mini|Kirche St. Nikolaus in Kutzenhausen Die katholische Pfarrkirche St. NikolausKutzenhausen: St. Nikolaus. In: Pfarreien › Pfarrei-Filialsuche. Bistum Augsburg, 2025. Auf Bistum-Augsburg.de, abgerufen am 14. Oktober 2025. befindet sich in Kutzenhausen, einer Gemeinde im Landkreis Augsburg im Regierungsbezirk Schwaben. Sie wurde 1754 errichtet und ist dem heiligen Nikolaus geweiht. Die Kirche an der Sankt-Nikolaus-Straße 5 steht als Baudenkmal unter Schutz.

Geschichte und Beschreibung Der barocke Saalbau mit eingezogenem Chor und nördlichem Turm mit doppelt geschweifter Zwiebelhaube wurde 1754 nach Plänen des bischöflichen Baumeisters Ignaz Paulus durch Joseph Meitinger errichtet.Pötzl 1997, S. 164. Paulus orientierte sich dabei an der 1737/38 von seinem Vater Johann Paulus errichteten Pfarr- und Bruderschaftskirche St. Martin in Gabelbach. Entwürfe von Matthias Kraus blieben dagegen unberücksichtigt.Pötzl 1997, S. 161. 1892 wurde die Kirche erweitert und das zweite westliche Langhausjoch angebaut.Pötzl 1997, S. 176.

Von bestechender Einheitlichkeit ist die Kirchenausstattung im Stile des Rokoko aus dem Jahr 1754.Fieger 2019, S. 99. Die üppige Stuckdekoration stammt von Franz Xaver Feuchtmayer dem Älteren und seiner Werkstatt.Pötzl 1997, S. 220. Franz Martin Kuen aus Weißenhorn schuf den Freskenzyklus.Pötzl 1997, S. 256. Im längsovalen Chorfresko ist das Sterben des hl. Nikolaus dargestellt: der Heilige liegt in einem Baldachin-Bett in einem prunkvollen Palast, umgeben von seinen Helfern mit ausdrucksvoll gestalteten Gesichtern. Das Langhaus hat eine Flachkuppel mit aufwendiger Scheinarchitektur: eine Balustrade aus angedeutetem Marmor mit darüberliegenden Bögen, die einen Ring tragen. In den Bögen sind Wohltaten des hl. Nikolaus dargestellt, etwa seine Hilfe in Seenot; im Ring erscheint die Glorie des Heiligsten. An den Verbindungsstellen zwischen den Bögen und dem Ring sind Engel positioniert.Fieger 2019, S. 98. Kuen wird außerdem das Immaculata-Gemälde am Hochaltarauszug sowie das Gemälde des hl. Nikolaus am südlichen Seitenaltar zugeschrieben.Pötzl 1997, S. 263.

Zu Ausstattung gehört zudem eine Skulptur des heiligen Vitus im Ölkessel, die auf die Zeit um 1500 datiert wird. Die Kanzel entstand um 1750.

Glocke Die Kirche besitzt eine gotische Minukselglocke mit dem Namen „osanna“ (siehe Hosianna), die gemäß Inschrift „in der eren sant iacob“ gegossen wurde.Pötzl 1997, S. 107. Sie wurde im Jahr 1502 von P. Sereis in Nördlingen gegossen und ist im Deutschen Glockenatlas unter der Nummer 87 verzeichnet.Pötzl 1997, S. 134. Als Zierelemente trägt sie neben der Inschrift ein einfaches Anfangskreuz. Die Kronenbügel sind mit Frauenköpfen verziert.Pötzl 1997, S. 106.

Orgel mini|Die Offner-Orgel Die Orgel mit 17 Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde von Maximilian Offner im Jahr 1988 neu gebaut. Die Disposition lautet:Orgeldatenbank Bayern v5 (2009) online, abgerufen am 1. März 2024 I Hauptwerk Principal 8′ Rohrflöte 8′ Oktave 4′ Holzflöte 4′ Quinte ′ Blockflöte 2′ Terz ′ Mixtur III ′ Tremulant II Schwellwerk Gedeckt 8′ Salizet 8′ Metallflöte 4′ Principal 2′ Quinte ′ Krummhorn 8′ vorbereitet Pedal Subbaß 16′ Oktavbaß 8′ Pommer 4′

Koppeln: I/P, II/P, II/I Bemerkungen: Schleiflade, vollmechanisch. Übernahme von 60 Pfeifen aus der alten Orgel im Subbaß und Oktavbaß Anmerkungen

Literatur Georg Dehio (Bearbeiter: Bruno Bushart, Georg Paula): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Bayern III – Schwaben. 2. Auflage. Deutscher Kunstverlag, München 1989, ISBN 3-422-03116-2, S. 599.

Walter Pötzl (Hrsg.): Kunstgeschichte In: Der Landkreis Augsburg, Band 6, Augsburg, 1997. Karl Fieger: Kirchenkunst um Augsburg. Wißner-Verlag, Augsburg, 2019, ISBN 978-3-95786-222-8.

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