mini|Karl Bartos (2005) Karl Bartos (* 31. Mai 1952 in Marktschellenberg als Karlheinz Bartos) ist ein deutscher Musiker, DJ, Musikproduzent, Songwriter und ehemaliges Bandmitglied von Kraftwerk (1975 bis 1990).
Leben mini|Karl Bartos (2005) Karl Bartos’ Interesse für die Musik begann 1964, als der Freund seiner Schwester die Beatles-Single A Hard Day’s Night auf dem Plattenspieler der Eltern auflegte.
Bartos spielte zunächst in der Anthony String Group„Wenn ich die Beatles höre, kommen mir die Tränen.“ Ein Interview mit Karl Bartos in der Süddeutschen Zeitung am 10. Mai 2010. und zusammen mit Bodo Staiger und Marius Müller-Westernhagen bei Sinus.Burger Highlife Musiker Kurzvita zu Bodo Staiger auf der Homepage des Goethe-Instituts Von 1970 bis 1976 studierte er Klavier, Vibraphon und Schlagzeug an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf in Düsseldorf.laut.de-Biografie Karl Bartos auf laut.de Ein Dozent stellte den Kontakt zu Ralf Hütter und Florian Schneider her, die auf der Suche nach einem Schlagzeuger für Liveauftritte von Kraftwerk waren.Frank Schmiechen: Mit Kraftwerk verkehrt Karl Bartos nur via Anwalt in Die Welt am 27. April 2013. Bartos wurde 1975 Bandmitglied und war ab 1978 bis zu seinem Ausscheiden 1990 Co-Komponist sämtlicher Titel, darunter Tour de France, Das Model und Der Telefonanruf. Letzterer ist der einzige Bandtitel, für den Bartos den Gesangspart beisteuerte; sowohl für die 1986 erschienene Albumversion von Electric Café als auch für die ein Jahr darauf veröffentlichten Remixe (7"- und 12"-Single).Jürgen Ziemer: Karl Bartos: Die Hit-Maschine in Die Zeit am 24. März 2013. Karl Bartos erfand den Nummern-Beat, welcher unter anderem in Afrika Bambaataas für die Hip-Hop und Rapmusik wegweisenden Hit Planet Rock (1982) verwendet wurde und die Entwicklung der elektronischen Popmusik entscheidend mitprägte.
Während der Arbeiten an The Mix verließ Bartos 1990 die Band. Obwohl Bartos an der Programmierung des Albums beteiligt war, wurde sein Mitwirken in den Album-Credits nicht erwähnt.
Anschließend begann Bartos unter dem Projektnamen Elektric Music die Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Rheingold-Musiker Lothar Manteuffel. 1993 erschien das einzige Album Esperanto. Die Zusammenarbeit endete im darauf folgenden Jahr.biography Karl Bartos bei Allmusic (englisch)
Ab 1994 arbeitete er mit Bernard Sumner und Johnny Marr am zweiten Album des Projektes Electronic Raise the Pressure zusammen. Weiterhin war Bartos als Produzent, Songwriter oder Remixer für verschiedene internationale Künstler wie OMD, Anthony Rother, Flatz oder Deine Lakaien tätig.Constantin Aravanlis: auf web.de am 16. März 2013. Deutlich von der Zusammenarbeit mit Electronic geprägt erschien 1998 ein Soloalbum unter dem neuen Namen Electric Music. Sowohl die Namensänderung als auch der Musikstil grenzten sich deutlich vom Stil des Vorgängerprojektes ab. Anders als auf Esperanto, einem deutlich von Kraftwerk beeinflussten Album, war diese Veröffentlichung von seiner Arbeit mit Sumner und Marr geprägt. Es handelt sich um Gitarrenpop mit Anklängen an die Beatles. Album und Singles waren wenig erfolgreich.
Erst 2003 erschien mit Communication erstmals ein Album unter seinem eigenen Namen. In den folgenden Jahren ging Bartos auf Tournee und nahm an Festivals teil.
