Der Bahnhof Lübbenau (Spreewald), , ist eine Betriebsstelle der Bahnstrecke Berlin–Görlitz und der dort abzweigenden Strecke nach Kamenz (Sachs) auf dem Gemeindegebiet von Lübbenau/Spreewald im Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg. Das Empfangsgebäude des Bahnhofes, der Lokomotivschuppen und der Wasserturm sind eingetragene Baudenkmale in der Denkmalliste des Landes Brandenburg.
Geschichte mini|links|Ansicht des Empfangsgebäudes von der Straßenseite (2023) mini|links|Kulturzentrum GLEIS 3 mit ehemaligem Güterschuppen, Wasserturm und Portalkran (2019) Der Bahnhof wurde im Zuge des Baus der Bahnstrecke zwischen Berlin und Cottbus durch die Berlin-Görlitzer Eisenbahn-Gesellschaft angelegt und mit der Eröffnung der Strecke am 13. September 1866 für den Verkehr freigegeben.Berlin-Görlitzer Eisenbahn. In: bahnstrecken.de, abgerufen am 1. April 2023. Zum 1. Juni 1874 wurde die an dem Bahnhof abzweigende Strecke nach Kamenz eröffnet. Das heutige Empfangsgebäude sowie der Großteil der historischen Anlagen wurden bis 1878 fertig gestellt, in den 1890er Jahren entstand ein Bahnbetriebswerk mit Lokomotivschuppen und Wasserturm. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfolgte ein umfangreicher Um- und Ausbau des Empfangsgebäudes.
Ab 1910 wurden die Weichen im Bahnhof Lübbenau von zwei zunächst elektromechanischen Stellwerk der Firma Zimmermann & Buchloh gesteuert.Stellwerk Lübbenau (Spreewald) B3. In: stellwerke.info, abgerufen am 1. April 2023. Im Bereich des ehemaligen Güterbahnhofes wurde im Jahr 1920 am Ende des Arbeitsgleises eine Portalkrananlage von der Firma Gebrüder Dickertmann Hebezeugfabrik AG aus Bielefeld aufgebaut., abgerufen am 1. April 2023. Das Bahnbetriebswerk wurde 1970 zu einer Einsatzstelle ausgebaut. Diese beschäftigte im Jahr 1980 noch 225 Mitarbeiter. Nach der Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen Halbe und Senftenberg im Jahr 1988 wurde der Betrieb der Einsatzstelle Lübbenau weitgehend eingestellt, da dort die Voraussetzungen für die Instandhaltung von E-Lokomotiven nicht gegeben waren.Daniel Preikschat: So sieht es im Lokschuppen nach über 20 Jahren Leerstand aus. Lausitzer Rundschau, 20. August 2025, abgerufen am 4. September 2025. Die Güterabfertigung am Bahnhof in Lübbenau wurde 1993 eingestellt. In den Jahren 1997 und 1998 erfolgte der Bau eines Fußgängertunnels unter dem Bahnhof, der die Lübbenauer Altstadt mit der Neustadt verbindet.Zeittafel von 1900 bis 2000. Stadt Lübbenau/Spreewald, abgerufen am 1. April 2023.
Zwischen 2000 und 2008 wurde der ehemalige Güterbahnhof saniert und zum Kulturzentrum GLEIS 3 umgebaut. Im Jahr 2006 kaufte die WIS Wohnungsbaugesellschaft im Spreewald mbH das mittlerweile sanierungsbedürftige Empfangsgebäude und nahm grundlegende Umbau- und Sanierungsarbeiten vor. Am 6. Dezember 2009 wurden die alten Stellwerke am Bahnhof Lübbenau außer Betrieb genommen und durch ein elektronisches Stellwerk ersetzt. Heute befinden sich in dem Empfangsgebäude neben einem Reisecenter mit Touristeninformation ein Fahrradverleih, ein Souvenirshop, ein Restaurant und eine Pension. Auf dem Gelände des Güterbahnhofs eröffnete im November 2011 die „Bunte Bühne Lübbenau“, die für Veranstaltungen genutzt wird.Zeitstrahl GLEIS 3. Stadt Lübbenau/Spreewald, abgerufen am 1. April 2023. Das Bahnhofskonzept erhielt mehrfach Auszeichnungen.
