Liste Adresse Name Inschrift mit Ergänzungen Verlege­datum Bild Anmerkung Adelheidstraße 18 140px geb. Herz Hier wohnte Elise Baer geb. Herz Jg. 1882 Gedemütigt/Entrechtet Flucht in den Tod 25.08.1942 140px Von 1933 bis 1936 lebte Elise Baer in der Adelheidstraße 18 im Erdgeschoss. Sie wurde finanziell von ihrer Tochter Anna unterstützt. Im Testament ihres Schwiegersohnes, der wegen der nationalsozialistischen Repressalien Selbstmord beging, ist zur Sicherstellung des Lebensunterhaltes von Elise Baer ein monatlicher Betrag von 200 RM ausgewiesen. Ihre Tochter Anna war schon im März 1942 von Mainz nach Lublin deportiert worden, ihr Schwiegersohn hatte sich 1939 das Leben genommen. Von ihm hatte Elise Baer eine Kapsel Zyankali erhalten. Nachdem sie den Bescheid mit dem Datum ihrer Deportation erhalten hatte, räumte sie am 25. August 1942 ihre Wohnung auf, richtete sich ordentlich her, legte sich auf das gemachte Bett und nahm das Gift ein.Erinnerungsblatt Elise Baer, geb. Herz (PDF; 337 kB)Adelheidstraße 34140pxKarl Jakob Friedrich HerzogHier wohnteKarl HerzogJg. 1879Deportiert 1943AuschwitzErmordet 2.2.1943140pxKarl Jakob Friedrich Herzog war Buchhalter und arbeitete seit 1928 als Steuerberater. Er heiratete die evangelische Maria Augusta geb. Brand und trat selbst zum evangelischen Glauben über. Im Jahr 1936 hätte Karl Herzog das Steuerberatungsbüro seines Chefs übernehmen können. Knapp vier Monate konnte Karl Herzog die Firma führen, dann hieß es, die Unterschriften auf dem Vertrag seien nie beglaubigt worden und der Vertrag wurde als nichtig erklärt.Zur Erinnerung an Karl Jakob Friedrich Herzog und Maria Augusta Herzog, geb. Brand Adelheidstraße 44 140px Julie Dreyfuss geb. Altmayer Hier wohnte Julie Dreyfuss geb. Altmayer Jg. 1875 Deportiert 1942 Theresienstadt Tot 14.12.1942 140px Zur Erinnerung an Julie Dreyfuss, geb. AllmayerZur Erinnerung an Julie Dreyfuss geb. Allmayer (PDF; 945 kB)Adelheidstraße 54 140px Frida Schwarz geb. Cohen Hier wohnte Frida Schwarz geb. Cohen Jg. 1866 Gedemütigt/Entrechtet Flucht in den Tod 29.8.1942 140pxZur Erinnerung an Sigmund Schwarz, Frida Schwarz, geb. Cohen, Therese SchwarzErinnerungsblätter an Sigmund Schwarz, Frida Schwarz, geb. Cohen, Therese Schwarz (PDF; 1,7 MB) Therese Schwarz betreute die Deportationsopfer in der Synagoge in Wiesbaden und am Güterbahnhof und hat auf Verlangen Veronal ausgegeben. Im Februar 1943 wurde sie mit anderen noch in Wiesbaden verbliebenen jüdischen Bürgern nach Frankfurt deportiert. Die Fahrt mussten die Opfer selbst bezahlen. Sigmund Schwarz Hier wohnte Sigmund Schwarz Jg. 1880 Gedemütigt/Entrechtet Tot 15.12.1942 vor Deportation 140px Therese Schwarz Hier wohnte Therese Schwarz Jg. 1893 Deportiert 1943 Flucht in den Tod vor Transport 18.10.1943 in Frankfurt 140pxAdelheidstraße 70 140px Bertha Weinberg geb. Schwabe Hier wohnte Bertha Weinberg geb. Schwabe Jg. 1881 