mini|Mühlengebäude mit Fachwerk
Klostermühle ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz in Bayern. Klostermühle liegt in der Gemarkung Oberölsbach.
Geografie Die Einöde liegt im Oberpfälzer Jura auf circa an der Schwarzach, etwa eineinhalb Kilometer nördlich des ehemaligen Ludwig-Donau-Main-Kanals und circa fünf Kilometer nordwestlich des Gemeindesitzes. Das Mühlenanwesen ist über einen Anliegerweg zu erreichen, die von der Staatsstraße 2240 am östlichen Ortsende von Gnadenberg abzweigt und nach der Mühle wieder zur Staatsstraße zurückführt.
Geschichte Die Mühle gehörte zum Birgittenkloster Gandenberg und ist erstmals 1435 erwähnt, und zwar als Geschenk des Pfalzgrafen Johann von Neumarkt an das Kloster.Kurt Romstöck (Text) und Alfons Dürr (Zeichnungen): Die Mühlen im Landkreis Neumarkt i. d. Opf. , Neumarkt i. d. Opf. 2004, S. 75 Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie mitsamt dem Kloster 1635 durch die Schweden abgebrannt. Der damalige Müller hieß Conrad Haberman; die Familie saß schon länger auf der Mühle. Das heute stehende Mühlengebäude wurde 200 m südlich der zerstörten Mühle 1700/01 gebaut. 1713 erscheint ein Christopher Spitz als Müller; auch heute noch ist das Anwesen im Besitz der Familie Spitz. 1857 hatte die Mühle auch eine Säge, die noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts betrieben wurde. Neben dem normalen Mahlgang verfügte die Mühle im 19. Jahrhundert über einen Krappgang, mit dem die Pflanze Krapp zur roten Farbe gemahlen wurde. Ein Stromgenerator kam im 20. Jahrhundert hinzu, der auch die Umgebung mit Elektrizität versorgte. Seit dem Schwarzach-Hochwasser von 1964 dreht sich das mittelschlächtige eiserne Mühlrad von 6 m Durchmesser nicht mehr, der Mühlgraben wurde 1970 beim Bau der Autobahn Nürnberg–Regensburg verfüllt.Josef Breinl: Chronik der Grossgemeinde Berg. Mit Heimatgeschichte aller Ortsteile, Berg 1996, S. 96 f. 2004 wurde das „Klostermühlenmuseum Gnadenberg“ mit dem originalen, funktionsfähigen Mahlwerk durch den Kulturhistorischen Verein Gnadenberg e. V. eröffnet.Romstöck/Dürr, S. 75
Gegen Ende des Alten Reiches, um 1800, als die Familie Spitz das Mühlenanwesen von einer halben Hofgröße besaß, unterstand das Anwesen dem Klosterrichteramt Gnadenberg der Salesianerinnen zu St. Anna in München. Die Hochgerichtsbarkeit übte das Pflegamt Haimburg aus, das zuletzt in Personalunion mit dem Pflegamt Pfaffenhofen geführt wurde.Heinloth, S. 299
Im Königreich Bayern (1806) gehörte die Mühle zum Steuerdistrikt Oberölsbach, bei der Gemeindebildung um 1810/20 zu der Ruralgemeinde Oberölsbach, die neben Oberölsbach und der Klostermühle noch Reichenholz, Unterölsbach, Gnadenberg sowie den Irleshof umfasste. Diese Gemeinde war zunächst dem Landgericht Pfaffenhofen, dann dem Landgericht Kastl im Bezirksamt Velburg unterstellt.Heinloth, S. 327 Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Oberölsbach und damit auch die Klostermühle am 1. Mai 1978 nach Berg eingemeindet.
Einwohnerentwicklung 1836: 12Popp, Th. D. (Hg.): Matrikel des Bissthumes Eichstätt, Eichstätt: Ph. Brönner, 1836, S. 68 1937: 8Franz Xaver Buchner: Das Bistum Eichstätt. I. Band, Eichstätt: Brönner & Däntler, 1937, S. 377 1987: 6 (1 Wohngebäude, 2 Wohnungen)Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987, München 1991, S. 257
Baudenkmäler Das ehemalige Mühlengebäude und heutige Mühlenmuseum, ein Wohnstallbau aus dem 17./18. Jahrhundert mit Steildach und mit dem bei der Restaurierung ab 1999 freigelegten Fachwerk, ist sehenswürdig. Es gilt als Baudenkmal.
Persönlichkeiten Michael Spitz, Pater der Salesianer Don Boscos, Dr. theol., * 8. Oktober 1937, aufgewachsen auf der Mühle, † 14. April 2008 im Kloster Ensdorf Website des Klosters Ensdorf
Literatur
Weblinks
Info-Tafel Die Klostermühle als Erlebnis-Denkmal-Projekt 2011
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ersterwähnung 1435 Kategorie:Wassermühle im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz Kategorie:Ort an der Schwarzach (Rednitz)