mini|Lokschuppen (2024) Der frühere Lokschuppen verfiel nach der Stilllegung der Einsatzstelle Lübbenau im Jahr 1993 zunehmend. Im Jahr 2013 wurde das Gebäude von der Stadt Lübbenau gekauft, die für rund eine Million Euro Sicherungsmaßnahmen an dem Bauwerk vornehmen ließ. Seit 2023 gibt es Planungen, an dem Standort des Lokschuppens das sogenannte „Zentrum für lokale Erzeugnisse“ zu errichten. Teil dieser Planung ist die „Spreewälder Gurkenwelt“, die dem Konzept der Karls Erlebnisdörfer angelehnt werden soll. Die Kosten für das Projekt werden auf ca. 30 Millionen Euro geschätzt, die zu 90 Prozent aus dem brandenburgischen Strukturwandeltopf finanziert werden sollen.Lausitzer Strukturwandelprojekt mit touristischer Strahlkraft – Spreewelten plant Erlebniswelt in Lübbenau. Wochenkurier, 14. April 2023, abgerufen am 4. September 2025.
Der Personentunnel unter dem Bahnhof musste nach einem Wasserschaden im Jahr 2023 vollständig entkernt werden. Seit 2026 wird die Unterführung saniert, die Arbeiten sollen im Oktober 2026 abgeschlossen werden.
Seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 besteht mit der Regional-Express-Linie 20 eine direkte Anbindung an den Flughafen Berlin Brandenburg.
Infrastruktur mini|Fußgängerunterführung (2016) Der Bahnhof verfügt über vier Gleise und drei Bahnsteige. Der Hausbahnsteig (Gleis 1) ist über einen Aufgang neben dem Empfangsgebäude zu erreichen. Der Mittelbahnsteig, an dem die Gleise 2 und 4 liegen, ist über eine Unterführung zu erreichen, die auch mit Aufzügen und einer barrierefreien Rollstuhlrampe ausgestattet ist.
Die Bahnsteige haben eine Systemhöhe von 76 Zentimetern über Schienenoberkante. Die Bahnsteige 1 und 2 haben eine Nutzlänge von 298 Metern, der Bahnsteig 3 an Gleis 4 von 137 Metern. Neben den Bahnsteiggleisen gibt es auch noch ein weiteres durchgehendes Gleis, außerdem sind heute (2023) im Südwesten mehrere im Süden des Bahnhofes angebundene Abstellgleise vorhanden.
Während die Strecke nach Berlin zweigleisig ausgebaut ist, sind die beiden Strecken im Süden nur eingleisig. Der Bahnhof wird seit 2009 von einem elektronischen Stellwerk gesteuert, über das die Strecke von Bestensee bis Vetschau ferngesteuert wird.
Verkehrsanbindung Linie Verlauf Takt (min) EVU IC 56 (Norddeich Mole –) Emden – Bremen – Hannover – Magdeburg – Berlin Hauptbahnhof – Lübben – Lübbenau – Cottbus einzelne Züge DB Fernverkehr RE 2 Nauen – Berlin-Spandau – Berlin Ostbahnhof – Königs Wusterhausen – Lübben – Lübbenau – Cottbus 60 DB Regio Nordost RE 7 Dessau – Bad Belzig – Berlin-Wannsee – Berlin Ostkreuz – Königs Wusterhausen – Lübben – Lübbenau – Senftenberg 60 RE 20 Berlin Hauptbahnhof – Berlin Südkreuz – Flughafen BER – Königs Wusterhausen – Lübben – Lübbenau (– Cottbus) 60Stand: 14. Dezember 2025
Vom Lübbenauer Bahnhof aus fahren Buslinien der Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz (VGOSL) und vom Omnibuscenter LEO REISEN nach Lübben (Linie 601), Calau (Linie 606), Cottbus (Linie 607) und im Lübbenauer Stadtverkehr.Streckenführung ab 1. August 2017. Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz, abgerufen am 28. Oktober 2017 Zwischen 2015 und 2022 bestand zudem ein Schienenersatzverkehr zum Bahnhof Raddusch, dieser wurde nach der Wiederaufnahme einer regelmäßigen Bedienung des Bahnhofes am 11. Dezember 2022 wieder eingestellt.
Literatur Erich Preuß, Michael Reimer: Lübbenau (Spreewald). In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 111. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2013, (1 Bl., 6 S.).
Weblinks
Website des Bahnhofs
Einzelnachweise
Kategorie:Bahnhof im Landkreis Oberspreewald-Lausitz Kategorie:Bahnstrecke Berlin–Görlitz Bahnhof Kategorie:Bauwerk im Spreewald Bahnhof Kategorie:Erbaut in den 1860er Jahren Kategorie:Erbaut in den 1870er Jahren Kategorie:Bahnhof in Europa