Als Fix-up oder Fixup () wird in der Literatur, vor allem im Bereich der Science-Fiction und Fantasy ein aus mehreren, ursprünglich eigenständig publizierten Texten entstandenes Werk bezeichnet. Im Unterschied zur Sammlung, bei der Texte eines Autors (zum Beispiel Erzählungen) in einem Band im Wesentlichen unverändert neu erscheinen, werden die Texte beim Fix-up stilistisch und inhaltlich so überarbeitet, dass der Eindruck eines zusammenhängenden Werkes entsteht. Das kann bei einer eher losen Verbindung etwa durch eine Rahmenerzählung geschehen. Häufig werden aber die ursprünglichen Texte nicht in einen Rahmen eingebettet, sondern durch überleitendes Material direkt miteinander verbunden, was sich zum Beispiel dann anbietet, wenn mehrere Erzählungen in der gleichen fiktiven Realität angesiedelt sind.
Der Begriff wird von der Encyclopedia of Science Fiction dem Autor A. E. van Vogt zugeschrieben. Hintergrund dafür ist die Marktveränderung, die in der US-amerikanischen Science-Fiction in den 1950er Jahren stattfand, in der einerseits die klassischen Pulp-Magazine mit Absatzschwierigkeiten kämpften und sich entsprechend die Bedingungen für Autoren verschlechterten, andererseits der Markt für SF-Paperbacks rapide wuchs und geeignete Texte gesucht waren. In den Pulp-Magazinen waren Kurzgeschichten und Erzählungen moderater Länge gefragt, während die Paperbacks hauptsächlich nach Texten in Romanlänge verlangten. So lag es für die Autoren nahe, aus geeigneten kürzeren Texten ein Werk in Romanlänge zu montieren. In einem Interview mit Robert Weinberg erinnert sich A. E. van Vogt:
Bekanntes Beispiel eines Fix-ups ist van Vogts The Weapon Shops of Isher (deutsch als Die Waffenhändler von Isher), dessen Teile ursprünglich im Juli 1941 und Dezember 1942 in Astounding und im Februar 1949 bei Thrilling Wonder erschienen, der Fix-up erschien 1951.
Ein Beispiel für einen Fix-up außerhalb der SF ist der Kriminalroman The Big Sleep von Raymond Chandler, für den Chandler zuvor in dem Pulp-Magazin Black Mask erschienene Text verwertete. Chandler sprach in diesem Zusammenhang von der „Kannibalisierung“ eigener Texte.
Literatur John Clute, David Langford: Fix-up. In: John Clute, Peter Nicholls: The Encyclopedia of Science Fiction. Online-Ausgabe, 2. August 2012, abgerufen am 29. Oktober 2017. Michael Swanwick: A Nettlesome Term that has Long Outlived its Welcome. In: The New York Review of Science Fiction (Juli 2007).
Einzelnachweise
Kategorie:Literarischer Begriff Kategorie:Science-Fiction