Deportiert 10.8.1942 Lublin Ermordet in Sobibor 140pxZur Erinnerung an Berta Weinberg, geb. Schwabe, und ihren Sohn Kurt WeinbergErinnerungsblätter an Berta Weinberg, geb. Schwabe, und ihren Sohn Kurt Weinberg (PDF; 283 kB) Kurt Weinberg Hier wohnte Kurt Weinberg Jg. 1906 Deportiert 10.6.1942 Lublin Ermordet in Sobibor 140pxAdelheidstraße 72 140px Cäcilie Goldstein geb. Keins Hier wohnte Cäcilie Goldstein geb. Keins Jg. 1887 Deportiert 1942 Lublin Ermordet 1942 in Sobibor 140pxZur Erinnerung an Cäcilie Goldstein, ihre Tochter Nora und ihre ganze FamilieErinnerungsblätter an Cäcilie Goldstein, ihre Tochter Nora und ihre ganze Familie (PDF; 1019 kB) Nora Goldstein Hier wohnte Nora Goldstein Jg. 1905 Deportiert 1942 Lublin Ermordet 1942 in Sobibor 140pxAdelheidstraße 75 140px Anna Sulzberger geb. Lieber Hier wohnte Anna Sulzberger geb. Lieber Jg. 1900 Deportiert 10.6.1942 Ermordet 1942 in Sobibor 140pxUnter zunehmend härteren Lebensbedingungen wurde die finanzielle Situation der Familie SulzbergerErinnerungsblätter an Anna Sulzberger, ihre Söhne und ihre Mutter Esther Lieber (PDF; 1,8 MB) weiter eingeschränkt. Die „Judenvermögensabgabe“ im Dezember 1938 und die „Reichsfluchtsteuer“ im Januar 1941 mussten durch den Verkauf von Wertpapieren und Grundbesitz beglichen werden. Durch das Berufsverbot für jüdische Anwälte 1933 und finanzielle Probleme in der Großfamilie verschlechterte sich auch deren wirtschaftliche Lage. An seinen Kriegsfolgeschäden verstarb Dr. Martin Sulzberger am 09.03.1936 im Israelitischen Krankenhaus in Frankfurt. Manfred Sulzberger Hier wohnte Manfred Sulzberger Jg. 1929 Deportiert 10.6.1942 Ermordet 1942 in Sobibor 140px Paul Sulzberger Hier wohnte Paul Sulzberger Jg. 1931 Deportiert 10.6.1942 Ermordet 1942 in Sobibor 140px Esther Lieber Hier wohnte Esther Lieber geb. Adler Jg. 1871 Deportiert 1.9.1942 Theresienstadt Treblinka Ermordet 29.9.1942 140pxAdelheidstraße 82 140px Oskar Osias Emanuel Kohn Hier wohnte Oskar Osias Emanuel Kohn Jg. 1904 Deportiert Sachsenhausen Ermordet 31.12.1941 Ravensbrück 140pxZur Erinnerung an Oskar Emanuel KohnErinnerungsblatt an Oskar Emanuel Kohn (PDF; 325 kB) Alfred SchererErinnerungsblätter an Alfred Scherer und Jenny Scherer geb. Horwitz (PDF; 449 kB) führte ein Zigarrenhaus in der Kirchgasse. Jennys Geschwister Rebecca, Isidor und Leopold konnten in die USA bzw. nach Südamerika fliehen. Alfred Scherer Hier wohnte Alfred Scherer Jg. 1897 Deportiert 1942 Lublin Ermordet 24.8.1942 Majdanek 140px Jenny Scherer geb. Horwitz Hier wohnte Jenny Scherer geb. Horwitz Jg. 1889 Deportiert 1942 Lublin Ermordet in Sobibor 140pxAdelheidstraße 90 140px Anna Strauß geb. Weis Hier wohnte Anna Strauß geb. Weis Jg. 1869 Gedemütigt/Entrechtet Flucht in den Tod 24.8.1942 140pxZur Erinnerung an Siegfried und Anna Weis, gesch. StraußErinnerungsblätter an Siegfried und Anna Weis, gesch. Strauß (PDF; 814 