Die 26. Nordischen Skiweltmeisterschaften fanden vom 17. bis 27. Februar 1966 am Holmenkollen in Oslo statt. Die norwegische Hauptstadt war somit zum dritten Mal Ausrichter von Nordischen Skiweltmeisterschaften. Wie bei den letzten Weltmeisterschaften gab es sieben Wettbewerbe für die Männer und drei für die Frauen.

WM-Vergabe Die Vergabe für die Weltmeisterschaften erfolgte beim FIS-Kongress in Athen vom 20. bis 24. Mai 1963. Die norwegische Hauptstadt erhielt 45 Stimmen, Sapporo 23 und Garmisch-Partenkirchen acht. Es gab einen zusätzlichen Grundsatzbeschluss, wonach nordische Weltmeisterschaften nur mehr an Orte unter 1.500 m Seehöhe vergeben werden. Im konkreten Fall wurde auch für den Fall, dass Oslo mit der Durchführung der Olympischen Winterspiele 1968 betraut werden würde, als Alternative Sapporo vorgesehen.«FIS-Delegierte möchten auch im Sommer reisen»; »Sport-Zürich« vom 27. Mai 1963

Prognosen In einer Vorschau ging die Zeitung «Sport Zürich» (Nr. 20 vom 16. Februar 1966, ab Seite 4) davon aus, dass für die Mitteleuropäer nur Chancen am Bakken und in der Kombination bestehen würden. Der Verfasser des Artikels teilte mit, dass wie immer auch diesmal die skandinavischen Sportler vor solchen Großereignissen während ihrer Vorbereitungen kaum international auftraten. Lediglich der Schwede Bjarne Andersson sei auswärts in der Schweiz (Klosters und Le Brassus), angetreten.

Das Laufgelände in Oslo wurde als vielseitig beschrieben, wobei der Vorteil darin bestehe, dass als Grundlage die jeweils selbe Trasse diene, wobei allerdings die Aufstiege je nach Wettkampflänge unterschiedlich schwierig seien.

Im Skispringen wurde Veikko Kankkonen für beide Schanzen als der große Favorit genannt. Allerdings gab es die Meldung, dass der Finne sich am 15. Februar bei einem Trainingssturz einen Schlüsselbeinbruch zugezogen habe, worauf er nicht an den Start gehen könne. Die Norweger wurden hier nicht so stark eingeschätzt. Alleine Bjørn Wirkola wurden Spitzenleistungen zugetraut. Torgeir Brandtzæg könne keine Wettkämpfe mehr bestreiten, auch Lars Grini falle verletzungshalber aus und Toralf Engan sei erst kürzlich wieder in Form gekommen. Er habe den Standard früherer Jahre nicht mehr erreicht. Im Springen käme aus anderen Ländern noch Dieter Neuendorf (DDR) in Frage, jedoch niemand aus der Sowjetunion oder aus Polen.

Für die Nordische Kombination wurden dem Bundesdeutschen Franz Keller sehr gute Chancen eingeräumt.

Eröffnungsfeier Die Eröffnungsfeier fand am 16. Februar 1966 ab 17 Uhr mit 303 Sportlern aus 23 Ländern statt – König Olav V. führte die Eröffnung durch.

Abschneiden der Nationen Diese Weltmeisterschaften zeigten in den Resultaten bezüglich des Abschneidens der verschiedenen beteiligten Nationen eine gestiegene Vielschichtigkeit. Die Länder aus Skandinavien sowie die Sowjetunion gehörten weiterhin zu den stärksten, aber es kamen nun weitere Länder zu Medaillen, wie es in dieser Form zuvor noch nicht der Fall gewesen war. Insgesamt verteilten sich die Medaillen in Oslo auf neun verschiedene Nationen. Zu den oben genannten Ländern kamen die Schweiz, die Bundesrepublik Deutschland, die DDR, Italien und Japan hinzu.

