Die Netzwerkarbeit stellt ein Instrument der Sozialen Arbeit dar. Netzwerkarbeit gewinnt immer mehr an Bedeutung, in sozialen wie in wirtschaftlichen Bereichen, sie erleichtert das Zusammenarbeiten und die Kontaktaufnahme. Die Grenzen zwischen Kooperation und Netzwerkarbeit sind fließend, da Kooperation zugleich Voraussetzung und Bestandteil der Netzwerkarbeit ist. Die Kommunikation zwischen den Netzwerkpartnern wird durch den Einsatz elektronischer Medien erleichtert, da virtuelle Plattformen wie Internet oder Intranet den raschen Austausch von Informationen und Dokumenten ermöglichen. Netzwerkarbeit ist eine Handlungsmethode der Sozialen Arbeit und Klinischen Sozialarbeit, die darauf zielt, die sozialen Netzwerke und Ressourcen von Individuen, Gruppen und Gemeinden zu aktivieren, zu stärken und zu nutzen. Sie basiert auf der Erkenntnis, dass soziale Unterstützung ein zentraler Faktor für psychische und physische Gesundheit sowie für die Bewältigung von Krisen und Problemlagen ist.Werner Schönig, Heiko Löwenstein: Soziales Netzwerk. In: socialnet Lexikon. socialnet, Bonn 2024; socialnet.de

Es wird von einer Ankerperson aus eine Netzwerkkarte erstellt, die hilft, das soziale Netz der Person visuell darzustellen. Die Netzwerkarbeit liegt nun darin, diese Karte anhand von klar strukturierten Verfahren zu analysieren und eine Handlungshilfe darzustellen, an welchem Punkt des Netzwerkes es sinnvoll ist, die sozialen Kontakte intensiver zu pflegen.

Arbeitsfelder Netzwerkarbeit wird eingesetzt in: Psychiatrie & psychische Gesundheit: Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen Kinder- und Jugendhilfe: Aktivierung von Familiennetzwerken bei Kindeswohlgefährdung Altenhilfe: Prävention von Isolierung bei älteren Menschen Suchtberatung: Stabilisierung durch soziales Umfeld Gemeinwesenarbeit: Förderung von Nachbarschaftssolidarität

Wirksamkeit und Evaluation Empirische Befunde aus den Frühen Hilfen zeigen, dass strukturierte Verfahren zum Auf- und Ausbau kommunaler Netzwerke – etwa der Einsatz von Netzwerkkarten – die Zusammenarbeit zwischen Fachkräften verbessern und zur Verstetigung von Netzwerkstrukturen beitragen können.Ablauf zum (Wieder-)aufbau kommunaler Netzwerke mit Netzwerkkarten in den Frühen Hilfen. In: Prävention und Gesundheitsförderung. Springer, 2024. doi:10.1007/s11553-024-01177-1. Zugleich verweisen Untersuchungen darauf, dass koordinierte Netzwerke in der psychosozialen Versorgung den Zugang zu bedarfsgerechten Unterstützungsangeboten erleichtern und so einen Beitrag zur Gesundheit und Teilhabe belasteter Familien leisten.Renner, Ilona; Lux, Ulrike; von Rüden, Ursula: Die Bedeutung Früher Hilfen in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen und Krisen. In: Bundesgesundheitsblatt. 2024. doi:10.1007/s00103-024-03980-9.

Einzelnachweise

Kategorie:Arbeitsfelder, Handlungskonzepte und Methoden (Soziale Arbeit)