Haig ist ein Gemeindeteil von Stockheim im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.
Geographie Lage Das Kirchdorf Haig liegt am Haiger Bach, einem rechten Nebenfluss der Haßlach. Im Süden grenzen bewaldete Anhöhen des Frankenwalds an, ansonsten ist der Ort von Acker- und Grünland umgeben. Die Staatsstraße 2708 führt an Mostholz vorbei nach Kaltenbrunn (3,4 km südwestlich) bzw. zur Bundesstraße 89 bei Haßlach bei Kronach (1,1 km nordöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verbindet mit Burggrub (1,4 km nordwestlich) bzw. mit Gundelsdorf zur Bundesstraße 85 (1,9 km südöstlich).
Naturdenkmal Haiger Moor Haig ist bekannt wegen seines kleinen Schlosses und seiner Gastronomie. Hinter dem Sportplatz befindet sich das als Naturdenkmal geschützte Biotop Haiger Moor, ein verlandendes Übergangsmoor. Es ist die Heimat von Libellen, Moosbeeren, Hirse-Segge und anderen feuchtigkeitsliebenden Pflanzen und Tieren. Das Haiger Moor im Besitz des Bundes Naturschutz wird in regelmäßigen Abständen entbuscht, um den Moorcharakter zu erhalten. Der Bund Naturschutz hat das Moor als Ausgleichsmaßnahme für den Bau einer 380-kV-Leitung in der Nähe erhalten.https://www.landkreis-kronach.de/natur-kultur-tourismus/natur-und-landschaft/naturdenkmaeler/haiger-moor/
Geschichte Haig wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte von Anbeginn zum Hochstift Bamberg. Der Grundstein des Haiger Schlosses wurde 1731 gelegt.Haig auf der Website stockheim-online.de
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bildete Haig mit Neumühle eine Realgemeinde, bestehend aus 33 Anwesen (8 Fronsölden, 23 Tropfhäusern, 1 Tropfhaus mit Wirtschaft, 1 Mühle). Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Kronach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über alle Anwesen hatte das Rittergut Haig. Neben den Anwesen gab es ein Schloss, ein Pächterhaus und ein Bräuhaus, alles herrschaftliche Gebäude.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 476. Hier werden unter Einberechnung von bewohnten herrschaftlichen Gebäuden abweichend 35 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.
Mit dem Ersten Gemeindeedikt wurde Haig dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Burggrub zugewiesen. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt entstand 1818 die Ruralgemeinde Haig, zu der Neumühle gehörte. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Herrschaftsgericht Mitwitz zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach, 1919 in Finanzamt Kronach umbenannt. 1849 wurde das Herrschaftsgericht aufgelöst und Haig dem Landgericht Kronach überwiesen. Ab 1862 gehörte Haig zum Bezirksamt Kronach, 1939 in Landkreis Kronach umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach, 1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 583. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 2,171 km².
Am 1. Januar 1975 wurde Haig im Zuge der Gebietsreform in Bayern in Stockheim eingegliedert.
Die größten Vereine sind der Sportverein FC Wacker Haig, der Trachtenverein Haig und die örtliche Freiwillige Feuerwehr.
Baudenkmäler In der Bayerischen Denkmalliste sind drei Baudenkmäler aufgeführt: Katholische Filialkirche St. Anna (Haig) Schloss Wegkapelle
Die folgenden Häuser listete Tilmann Breuer in dem Buch Landkreis Kronach von 1964 mit ihren ursprünglichen Hausnummern als Kunstdenkmale auf. Sie werden in der Denkmalschutzliste nicht geführt, da sie entweder nicht aufgenommen, abgebrochen oder stark verändert wurden. Haus Nr. 20: Eingeschossiges Kleinhaus mit Satteldach, der Sturz der Haustür ist mit „18 NO 16“ bezeichnet.T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 57. Haus Nr. 21: Eingeschossiges Kleinhaus mit zur Hälfte abgewalmtem Mansarddach; die Umfassungsmauern sind massiv mit Eckpilastern, der Sturz der Haustüre enthält die Bezeichnung „M K. B H. C. M. 1831“. Haus Nr. 39: Eingeschossiges Kleinhaus mit Halbwalmdach und massiven Umfassungsmauern, der Scheitelstein der Haustür ist mit „1839“ bezeichnet, der Türflügel ist gefeldert und geteilt.
Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987Einwohner 144 304 301 314 352 383 425 399 401 351 359 353 380 411 431 388 411 372 454 580 578 534 472 502 452HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 wurden diese als „Wohngebäude“ bezeichnet. 35 48 49 49 48 58 74 87 121Quelle
Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und nach Mariä Geburt in Glosberg gepfarrt. Die protestantische Minderheit ist nach St. Laurentius in Burggrub gepfarrt.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Stockheim, Oberfranken) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung im 14. Jahrhundert Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)