Von 2004 bis 2009 lehrte Bartos im Rahmen einer Gastprofessur an der Universität der Künste in Berlin Auditive Mediengestaltung am Studiengang Sound Studies. 2004 nahm er außer Konkurrenz mit dem Musikvideo I’m the Message an den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen teil, bei denen er auch in der Jury saß.Auflistung: der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen
2013 erschien sein Album Off The Record, mit dem er auch auf Tournee unter anderem in Berlin und Kopenhagen geht. Es stieg auf Platz 44 in die deutschen Album-Charts ein und wurde in den vorwiegend positiven Kritiken als „die beste Kraftwerk-Platte seit 30 Jahren“ bezeichnet.
Am 25. August 2017 erschien im Eichborn-Verlag die Autobiografie von Karl Bartos mit dem Titel Der Klang der Maschine.
2021 wurde er als Teil des klassischen Line-Up von Kraftwerk in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.Klangpioniere Kraftwerk kommen in Hall of Fame. Meldung vom 13. Mai 2021 in Der Spiegel, online unter spiegel.de
Für eine am 17. Februar 2024 in Frankfurt am Main beginnende Tournee schuf er zusammen mit dem Tondesigner Mathias Black eine live zu spielende elektroakustische Neuvertonung von Das Cabinet des Dr. Caligari auf der Basis der von der Murnau-Stiftung restaurierten Fassung.Andrian Kreye, in: Süddeutsche Zeitung vom 18./19.11.2023, S. 18.
Diskografie
Mit Kraftwerk
Als Elektric Music 1992: Crosstalk (Single) 1993: Esperanto (Album) 1993: TV / Lifestyle (Single)
Als Electric Music 1998: Electric Music (Album) 1998: Sunshine / Call On Me (Single) 1999: The Young Urban Professional (Single)
Solo 2000: 15 Minutes of Fame (Single) 2003: Communication (Album) 2003: I’m The Message (Single) 2005: Camera Obscura (Single) 2013: Atomium (Single) 2013: Off The Record (Album) 2016: Life (Single) 2024: The Cabinet Of Dr. Caligari (Album)
Auszeichnungen 2004: HOW’s International Design Awardweissraum, siehe Gallery > Artist Branding > Karl Bartos 2004: iF Communication Design Award, „iF silver award“ in der Kategorie „digital media.animation“, online unter prev-ifdesign09.ifdesign.de. Abgerufen am 4. April 2024. Red Dot Design Award, Kategorie „Communication Design“ 2014: Grammy Award in der Kategorie „Lifetime Achievement Award“ (Lebenswerk) als Teil der Band Kraftwerknews 2014-01-10, online unter karlbartos.com 2014: The Man with the Golden Ear awardnews 2014-11-12 + 2014-08-06, online unter karlbartos.com 2021: Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame als Teil des klassischen Line-Up der Band Kraftwerk
Literatur Karl Bartos: Der Klang der Maschine. Autobiografie. Eichborn, Köln 2017, ISBN 978-3-8479-0617-9. David Buckley: Kraftwerk : die unautorisierte Biografie. In Zusammenarbeit mit Nigel Forrest. Aus dem Engl. von Henning Dedekind und Heike Schlatterer. Vorwort Karl Bartos. Metrolit, Berlin 2013, ISBN 978-3-8493-0305-1. (Englische Originalausgabe: Kraftwerk. Publikation. Omnibus Press, London 2012, ISBN 978-1-84772-931-6) Rüdiger Esch: "Electri_City. Elektronische Musik aus Düsseldorf", Suhrkamp Berlin 2014, ISBN 978-3-518-46464-9.
Weblinks
Offizielle Website (englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:DJ Kategorie:Musikproduzent Kategorie:Träger des Red Dot Design Award Kategorie:Kraftwerk (Band) Kategorie:Künstler (Berchtesgaden) Kategorie:Krautrock Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1952 Kategorie:Mann