auch Schneidhain, Mammolshain, Neuenhain und Altenhain – aus dem spätmittelalterlichen Landesausbau, als auch Steilhänge zur Anlage von Dörfern genutzt wurden. Von 1636 bis 1650 war der Ort eine Wüstung.
Im späten 19. Jahrhundert wurde Ruppertshain ein Luftkurort, vor allem Tuberkulose-Patienten wurden hier behandelt.
Zum 31. Dezember 1971 schlossen sich im Zuge der Gebietsreform in Hessen die Gemeinden Ruppertshain und Eppenhain auf freiwilliger Basis zur Gemeinde Rossert zusammen. Die Gemeinde Rossert wiederum wurde zum 1. Januar 1977 kraft Landesgesetz in die Stadt Kelkheim eingemeindet. Ruppertshain und Eppenhain wurden Stadtteile von Kelkheim. Ortsbezirke wurden nicht gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Ruppertshain angehört(e):
vor 1507: Heiliges Römisches Reich, Herrschaft Eppstein-Münzenberg, Kellerei Eppstein ab 1507: Heiliges Römisches Reich, Herrschaft Eppstein-Königstein, Oberamt Königstein ab 1581: Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Mainz, Oberamt Höchst und Königstein, Amtsvogtei Königstein ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Usingen,Durch den Reichsdeputationshauptschluss. Amt Königstein ab 1806: Herzogtum Nassau,Infolge der Rheinbundakte. Amt Königstein ab 1849: Herzogtum Nassau, Kreisamt HöchstTrennung von Justiz (Justizamt Königstein) und Verwaltung bis 1854. ab 1854: Herzogtum Nassau, Amt Königstein ab 1867: Königreich Preußen,Infolge des Deutschen Krieges. Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, ObertaunuskreisEndgültige Trennung zwischen Justiz (Amtsgericht Königstein) und Verwaltung. ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis ab 1886: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis 1919–1930: Hilfskreis Königstein in der französischen Besatzungszone ab 1928: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Main-Taunus-Kreis ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Main-Taunus-Kreis ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Main-Taunus-Kreis ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis, Gemeinde Rossert ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Main-Taunus-Kreis, Stadt Kelkheim
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag 9. Mai 2011 in Ruppertshain 2004 Einwohner. Darunter waren 248 (12,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 360 Einwohner unter 18 Jahren, 849 zwischen 18 und 49, 405 zwischen 50 und 64 und 390 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 867 Haushalten. Davon waren 261 Singlehaushalte, 279 Paare ohne Kinder und 252 Paare mit Kindern sowie 54 Alleinerziehende und 24 Wohngemeinschaften. In 171 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 591 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung 1470 16 Häuser 1543: 20 Hausgesesse 1581: 11 Hausgesesse 1586: 11 Häuser 1587: 12 Hausgesesse 1592: 14 Häuser 1612: 13 Häuser 1626: 13 Häuser 1654: 1 Familie 1668: 6 Häuser mit 26 Einwohnern 1805: 29 Gemeindemitglieder und 5 Witwen
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: ein evangelischer (= 0,33 %), 302 katholische (= 99,67 %) Einwohner • 1961: 538 evangelische (= 31,13 %), 1144 katholische (= 66,20 %) Einwohner
Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Das bekannteste Gebäude in Ruppertshain ist eine ehemalige Lungenheilstätte, die Gerhard-Domagk-Klinik. Die 1982 geschlossene Klinik wurde 1895 vom Frankfurter Rekonvaleszenten-Verein unter maßgeblicher Beteiligung der Mäzenin Hannah Mathilde von Rothschild aus dem benachbarten Königstein erbaut.Die ehemalige Lungenheilanstalt von Ruppertshain – heute das Kulturzentrum „Zauberberg“ – als Sehenswürdigkeit der Stadt Kelkheim. In: kelkheim.de, abgerufen am 11. Mai 2019.
Walther Amelung, dessen Vater bei der Gründung mitwirkte, bezeichnet die Klinik als erste Volksheilstätte Deutschlands.