Herausragende Sportler Bei den Männern ragten v. a. die beiden Norweger Gjermund Eggen mit drei Goldmedaillen im Langlauf und Bjørn Wirkola heraus, der als erster Sportler überhaupt (bei bisher allerdings erst den dritten Championats mit dem „Angebot“ der „Normalschanze“ und der „Großen Schanze“) Weltmeister auf beiden Schanzen wurde.

Bei den Frauen dominierten die beiden sowjetischen Langläuferinnen Klawdija Bojarskich und Alewtina Koltschina, die je zwei Gold- und eine Silbermedaille errangen.

Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: Wettkampf nicht beendet (did not finish) * gestürzt

Medaillenspiegel + NationenEndstand nach 10 Wettbewerben Platz Nation 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 5 2 1 8 2 3 2 1 6 3 1 3 2 6 4 1 1 1 3 5 0 1 0 1 0 1 0 1 7 0 0 3 3 8 0 0 1 1 0 0 1 1

+ MännerEndstand nach 7 Wettbewerben Platz Sportler 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 3 0 0 3 2 2 0 0 2 3 1 1 1 3 4 1 1 0 2 5 1 0 1 2 6 1 0 0 1 1 0 0 1 8 0 2 0 2 9 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 15 0 01 1 0 01 1 0 01 1 0 01 1 0 01 1 0 01 1 0 01 1 0 01 1

+ FrauenEndstand nach 3 Wettbewerben Platz Sportlerin 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 2 1 0 3 2 1 0 3 3 1 0 1 2 4 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 7 0 2 0 2 8 0 0 1 1 0 0 1 1

Resultate Langlauf Männer

15 km Platz Sportler Zeit [min] 1 47:56,2 2 48:11,3 3 48:14,7 4 48:22,8 5 48:23,8 6 48:29,8 7 48:37,9 8 48:51,2 9 48:51,9 10 48:52,9 … … … 21 50:19,2 26 50:37,0 41 52:20,0 47 53:15,7 52 54.42,3 55 54:50,0 56 54:50,7 mini|hochkant=1.6| Weltmeister 1962: Olympiasieger 1964:

Datum: 20. Februar 1966

Start 11 Uhr – Den Norwegern gelang mit einem Dreifach-Sieg eine überraschende Revanche für ihr schwaches Abschneiden im 30-Kilometer-Rennen. Damit hatte kein Norweger gerechnet. Der Bundesdeutsche Walter Demel bewies erneut seine Klasse und wurde als bester Mitteleuropäer Neunter. Das Rennen fand bei starkem Schneefall und eisigem Wind vor 7.000 Besuchern statt. Nach fünf Kilometern lag der mit Nr. 24 ins Rennen gegangene Norweger Gjermund Eggen, der drei Tage zuvor im Wettkampf über 30 Kilometer als Sechzehnter enttäuscht hatte, mit 2:02 min bzw. 2:04 min vor seinem Landsmann Odd Martinsen und dem Finnen Eero Mäntyranta. Nach zehn Kilometern zeichnete sich ein erbitterter Zweikampf zwischen Eggen und Martinsen ab, nur noch eine Sekunde trennte die beiden voneinander. Mäntyranta schon sieben Sekunden zurück. Demel hatte sich mit 35 s Rückstand auf Eggen in einem Zwischenspurt auf Rang acht vor den Italiener Gianfranco Stella und Wjatscheslaw Wedenin (URS) vorgekämpft. Auf den steilen Steigungen und schwierigen Abfahrten der letzten fünf Kilometer sicherten sich die Norweger das „Triple“. Mäntyranta wurde noch von dem Norweger Bjarne Andersen und dem Finnen Kalevi Laurila überholt. Ole Ellefsæter (NOR) – nach fünf und zehn Kilometern jeweils Fünfter – holte sich Silber. Bester Italiener wurde Gianfranco Stella auf Rang zwölf. Sein Landsmann Franco Nones kam auf Rang siebzehn. Als weiterer Bundesdeutscher wird auf Rang neunzehn Karl Buhl, Félix Mathieu als bester Franzose auf Rang 22, Bronislaw Gut als bester Pole auf Rang 25 geführt. DDR-Läufer Grimmer lief auf Platz 29 ins Ziel.