kB) Siegfried Weis Hier wohnte Siegfried Weis Jg. 1865 Gedemütigt/Entrechtet Flucht in den Tod 28.8.1942 140pxAdelheidstraße 94 140px Simon Morgenthau Hier wohnte Simon Morgenthau Jg. 1850 Deportiert 1942 Theresienstadt Tot 7.9.1942 140pxZur Erinnerung an Seligmann und Sofie Morgenthau, Arthur und Stefanie MorgenthauErinnerungsblätter an Seligmann und Sofie Morgenthau, Arthur und Stefanie Morgenthau (PDF; 615 kB) Sophie Morgenthau geb. Bender Hier wohnte Sophie Morgenthau geb. Bender Jg. 1864 Deportiert 1942 Theresienstadt Tot 2.12.1942 140px Fritz Salomon Hier wohnte Fritz Salomon Jg. 1885 Eingewiesen Landesklinik Eichberg Tot 9.1.1943 140px Zur Erinnerung an Fritz SalomonErinnerungsblatt an Fritz Salomon (PDF; 744 kB) Irma Stern geb. Ackermann Hier wohnte Irma Stern geb. Ackermann Jg. 1897 Deportiert 1942 Izbica Ermordet in Sobibor 140px Adelheidstraße 103 140px Rosa Hobbach geb. Cahn Hier wohnte Rosa Hobbach geb. Cahn Jg. 1895 Deportiert 1943 Auschwitz Ermordet 8.12.1943 140px Zur Erinnerung an Rosa Hobbach, geb. CahnErinnerungsblatt an Rosa Hobbach, geb. Cahn (PDF; 221 kB) Adlerstraße 42 140px Helene Ludwig geb. Dewald Hier wohnte Helene Ludwig geb. Dewald Jg. 1869 Gedemütigt/Entrechtet Flucht in den Tod 28.8.1942 140px Zur Erinnerung an Helene Ludwig geb. DewaldErinnerungsblätter an Helene Ludwig geb. Dewald (PDF; 249 kB) Adolfsallee 14 140px Ludwig Leffmann Hier wohnte Ludwig Leffmann Jg. 1884 Medikamente verweigert Tot 6.10.1944 140px Zur Erinnerung an Ludwig und Auguste LeffmannErinnerungsblätter an Ludwig und Auguste Leffmann (PDF; 899 kB)Adolfsallee 26140px140px Herbert Leo Levitta Hier wohnte Herbert Leo Levitta Jg. 1927 Deportiert 1942 Theresienstadt Ermordet 1943 in Auschwitz 140pxLeo Levitta war Teilhaber des Kommissionsgeschäfts „Leo Levitta und Söhne“. Es handelte sich um ein sehr gut eingeführtes Unternehmen, das speziell mit Rheingauer Weinen handelte. Der Kundenstamm war über ganz Deutschland verteilt. Zur Erinnerung an Ludwig und Hertha Levitta sowie ihren Sohn Herbert LevittaErinnerungsblätter an Ludwig und Hertha Levitta sowie ihren Sohn Herbert Levitta (PDF; 705 kB) Hertha Levitta geb. Rosenstrauss Hier wohnte Hertha Levitta geb. Rosenstrauss Jg. 1894 Deportiert 1942 Theresienstadt Ermordet 1943 in Auschwitz 140px Ludwig Levitta Hier wohnte Ludwig Levitta Jg. 1885 Deportiert 1942 Theresienstadt Ermordet 1943 in Auschwitz 140px Hier wohnteIsidor GanzJg. 1875deportiert 1942Theresienstadtermordet 26.1.1943 140px Hier wohnteBerta Elise Ganzgeb. BenderJg. 