In den 1990er-Jahren wurde das Klinikgebäude als Übergangswohnheim für Aussiedler aus Osteuropa und ausgereiste DDR-Bewohner genutzt. Im sogenannten Zauberberg (seit der Renovierung in Anlehnung an den gleichnamigen Roman von Thomas Mann benannt) haben sich Künstler, Dienstleister und ein Gastronomiebetrieb angesiedelt.Website des Zauberbergs.
Das Alte Rathaus, 1888 bis 1889 als Schulhaus erbaut, wurde von 1910 bis 1971 als Rathaus Ruppertshains genutzt. Danach war es bis zum 1. Januar 1977 Rathaus der Gemeinde Rossert und wird heute als Vereinshaus der Sängervereinigung Alemannia-Concordia 1874 Ruppertshain e. V. genutzt.
Denkmale Hohler Stein (Naturdenkmal) Mittelalterliche Wegsperre „Landsgraben“ (Bodendenkmal)
Außer den zwei Naturdenkmalen stehen noch zwei Denkmale in Ruppertshain: Ehrenmale Gedenkstein an das Ende der französischen Besatzung 1930Chronik der Gem. Ruppertshain von 1908 bis 1945. Aus der Ortschronik der Gemeinde Ruppertshain 1908 bis 1945. (PDF; 209 kB) S. 13 (zur Feier am 30. Juni 1930 „aus Anlaß des Abzugs der Franzosen aus dem besetzten Gebiete“). In: t-online.de, abgerufen am 3. März 2017 (private Website, mit redaktionellen Anmerkungen).Zwischen Main und Taunus – Das Jahrbuch des Kreises 2016. In: taunus-nachrichten.de. 3. Februar 2016, abgerufen am 3. März 2017 („Kelkheim von Franzosen und englischen Soldaten besetzt – daran erinnert sich heute niemand mehr. Und doch, nach dem Ersten Weltkrieg gehörten verschiedene Orte am Taunus zu dem ‚Brückenkopf‘ rechtsrheinisch, der sich aufgrund der Waffenstillstands-Verhandlungen in Compiègne ergab.“).
Literarische Rezeption „Ruppertshain“ ist Titel und Schauplatz eines 1985 erschienenen Romans von Martin Mosebach.
Ruppertshain ist Schauplatz einiger Romane der Taunus-Krimi-Reihe der Autorin Nele Neuhaus (Ermittlerduo Kirchhoff/von Bodenstein).
Verkehr Ruppertshain besitzt zu jedem der Nachbarorte eine Verbindungsstraße. Die Hauptstraße des Orts ist die Robert-Koch-Straße.
Vier Buslinien des Rhein-Main-Verkehrsverbunds bedienen Ruppertshain an insgesamt fünf Bushaltestellen und verbinden den Ort mit allen anderen Kelkheimer Stadtteilen, der Stadt Liederbach, der Stadt Königstein, der Gemeinde Glashütten, der Gemeinde Schmitten sowie dem Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach.
Persönlichkeiten Wilhelm Kowald (1858–1932), Schriftsetzer und Politiker (SPD)
Literatur Gerd S. Bethke: 700 Jahre Ruppertshain 1294–1994. In: Zwischen Main und Taunus. Jahrbuch des Main-Taunus-Kreises 1994. Hrsg. vom Kreisausschuss des Main-Taunus-Kreises. T. Hofheim, Taunus, , S. 123–128. Gerd S. Bethke: Die Flurnamen von Ruppertshain. In: Rad und Sparren. Zeitschrift des Historischen Vereins Rhein-Main-Taunus e. V. 28 (1999), , S. 3–33. Walther Amelung: Es sei wie es wolle, es war doch so schön – Lebenserinnerungen als Zeitgeschichte (= Edition Rasch). Rasch-Publikations-Service, Frankfurt am Main 1984, ISBN 3-9800951-0-X.
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Main-Taunus-Kreis Kategorie:Geographie (Kelkheim (Taunus)) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Main-Taunus-Kreis) Kategorie:Ersterwähnung 1294 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971