Bei den Schweizern hatte Denis Mast zugunsten Hanspeter Kasper verzichtet, „damit die jungen Athleten Erfahrungen sammeln sollten.“„Langlauf-Revanche der Norweger“ in «Volkszeitung Kärnten» Nr. 42 vom 22. Februar 1966, S. 7, POS. Spalten 1 und 2 (zweiter großer Titel)„Oslo: Norweger schlugen am Bakken und über 15 km zu“ sowie „Norwegischer Triumph – Gewinn aller Medaillen“ in «Sport Zürich» Nr. 22 vom 21. Februar 1966, ab Seite 1

30 km Platz Sportler Zeit [h] 1 1:37:26,7 2 1:38:11,3 3 1:38:11,6 4 1:38:24,9 5 1:38:32,3 6 1:38:53,5 7 1:38:53,8 8 1:38:54,5 9 1:38:59,2 10 1:39:04,0 … … … 19 1:41:59,0 22 1:43:30,0 24 1:43:45,5 36 1:47:00,2 37 1:47:49,2 43 1:49:02.5 46 1:49:45,1 48 1:50:41,4 mini|hochkant=1.6| Weltmeister 1962: Olympiasieger 1964:

Datum: 17. Februar 1966

Um 10 Uhr gab es im Nordwakawald als Auftakt der Weltmeisterschaften den 30-Kilometer-Langlauf. Vor 10.000 Zuschauern und bei −10 Grad Celsius gingen mit jeweils dreißig Sekunden Intervall 66 Läufer an den Start. 49 von ihnen wurden klassiert. Es hatte am Vorabend leicht geschneit, die Spur war wieder nachgezogen worden, schien aber doch etwas weicher zu sein als am Vortag.

Der finnische Titelverteidiger Eero Mäntyranta hatte Start-Nr. 51, Gjermund Eggen (NOR) als Mitfavorit die 63. Ein weiterer nach Mäntyranta startender hoch eingeschätzter Läufer war Anatoli Akentjew (URS) mit 66. Die Österreicher hatten die Startnummern 25 (Rieger), 35 (Wallner) und 61 (Janc).

Mäntyranta führte nach fünf Kilometern in 16:57 min vor Akentjew (17:07 min) und Eggen (17:08 min). Laurila lag nur eine weitere Sekunde zurück, Demel war Neunter (17:21 min). Andersson führte nach zehn Kilometern in 32:55 min vor Mäntyranta (32:59 min) und Akentjew (33:03 min). Laurila in 33:06 min war Fünfter, Demel (33:13 min) Sechster. Andersson konnte nur bis zwanzig Kilometer mithalten (Rang zwei in 1:03:30 h) hinter Mäntyranta (1:03:17 h). Laurila nahm Rang drei ein (1:03:37 h), Demel Rang zehn (1:04:30 h). Letztlich konnte Laurila gerade noch 0,3 s gegen Demel retten, der auf den letzten zehn Kilometern um 28 Sekunden schneller als Mäntyranta war. Für die Norweger und Schweden endete das Rennen mit einer Enttäuschung. Allerdings hatten Letztere auf ihre Asse Janne Stefansson und Assar Rönnlund wegen Erkrankung verzichten müssen. Die Italiener unterstrichen ihren guten Ruf (Rang sechs: Franco Nones).„Oslo: Heute Start mit 30-km-Lauf“ in «Volkszeitung Kärnten» Nr. 38 vom 17. Februar 1966, S. 7, POS. Spalten 1 und 2 Mitte„Dritter 30-km-Titel für Eero Mäntyranta. Walter Demel – die Sensation von Oslo“ in «Volkszeitung Kärnten» Nr. 39 vom 18. Februar 1966, S. 7.„Eero Maentyranta bleibt König der Loipe“ in »Kärntner Tageszeitung« Nr. 39 vom 18. Februar 1966, S. 8.„Doppelolympiasieger Mäntyranta wieder 30-km-Weltmeister“ in «Sport Zürich» Nr. 21 vom 18. Februar 1966, ab Seite 1„WM-Favorit Roennlund im Bett“ in «Kurier Wien» vom 17. Februar 1966, S. 19.„Triumph der Finnen über 30 km. Sensation: Dritter ein Deutscher“ in «Kurier Wien» vom 18. Februar 1966, S. 19.

50 km Platz Sportler Zeit [h] 1 3:03:04,7 2 3:03:15,1 3 3:03:54,3 4 3:04:46,8 5 3:05:20,3 6 3:05:43,3 7 3:05:48,2 8 3:09:08,6 9 3:09:43,8 10 3:09:59,6 … … … 14 3:11:05,4 15 3:17:39,5 17 3:19:42,8 18 3:22:14,7 19 3:22:43,3 20 3:24:57,0 21 3:25:33,8 Weltmeister 1962: Olympiasieger 1964:

Datum: 26. Februar 1966Start 10 Uhr – Der Wettbewerb wurde auf einer schweren 25-Kilometer-Schleife durch den Winterwald der Nordmarka bei vorerst ziemlich heftigem Schneetreiben und unregelmäßigem Wind ausgeführt, wobei die Niederschläge auf den zweiten 25 Kilometern aufhörten und die Temperaturen von −2 auf +1 Grad Celsius anstiegen.

Ole Ellefsæter (NOR) war der schnellste Starter gewesen, er lag nach sechs Kilometern um zwei Sekunden vor Wjatscheslaw Wedenin (URS), doch bis mehr als vierzig Kilometer war dann Wedenin der große Dominator. Nach Kilometer 42 begann die letzte große Schwierigkeit der Loipe, eine fast fünf Kilometer lange steile Steigung, auf welcher der Sowjetläufer restlos wegbrach und vor dem Zieleinlauf gestützt werden musste. Offensichtlich hatte er nicht das ideale Wachs aufgetragen. Als Erster war Eero Mäntyranta (FIN) im Ziel, der die Start-Nr. 5 trug. Er wurde von seinem Landsmann Arto Tiainen unterboten, beide wirkten frisch. Aufgrund der Zwischenzeitmessung bei Kilometer 45 wusste man, dass nur mehr Gjermund Eggen eine Chance auf Gold hatte. Der Norweger hatte sich von Wedenins Effort und vom zweiminütigen Rückstand nicht beeindrucken lassen und vor allem die letzten fünfzehn Kilometer gut eingeteilt. Er war ein gar nicht besonders gezeichneter Sieger. Nach den ersten fünfzehn Kilometern lag Wedenin in 52:52 min vor Ellefsæter (53:15 min), Tiainen (53:45 min), Eggen (53:57 min) und Mäntyranta (54:02 min). Nach 25 Kilometern führte Wedenin in 1:28:23 h vor Tiainen (1:30:07 h), Ellefsæter (1:30:08 h), Hannu Taipale (FIN, 1:30,22 h), Mäntyranta (1:30:23 h) und Eggen (1:30:29 h). Die letzte große Richtmarke nach 35 Kilometern zeigte Wedenin in 2:05:51 h voran, gefolgt von Taipale (2:07:17 h), Tiainen (2:07:51 h), Mäntyranta (2:08:03 h) und Eggen (2:08:07 h).

Eggen erklärte hinterher, dass er von Wedenins Problemen wusste und auch informiert war, dass die Finnen nachgelassen hatten, sodass er die Chance auf die Bronzemedaille sah und sein Tempo steigerte.