1878gedemütigt/entrechtettot 15. Okt. 1938 140px Adolfsallee 30 140px Felix Kaufmann Hier wohnte Felix Kaufmann Jg. 1867 Deportiert 1942 Theresienstadt Tot 18.2.1943 140pxZur Erinnerung an Felix Kaufmann, Johanna Kaufmann, geb. Frank, und Thekla Hess, geb. KaufmannErinnerungsblätter an Felix Kaufmann, Johanna Kaufmann, geb. Frank, und Thekla Hess, geb. Kaufmann (PDF; 188 kB)Hier lebten mindestens dreizehn Juden, die während der nationalsozialistischen Herrschaft in diesem zum Judenhaus erklärten Gebäude lebten, zum Teil auch zwangsweise dort einquartiert worden waren. Sieben von ihnen traten von hier aus den Weg in die Vernichtung an.Judenhäuser in Wiesbaden (1939–1942) Johanna Jenny Kaufmann geb. Frank Hier wohnte Johanna Jenny Kaufmann geb. Frank Jg. 1873 Deportiert 1942 Theresienstadt Tot 25.1.1943 140px Thekla Hess geb. Kaufmann Hier wohnte Thekla Hess geb. Kaufmann Jg. 1873 Deportiert 1942 Theresienstadt Tot 6.11.1943 140pxAdolfsallee 33 140px Helmut Lindt Hier wohnte Helmut Lindt Jg. 1901 Flucht Belgien Frankreich Interniert Drancy 1942 Auschwitz Ermordet 140px auch: Häftling im Camp de Gurs, auch: gestorben 1945Lindt, Helmut, in: Gabriele Mittag: Es gibt nur Verdammte in Gurs. Literatur, Kultur und Alltag in einem südfranzösischen Internierungslager. 1940–1942. Tübingen : Attempto, 1996, S. 285 Dr. Ludwig Lindt Hier wohnte Dr. Ludwig Lindt Jg. 1870 Deportiert 1942 Theresienstadt Ermordet 7.2.1943 140px Jette Mayer Hier wohnte Jette Mayer Jg. 1870 Deportiert 1942 Theresienstadt Ermordet 4.10.1942 140px Adolfstraße 14140px Hier wohnteLilly JulieFrankfurtergeb. HessJg. 1888Flucht 1939 Hollandinterniert Westerborkdeportiert 1943Sobiborermordet 7.5.1943 140px Bahnhofstraße 1 140px Hier wohnte Oskar Braun Jg. 1880 'Schutzhaft' 1938 Dachau Ermordet 22.12.1938 140px Oskar Braun kam nach dem 1. Weltkrieg nach Deutschland, lebte in Düsseldorf und war staatenlos. Seit 1921 war er Teilhaber der Rheinischen Wollwarenfabrik, einer im Handelsregister von Wiesbaden eingetragenen Firma, und wurde 1924 deren alleiniger Inhaber. Die Führung einer produzierenden Fabrik wird indes im Verlauf der Wirtschaftskrise immer schwieriger, so dass er mehr und mehr auf den Bereich der Wäschevertretung angewiesen ist und sein Einkommen in den Jahren nach 1933 erheblich abnimmt. Dabei werden auch die Boykottmaßnahmen der Nazis eine Rolle gespielt haben.Erinnerungsblatt an Oskar Braun (PDF; 213 kB)Bahnhofstraße 25 140px Berthold Guthmann Hier wohnte Berthold Guthmann Jg. 1893 Deportiert 1943 Theresienstadt Ermordet 29.9.1944 in Auschwitz 140pxZur Erinnerung an drei Generationen Guthmann: Jacob, Berthold und Paul. (PDF; 610 kB) Berthold Guthmann war Flieger in der Richthofen-Staffel. Er studierte in Freiburg und Gießen Jura und war Mitglied einer Verbindung. Er ließ sich in Wiesbaden als Rechtsanwalt nieder. Während er anderen verstärkt bei der Emigration half, blieb er selbst mit seiner Familie in Wiesbaden. Er wurde Vorsitzender der Jüdischen „Einheitsgemeinde“ in der Friedrichstraße. Jakob Guthmann Hier wohnte Jakob Guthmann Jg. 1868 Deportiert 1942 Theresienstadt Tot 18.9.1942 140px Paul Guthmann Hier wohnte Paul Guthmann Jg. 1922 Deportiert 1943 Theresienstadt Auschwitz Ermordet 12.3.1945 KZ Mauthausen 140px Bahnhofstraße 46