mini|Schlossmedaille in Silber Die Schlossmedaille war eine 1857 von Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin in Auftrag gegebene Medaille, die an den Neubau und die Einweihung des Schweriner Schlosses erinnerte und vom Großherzog an am Bau beteiligte Personen vergeben wurde.

Gestaltung Die vom Schweriner Medailleur Hieronymus (Heinrich) WilckWilck starb unmittelbar danach am 12. Juni 1857 im Alter von 33 Jahren an Auszehrung (Sterberegister Schwerin, abgerufen über ancestry.com am 3. November 2017) gestaltete Medaille hat einen Durchmesser 45,10 Millimeter und ist (in Silber) 42,57 Gramm schwer. Sie zeigt als raffiniertes GestaltungsprinzipFried (Lit.) auf der einen Seite das alte Schweriner Schloss von der Seeseite, darunter die lateinische Inschrift CASTELLUM VETUS SVERINENSE und die Signatur H WILCK FEC[IT], auf der anderen Seite eine Ansicht des neuen Schlosses von der Stadtseite, darunter die Inschrift FREDERICUS FRANCISCUS DENUO CONDIDIT MDCCCLVII.

Die Medaille wurde in Gold, Silber und einer Bronze-Legierung hergestellt.

Vergabe Die fürstlichen Ehrengäste der Einweihungsfeierlichkeiten am 26. Mai 1857 erhielten die Medaille in Gold.

Den am Bau und der Einweihung Beteiligten wurde sie je nach dem Grade ihrer Mitwirkung und ihres Verdienstes verliehen.Ludwig Fromm: Chronik der Haupt- und Residenzstadt Schwerin: mit Benutzung der neuesten Forschungen. Schwerin: von Oertzen 1862, S. 457, dort auch die Liste der Empfänger

In Gold der Hofbaurat Demmler der Geheime Oberbaurat Stüler

In Silber der Hofbaurat Willebrand der Baumeister Behncke die Maler Fischer, Gillmeister, Jentzen, Lenthe und Schlöpke der Advocat Hobein (für das Libretto der zur Einweihung gespielten Oper Johann Albrecht) der Sänger Formes Georg Christian Friedrich LischG.C. Friedrich Lisch (1801-1883): Schweriner Nachlass und Briefe in auswärtigen Institutionen : Findbuch zum Bestand 10.9-L/6. Schwerin: Landeshauptarchiv 2001, S. 36

In Bronze der Bauconducteur Stern der Architect Lukow die Bildhauer Petters, Schiele, Scholinus die Poliere Glatz, Köpcke, Niemann, Zogmann der Redakteur Dr. Friedrich Eggers in Berlin (für die Inschriften unter den Standbildern mecklenburgischer Fürsten) der Gartendirektor Klett

Parallel dazu dekorierte der König von Preußen wegen hervorragender Kunstleistungen den Hofbaurat Willebrand, Baumeister Behncke, Gartendirektor Klett, Hofmaler Lenthe und die Maler Gillmeister und Pfannschmidt mit dem Roten Adlerorden 4. Klasse.

Literatur Michael Kunzel: Die Gnadenpfennige und Ereignismedaillen der regierenden Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg: 1537 bis 1918. Rostock: Schmidt-Römhild 1995, ISBN 3-7950-3704-2, S. 88f, Nr. 73 Torsten Fried: Geprägte Macht: Münzen und Medaillen der mecklenburgischen Herzöge als Zeichen fürstlicher Herrschaft. Köln [u. a.] : Böhlau 2015 (= Archiv für Kulturgeschichte / Beihefte 76), zugl.: Greifswald, Univ., Habil.-Schr., 2013, ISBN 978-3-412-22442-4, S. 281f Künker Auktion 247 – 500 Jahre Geschichte und Kunst im Spiegel der Medaille: Die Sammlung Georg Baums. S. 372 Nr. 5908 (mit Abb.)

Einzelnachweise

Kategorie:Medaille Kategorie:1857 Kategorie:Schweriner Schloss Kategorie:Orden und Ehrenzeichen (Mecklenburg)