Joseph Rubens (* 18. Januar 1900 in Schalke; † 29. Oktober 1969 in Ost-Berlin) war ein deutscher Arzt und Polizeioffizier. Er war Generalmajor und von 1948 bis 1959 Leiter der Hauptabteilung Gesundheitswesen der Deutschen Volkspolizei bzw. der Verwaltung Medizinische Dienste des Ministeriums des Innern der DDR.
Leben Rubens, Sohn von Salomon und Julia Rubens, studierte von 1918 bis 1922 Medizin in Bonn, Münster, Würzburg, München und Düsseldorf, unterbrach das Studium jedoch wegen finanzieller Schwierigkeiten. Bis 1926 arbeitete er als Gärtner in Krefeld, als Lagerist im Kaufhaus Tietz Köln sowie im elterlichen Möbelgeschäft. Anschließend setzte er sein Studium an der Medizinischen Akademie Düsseldorf fort und beendete dieses 1927 als Dr. med. Im Anschluss arbeitete er in Berlin als Arzt im Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde, im Krankenhaus am Friedrichshain und im Krankenhaus Lankwitz.
1931 wurde er als junger Arzt Mitglied der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Als verantwortlicher KPD-Funktionär kämpfte er aktiv gegen den Faschismus.Glückwünsche des ZK. In: Neues Deutschland, 19. Januar 1960, S. 2.
Er ging ins sowjetische Exil, lebte zunächst in Moskau und war von März 1938 bis November 1939 als angeblicher „Klassenfeind“ in NKWD-Haft. Am 16. Oktober 1941 wurden er und seine Frau Franziska Rubens (1894–1971), die er im sowjetischen Exil geheiratet hatteBiographische Datenbanken: BERGMANN, HERMANN, auf Beschluss der Partei von Moskau nach Usbekistan evakuiert. Er wurde als Arzt im Medizinischen Kombinat der damals größten Seidenspinnerei der Sowjetunion in Margelan eingesetzt und seine Frau als Lehrerin der deutschen Sprache in der russischen Schule.Ein Leserbrief von Franziska und Joseph Rubens. In: Neues Deutschland, 7. Dezember 1968, S. 9.
thumb|Grabstätte Die Eheleute kehrten 1948 nach Deutschland in die Sowjetische Besatzungszone zurück. Er wurde Angehöriger der Deutschen Volkspolizei (VP) und Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Als Chefinspekteur der VP übernahm er die Funktion des Leiters der Hauptabteilung Gesundheitswesen der Deutschen Volkspolizei und nach Gründung der DDR im Oktober 1949 die Leitung der Verwaltung Medizinische Dienste des Ministeriums des Innern der DDR (MdI). Im Juli 1957 wurde er zum Generalmajor umattestiert. Im Jahr 1959 wurde er von Friedrich Oberdoerster in seiner Funktion abgelöst und in den Ruhestand versetzt.
Rubens starb im Alter von 69 Jahren. Seine Urne wurde in der Grabanlage Pergolenweg des Berliner Zentralfriedhofs Friedrichsfelde beigesetzt.Beisetzung der Urne von Joseph Rubens. In: Neues Deutschland, 5. Dezember 1969, S. 2.
Auszeichnungen 1950 Ehrenzeichen der DVP 1951 Ehrentitel „Verdienter Arzt des Volkes“ 1958 Medaille für Kämpfer gegen den Faschismus 1933 bis 1945 1959 Medaille für ausgezeichnete Leistungen in den bewaffneten Organen des Ministeriums des Innern 1960 Vaterländischer Verdienstorden in Silber
Literatur Andreas Herbst (Hrsg.), Winfried Ranke, Jürgen Winkler: So funktionierte die DDR. Band 1: Lexikon der Organisationen und Institutionen, Abteilungsgewerkschaftsleitung, Liga für Völkerfreundschaften (= rororo-Handbuch. Bd. 6348). Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1994, ISBN 3-499-16348-9, S. 224. Wladislaw Hedeler, Inge Münz-Koenen (Hrsg.): "Ich kam als Gast in euer Land gereist..." Lucas Kunstverlag 10405 Berlin 2013. Ausstellungskatalog, ISBN 978-3-86732-177-8, S. 127, 237.
Einzelnachweise
Kategorie:Polizist (SBZ bzw. DDR) Kategorie:KPD-Mitglied Kategorie:SED-Mitglied Kategorie:Generalarzt Kategorie:Verdienter Arzt des Volkes Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Silber Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1900 Kategorie:Gestorben 1969 Kategorie:Mann Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert)