Der Landkreis Greiz ist ein Landkreis im Osten des Freistaats Thüringen mit der Kreisstadt Greiz. Raumordnerisch gehört der Kreis zur Planungsregion Ostthüringen und ist Mitglied der Planungsgemeinschaft Ostthüringen. mini|330px|Staatenaufteilung des Landkreises vor 1913mini|280px|Bildung des Landkreises Greiz und Eingemeindungen in die Stadt Gera im Jahr 1994
Geografie Nachbarkreise sind im Norden der zu Sachsen-Anhalt gehörende Burgenlandkreis und die kreisfreie Stadt Gera, im Nordosten der Landkreis Altenburger Land, im Osten der sächsische Landkreis Zwickau, im Süden der ebenfalls sächsische Vogtlandkreis und im Westen der Saale-Orla-Kreis und der Saale-Holzland-Kreis. Der Süden des Landkreises gehört zum Thüringer Schiefergebirge, während der Norden zur Leipziger Tieflandsbucht (Saale-Elster-Sandsteinplatte) hin abfällt. Die bedeutendsten Flüsse sind die im Osten des Kreises fließende Weiße Elster und ihr linker Nebenfluss Weida, die mehrfach zu Trinkwassertalsperren angestaut ist. 213 km² des Landkreises sind mit Wald bedeckt, 13,3 km² sind Wasserflächen. Höchste Erhebung ist mit 535,5 m ü. NHN der Allrichberg bei Bernsgrün.
Geschichte Historisch ist der Landkreis ein Teil des Vogtlandes und besteht aus vier ehemaligen Fürstentümern. Einen Landkreis Greiz gab es durchgehend seit der Gründung des Landes Thüringen im Jahr 1920 (siehe auch Landkreis Greiz (1922–1952)). In seiner heutigen Form entstand der Landkreis am 1. Juli 1994 durch Zusammenlegung der Landkreise Gera, Zeulenroda und Greiz. Zum Altkreis Greiz gehörten bis zum 31. März 1992 die Stadt Elsterberg mit Noßwitz, die Gemeinde Görschnitz und bis zum 31. Juli 1994 die Gemeinde Cunsdorf. Sie fielen durch Bürgerentscheid an Sachsen, zu dem sie auch bis 1952 gehört hatten.
mini|hochkant=2.0|Bevölkerungspyramide für den Kreis Greiz (Datenquelle: Zensus 2011) Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1994 127.861 1995 127.536 1996 127.186 1997 126.815 1998 126.137 1999 125.156 2000 123.869 2001 122.459 Jahr Einwohner 2002 121.129 2003 119.500 2004 118.053 2005 116.320 2006 114.384 2007 112.682 2008 110.747 2009 109.003 Jahr Einwohner 2010 107.555 2011 106.002 2012 103.297 2013 102.167 2014 101.382 2015 101.114 2016 99.717 2017 99.275 Jahr Einwohner 2018 98.159 2019 97.398 2020 96.668 2021 96.102 2022 95.281 2023 94.488 2024 93.707 Datenquelle: ab 1994 Thüringer Landesamt für Statistik – Werte vom 31. Dezember
Politik Landrat Landrat des Kreises ist seit 2024 Ulli Schäfer (CDU). Zuvor war seit der Bildung des Landkreises Greiz im Jahr 1994 Martina Schweinsburg (CDU) Landrätin.
Kreistag Die 46 Sitze im Kreistag verteilen sich seit der Kommunalwahl am 26. Mai 2024 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien:
Wappen
Wirtschaft mini|Bauerfeind AG in Zeulenroda-Triebes Rund 8000 Firmen – vor allem im klein- und mittelständischen Bereich – sind im Landkreis Greiz ansässig. Wichtige Zweige im verarbeitenden Gewerbe sind die chemische Industrie, speziell die Gummi- und Kunststoffwarenherstellung, die Textilindustrie, die Lebens- und Genussmittelindustrie, die Holzverarbeitung sowie die metallverarbeitende Industrie. Die Köstritzer Schwarzbierbrauerei und das Chemiewerk Bad Köstritz, die Bauerfeind-Gruppe (Zeulenroda-Triebes), die Breckle Matratzenwerk Weida GmbH (Weida) und die Wismut GmbH gehören zu den großen Arbeitgebern des Landkreises. Eine Fläche von etwa 520 km² wird landwirtschaftlich genutzt. Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahre 2007 1.864 Millionen Euro. Gemeinsam mit der Stadt Gera ist der Landkreis Greiz Träger der Sparkasse Gera-Greiz.
Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Landkreis Greiz Platz 349 von 402 Landkreisen und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „hohen Zukunftsrisiken“.
Verkehr Straßenverkehr Der Landkreis Greiz wird von den Bundesautobahnen 4 (Dreieck Kirchheim/A 7 – Eisenach – Gera – Dresden – Görlitz – Grenzübergang PL) und 9 (Berlin – Leipzig – Nürnberg – München) durchzogen. Außerdem verläuft unweit die Bundesautobahn 72 (Hof – Chemnitz).
Weitere wichtige Straßen sind die in Nord-Süd-Richtung weitgehend zur A 9 parallel verlaufenden Bundesstraßen 2 (Berlin – Leipzig – Gera – Schleiz – Nürnberg – München) sowie 92 (Gera – Greiz – Plauen – Grenzübergang CZ).
In ost-westliche Richtung verlaufen die Bundesstraßen 7 (Grenzübergang NL – Düsseldorf – Kassel – Eisenach – Erfurt – Jena – Gera – Altenburg – Rochlitz), 175 (Harth-Pöllnitz – Weida – Zwickau – Nossen) und 94 (Schleiz – Zeulenroda – Greiz – Reichenbach – Rodewisch).
Öffentlicher Verkehr Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird größtenteils von der Verkehrsgemeinschaft des Landkreises Greiz erbracht. Zu dieser gehören vier Unternehmen, von denen zwei in kommunaler Hand sind: Die Personen- und Reiseverkehrsgesellschaft Greiz mbH (PRG) sowie die RVG Regionalverkehr Gera/Land GmbH, die unter dem Dach der Service- und Verwaltungsgesellschaft Greiz (SVG GRZ) zusammengeschlossen sind. Weiterhin bedienen die Unternehmen Omnibusbetrieb Dipl.-Ing. (FH) Günter Herzum und Omnibusbetrieb Hartmut Piehler Linienverkehr im nordöstlichen Landkreis.
Schienenverkehr Durch den Landkreis verlaufen die in Betrieb befindlichen Bahnstrecken Gera–Weischlitz Gößnitz–Gera Leipzig–Probstzella Weimar–Gera Werdau–Mehltheuer (Betrieb nur auf dem Abschnitt Weida–Mehltheuer).
Die Strecken Gößnitz–Gera und Weimar–Gera sind Teil der Mitte-Deutschland-Verbindung. Knotenpunkt für den regionalen und überregionalen Bahnverkehr ist der Geraer Hauptbahnhof. Dort besteht auch Anschluss an das InterCity-Netz der DB. Die SPNV-Linien, die durch den Kreis verlaufen, ermöglichen die Anbindung an regionale Oberzentren wie Erfurt, Hof (Saale), Jena, Leipzig und Plauen.
In der Nähe der Kreisstadt Greiz befindet sich wenige hundert Meter hinter der Kreis- und Landesgrenze die Göltzschtalbrücke (Teil der Bahnstrecke Leipzig–Hof und der Sachsen-Franken-Magistrale). Die benachbarten ehemaligen Fernbahnhöfe Plauen (Vogtl) ob Bf und Reichenbach (Vogtl) ob Bf sind für Reisende aus dem südlichen Teil des Kreises von Bedeutung.
Zu den seit 1990 stillgelegten Bahnstrecken gehören die Strecken Neumark–Greiz und Zeulenroda unt Bf–Zeulenroda ob Bf.
Luftverkehr Auf dem Gebiet des Landkreises befindet sich der Sonderlandeplatz Greiz-Obergrochlitz. In den benachbarten Kreisen befinden sich die Verkehrslandeplätze Altenburg-Nobitz, Auerbach (Vogtl.), Gera-Leumnitz, Jena-Schöngleina und Zwickau.
Nächstgelegene internationale Flughäfen sind Leipzig/Halle, Erfurt und Dresden.
Wasserstraßen Für den Gütertransport nutzbare Flüsse gibt es nicht.
Gemeinden
Greiz und Zeulenroda-Triebes sind als Mittelzentren ausgewiesen.
Grundzentren sind Auma-Weidatal, Berga-Wünschendorf, Münchenbernsdorf, Ronneburg, Weida sowie funktionsteilig und kreisübergreifend Bad Köstritz/Crossen an der Elster.
(Einwohner am ) Gemeinschaftsfreie Gemeinden Auma-Weidatal, Stadt, Landgemeinde () Berga-Wünschendorf, Stadt () Greiz, Stadt () Harth-Pöllnitz () Kraftsdorf () Mohlsdorf-Teichwolframsdorf, Landgemeinde () Ronneburg, Stadt ()Erfüllende Gemeinden Bad Köstritz, Stadt (), erfüllende Gemeinde auch für Caaschwitz () Langenwetzendorf (), erfüllende Gemeinde auch für Hohenleuben, Stadt () Weida, Stadt (), erfüllende Gemeinde auch für Crimla () Zeulenroda-Triebes, Stadt (), erfüllende Gemeinde auch für Langenwolschendorf () Weißendorf ()
Verwaltungsgemeinschaften *Sitz der Verwaltungsgemeinschaft 1. Verwaltungsgemeinschaft Am Brahmetal () Bethenhausen () Brahmenau () Großenstein * () Hirschfeld () Korbußen () Pölzig () Reichstädt () Schwaara () 2. Verwaltungsgemeinschaft Ländereck () Braunichswalde () Endschütz () Gauern () Hilbersdorf () Kauern () Linda b. Weida () Paitzdorf () Rückersdorf () Seelingstädt * () Teichwitz () 3. Verwaltungsgemeinschaft Münchenbernsdorf () Bocka () Hundhaupten () Lederhose () Lindenkreuz () Münchenbernsdorf, Stadt * () Saara () Schwarzbach () Zedlitz () Kommunalverbünde
Städteverbund Nordöstliches Vogtland mini|195x195px|Dorfkirche in Linda, 2022 Zu den Begriffen „Verwaltungsgemeinschaft“ beziehungsweise „erfüllende Gemeinde“ siehe Verwaltungsgemeinschaft und erfüllende Gemeinde (Thüringen).
Kultur und Natur Im Landkreis befinden sich fünf ausgewiesene Naturschutzgebiete (Stand Januar 2017).
Es gibt auch eine Liste der Kirchengebäude im Kreis.
