mini|Heilig-Kreuz-Kirche

Reitsch ist ein Gemeindeteil von Stockheim im oberfränkischen Landkreis Kronach in Bayern.

Geographie Das Kirchdorf liegt am linken Ufer der Haßlach und am Grünerbach, einem linken Zufluss der Haßlach. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Wolfersdorf (1,2 km nordwestlich) bzw. nach Gundelsdorf zur Bundesstraße 85 (1,1 km südlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße verbindet mit Glosberg (1,8 km südöstlich). Ein Anliegerweg führt nach Büttnerszeche (0,8 km östlich).

Geschichte Erstmals urkundlich erwähnt wurde Reitsch 1180 mit dem aus dem Slawischen stammenden Namen „Richs“, als der Bamberger Bischof Otto II. den Ort zusammen mit den Dörfern „Pascik“ (Posseck) und „Richcendorf“, „Reiczendorf“ oder „Reisendorf“, einem später abgegangenen Ort, der zwischen Neukenroth und Reitsch gelegen war, dem Kloster Langheim übergab. Von 1417 bis 1647 befand sich Reitsch im Besitz thüringischer Edelleute. Im 17. Jahrhundert wurde auf dem Gebiet der sogenannten Büttnerszeche Steinkohlebergbau betrieben.Reitsch auf der Website stockheim-online.de

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Reitsch 26 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Kronach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogteiamt Kronach. Grundherren waren das Kastenamt Kronach (4 Güter, 8 Halbgüter, 1 Fünfachtelgut, 1 Dreiachtelgut) und die Stadt Kronach (Stadtlehen: 2 Halbgüter; ehemaliges Rittergut Haßlach: 1 Zinshof, 7 Sölden, 2 Häuser). Neben den Anwesen gab es noch ein Gemeindehirtenhaus und eine Gemeindeschmiede.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 500. Hier werden unter Einberechnung der kommunalen Gebäuden abweichend 28 Anwesen als Gesamtzahl angegeben.

Mit dem Ersten Gemeindeedikt wurde 1808 der Steuerdistrikt Reitsch gebildet, zu dem Birkach, Glosberg, Letzenberg, Letzenhof und Vonz gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Reitsch. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Kronach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Kronach, 1919 in Finanzamt Kronach umbenannt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde auf dem Gemeindegebiet Büttnerszeche gegründet. Ab 1862 gehörte Reitsch zum Bezirksamt Kronach, 1939 in Landkreis Kronach umbenannt. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Kronach, 1879 in das Amtsgericht Kronach umgewandelt.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 597. Die Gemeinde hatte eine Fläche von 4,527 km². Im Jahr 1870 wurde der Name der damaligen Gemeinde Raitsch amtlich in Reitsch geändert. Am 1. Januar 1975 wurde Reitsch im Zuge der Gebietsreform in Bayern in Stockheim eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Reitsch Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 147 196 216 213 230 246 253 280 302 294 282 277 303 319 333 319 348 338 371 433 442 461 547 571HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 28 37 39 42 38 47 60 90 Quelle

Ort Reitsch Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 147 230 243 284 281 302 405 518 546 526Häuser 28 37 36 42 55 86 140Quelle

Bauwerke Katholische Filialkirche Heilig Kreuz Im Jahr 1933 wurde ein Kirchenbauverein gegründet, der ab 1952 an Stelle einer Kapelle aus dem Jahr 1894 die Heilig-Kreuz-Kirche errichten ließ. Am 2. August 1953 konsekrierte der Bamberger Erzbischof Joseph Otto Kolb das vom Kronacher Architekten Lothar Porzelt geplante Gotteshaus. 1970/71 folgte eine Erweiterung durch den Anbau von zwei Seitenflügeln nach Plänen des Kronacher Architekten Baptist Detsch. Den völlig neu gestalteten Kirchenbau weihte am 13. Juni 1971 der Weihbischof in Bamberg Martin Wiesend. Das Altarwandgemälde und die farbigen Glasfenster entwarf der Kronacher Künstler Horst Böhm.Robert Wachter: Kirchenbauten im Erzbistum Bamberg während der Amtszeit von Erzbischof Dr. Josef Schneider (1955–1976). Band 2. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2017, ISBN 978-3-7319-0084-9, Seiten 875–877. Der 25,5 Meter hohe Glockenturm entstand 1976. Im Jahr 1992 wurde die Filialkirche Reitsch von Neukenroth nach Glosberg umgepfarrt.Die Geschichte der Kirchengemeinde Reitsch im Überblick

Baudenkmäler In der Bayerischen Denkmalliste sind zwei Baudenkmäler aufgeführt: Gedenksäule Bildstock

Die folgenden Häuser listete Tilmann Breuer in dem Buch Landkreis Kronach von 1964 mit ihren ursprünglichen Hausnummern als Kunstdenkmale auf. Sie werden in der Denkmalschutzliste nicht geführt, da sie entweder nicht aufgenommen, abgebrochen oder stark verändert wurden. Haus Nr. 6: Von einem eingeschossigen Wohnstallbau des 17./18. Jahrhunderts mit Satteldach ist der Wohnteil als verschieferter Blockbau erhalten; auf der Hofseite befinden sich profilierte Balkenköpfe, die Verschieferung ist dekorativ bemalt.T. Breuer: Landkreis Kronach, S. 225. Haus Nr. 18: Eingeschossiger Wohnstallbau mit Mansard-Satteldach, wohl vom Anfang des 19. Jahrhunderts, der Wohnteil ist ein verschieferter Blockbau. Haus Nr. 23: Eingeschossiger Wohnstallbau, im Kern aus dem 18. Jahrhundert. Die Umfassungsmauern wurden massiv erneuert, auf der Hofseite befinden sich profilierte Balkenköpfe. Die Verschieferung des Giebels hat eine dekorative Bemalung des 19. Jahrhunderts. Der Stallteil wurde völlig erneuert.

Religion Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und war bis 1992 nach St. Katharina in Neukenroth gepfarrt.H. Demattio: Kronach – Der Altlandkreis, S. 500. Die protestantische Minderheit ist nach St. Laurentius in Burggrub gepfarrt.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Stockheim, Oberfranken) Kategorie:Ort im Landkreis Kronach Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kronach) Kategorie:Ersterwähnung 1180 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1974 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft