mini|Dorfkirche Laubst (2022) mini|Ansicht der Ostwand (2022) Die Dorfkirche Laubst ist das Kirchengebäude im Ortsteil Laubst der Stadt Drebkau im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg. Es gehört der Kirchengemeinde Cottbus-Süd im Kirchenkreis Cottbus der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und ist ein eingetragenes Baudenkmal in der Denkmalliste des Landes Brandenburg.
Geschichte und Architektur Die Laubster Dorfkirche wurde im späten 15. Jahrhundert errichtet.Dorfkirche Laubst, Kirchengemeinde Leuthen-Schorbus, abgerufen am 24. Oktober 2017 Während des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche stark barockisiert, dabei wurde der vormals reich geschmückte Blendengiebel reduziert und das Gebäude erhielt einen Westturm aus Backstein.Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 595. Zu DDR-Zeiten wurde das Dorf Laubst zum Bergbauschutzgebiet erklärt und war von der Devastierung durch den Braunkohletagebau Welzow-Süd bedroht. Aufgrund der Lage im Bergbauschutzgebiet durften an der Kirche keine Instandsetzungsarbeiten mehr durchgeführt werden. Die Abbaggerungspläne wurden nach der Wiedervereinigung verworfen.
Im Jahr 2004 wurde das Dach des Kirchenschiffs saniert. Der ebenfalls stark sanierungsbedürftige Turm konnte aufgrund nicht ausreichender finanzieller Mittel allerdings nicht Instand gesetzt werden. Nachdem im Jahr 2011 festgestellt wurde, dass der Turm stark einsturzgefährdet war, wurde er im April des folgenden Jahres zur Entlastung des gemauerten Turmschafts abgenommen und neben der Kirche auf dem Boden abgesetzt.Die Dorfkirche von Laubst (Spree-Neiße). Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg, abgerufen am 24. Oktober 2017 Am 24. Oktober 2017 wurde die instandgesetzte Turmhaube mit Laterne und Turmzier auf den neu aufgemauerten Turmschaft mit Oktogon wieder aufgesetzt.Die Sanierung hat begonnen. Kirchengemeinde Leuthen-Schorbus, abgerufen am 24. Oktober 2017
mini|Südliche Vorhalle (2022) Die Dorfkirche Laubst ist ein rechteckiger Bau aus Feldsteinmauerwerk, der barockisierende Westturm ist aus Ziegelmauerwerk. Der Turm ist rechteckig und hat einen oktogonalen Oberteil mit Schweifhaube, achtseitiger Laterne und einem ebenfalls geschweiften Helm mit Turmkugel und Wetterfahne. Die Fenster wurden im Stil des Barock verändert, in der Ostwand liegt eine Dreifenstergruppe. Der Blendengiebel ist reich mit Taustäben verziert, wurde aber bei den Umbauarbeiten im 19. Jahrhundert stark reduziert. An der Nord- und der Südseite befinden sich Vorhallen aus Ziegelmauerwerk. Der Innenraum der Kirche ist flach gedeckt und hat eine Hufeisenempore.
Ausstattung mini|Blick in den Innenraum der Dorfkirche (2016) Zur Ausstattung der Dorfkirche Laubst gehört ein Kanzelaltar aus dem späten 16. Jahrhundert. Dieser ist zweigeschossig und mit Beschlagwerk und Masken versehen. In der Mitte des Altars befinden sich Darstellungen des letzten Abendmahles, des jüngsten Gerichts und der Anrufung Gottvaters. Die einfache hölzerne Kanzel stammt aus dem Jahr 17. Jahrhundert. Im südöstlichen Teil des Kirchenschiffs ist ein Totenschild für Adolf von Nostitz († 1700) eingefügt.
In der Kirche steht eine Orgel, die im Jahr 1907 von Gustav Heinze gefertigt wurde.Laubst, Deutschland (Brandenburg) – Dorfkirche. In: orgbase.nl, abgerufen am 23. Januar 2021. Sie ist zurzeit nicht spielbar. Der Taufengel aus dem Jahr 1752 konnte mit Hilfe von Spendengeldern 2007 restauriert werden.
Kirchengemeinde Die Dorfkirche Laubst gehört zur Kirchengemeinde Leuthen-Schorbus, zu der auch die Dorfkirche Illmersdorf, die Dorfkirche Leuthen und die Dorfkirche Schorbus gehören. Sie gehört dem Kirchenkreis Cottbus in der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz an.
Zur historischen Kirchengemeinde Laubst waren neben Laubst noch die Ortschaften Golschow, Koschendorf und Siewisch gepfarrt. Spätestens seit 1718 ist Laubst eine Tochterkirche von Leuthen.Rudolf Lehmann (Hrsg.): Historisches Ortslexikon für die Niederlausitz. Band 1: Die Kreise Luckau, Lübben und Calau. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-8305-4297-1, S. 311. Im Jahr 1884 fanden laut Arnošt Mukas Statistik über die Sorben in der Lausitz in Laubst, wo zu dieser Zeit noch rund zwei Drittel der Einwohner Sorben waren, bereits keine sorbischsprachigen Gottesdienste mehr statt.Arnošt Muka: Statistik der Lausitzer Sorben. Deutsch von Robert Lorenz. Domowina-Verlag, Bautzen 2019, S. 51. Am 1. April 2002 schlossen sich die Kirchengemeinden Leuthen und Schorbus zur Kirchengemeinde Leuthen-Schorbus zusammen. Diese war von 2020 bis 2024 mit zwei weiteren Kirchengemeinden im Pfarrsprengel Cottbus-Süd organisiert.
Am 1. Dezember 2024 wurden die Kirchengemeinden den Pfarrsprengels Cottbus-Süd zur Kirchengemeinde Cottbus-Süd vereinigt.
Literatur Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Brandenburg. Bearbeitet von Gerhard Vinken und anderen, durchgesehen von Barbara Rimpel. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 595.
Weblinks
Dorfkirche Laubst auf der Website der Kirchengemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Drebkau Kategorie:Baudenkmal in Drebkau Kategorie:Kirchengebäude des Evangelischen Kirchenkreises Cottbus Kategorie:Feldsteinkirche Kategorie:Saalkirche in Brandenburg Kategorie:Barockisierte Kirche Kategorie:Erbaut im 15. Jahrhundert Laubst