Gebietsveränderungen Gemeinden Auflösung der Stadt Berga/Elster und der Gemeinde Wünschendorf/Elster – Zusammenschluss zur Stadt Berga-Wünschendorf (1. Januar 2024) Auflösung der Gemeinde Hartmannsdorf – Eingemeindung in die Stadt Bad Köstritz (1. Januar 2023) Auflösung der Gemeinde Kühdorf – Eingemeindung nach Langenwetzendorf (1. Januar 2023) Auflösung der Gemeinde Neumühle/Elster – Eingemeindung in die Stadt Greiz (31. Dezember 2019) Auflösung der Gemeinden Hohenölsen, Steinsdorf und Schömberg – Eingemeindung in die Stadt Weida (31. Dezember 2013) Auflösung der Gemeinden Hain, Lunzig, Neugernsdorf und Wildetaube – Eingemeindung nach Langenwetzendorf (31. Dezember 2013) Auflösung der Einheitsgemeinde Vogtländisches Oberland – Eingliederung der Ortsteile Cossengrün, Hohndorf, Schönbach und des Gebiets Eubenberg (Ortsteil Arnsgrün) in die Stadt Greiz sowie der Ortsteile Arnsgrün (ohne Eubenberg), Bernsgrün und Pöllwitz in die Stadt Zeulenroda-Triebes (31. Dezember 2012) Auflösung der Gemeinden Mohlsdorf und Teichwolframsdorf – Zusammenschluss zur neuen Gemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf (1. Januar 2012) Auflösung der Stadt Auma und der Gemeinden Braunsdorf, Göhren-Döhlen, Staitz und Wiebelsdorf – Zusammenschluss zur neuen Stadt Auma-Weidatal (1. Dezember 2011) Auflösung der Gemeinden Merkendorf, Silberfeld und Zadelsdorf – Eingliederung in die Stadt Zeulenroda-Triebes (1. Dezember 2011) Auflösung der Stadt Triebes – Eingliederung in die Stadt Zeulenroda, welche in Zeulenroda-Triebes umbenannt wird (1. Februar 2006) Auflösung der Gemeinden Arnsgrün, Bernsgrün, Cossengrün, Hohndorf, Pöllwitz und Schönbach – Zusammenschluss zur neuen Gemeinde Vogtländisches Oberland (1. Juli 1999) Auflösung der Gemeinde Dörtendorf – Eingliederung in die Stadt Triebes (1. April 1999) Auflösung der Gemeinde Friedmannsdorf – Eingliederung in die Gemeinde Seelingstädt (1. Januar 1997) Auflösung der Gemeinden Kleinreinsdorf und Waltersdorf – Eingliederung in die Gemeinde Teichwolframsdorf (1. Januar 1997) Auflösung der Gemeinde Kraftsdorf, Niederndorf, Rüdersdorf und Töppeln – Neubildung der Gemeinde Kraftsdorf (1. Januar 1997) Auflösung der Gemeinden Daßlitz und Nitschareuth – Eingliederung in die Gemeinde Langenwetzendorf (1. Januar 1996) Auflösung der Gemeinden Harth und Pöllnitz – Zusammenschluss zur neuen Gemeinde Harth-Pöllnitz (21. Dezember 1995) Auflösung der Gemeinde Mosen – Eingemeindung in die Gemeinde Wünschendorf/Elster (2. September 1995) Ausgliederung des Ortsteils Cunsdorf aus Schönbach nach Sachsen (1. August 1994)
Verwaltungsgemeinschaften und erfüllende Gemeinde Ausscheiden der Gemeinde Wünschendorf/Elster aus der Verwaltungsgemeinschaft Wünschendorf/Elster (1. Januar 2024) Die Stadt Bad Köstritz ist nicht länger erfüllende Gemeinde für Hartmannsdorf (1. Januar 2023) Die Gemeinde Langenwetzendorf ist nicht länger erfüllende Gemeinde für Kühdorf (1. Januar 2023) Die Stadt Greiz ist nicht länger erfüllende Gemeinde für Neumühle/Elster (31. Dezember 2019) Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Leubatal – Aufteilung auf die Stadt Weida, die Gemeinde Langenwetzendorf und die Verwaltungsgemeinschaft Wünschendorf/Elster, Langenwetzendorf wird erfüllende Gemeinde für Hohenleuben und Kühdorf (31. Dezember 2013) Die Stadt Berga/Elster ist nicht länger erfüllende Gemeinde für Mohlsdorf und Teichwolframsdorf (1. Januar 2012) Erweiterung der Verwaltungsgemeinschaft Ländereck um die Gemeinde Wünschendorf/Elster (1. Januar 2012)