mini|Kirche St. Johannes der Täufer in Adelsried mini|Außenansicht Die römisch-katholische PfarrkircheBistum Augsburg St. Johannes der Täufer in Adelsried, einer Gemeinde im Landkreis Augsburg im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, wurde von 1733 bis 1735 errichtet. Die Johannes dem Täufer geweihte Kirche an der Kirchgasse 2 ist ein geschütztes Baudenkmal.

Geschichte Das Patrozinium Johannes des Täufers deutet auf eine Kirchengründung im 11. Jahrhundert. Es ist davon auszugehen, dass ursprünglich alle Taufkirchen im Augsburger Land mit dem Johannes-Patrozinium an Flüssen oder Bächen errichtet wurden.Walter Pötzl: Kirchengeschichte und Volksfrömmigkeit. Band 5. Landratsamt Augsburg, 1994, S. 18. Am 23. Februar 1309 verkauften die Knöringen von Emersacker mehrere Güter samt dem Kirchensatz und die Vogtei von Adelsried an das Kloster Heilig-Kreuz. In Folge wurde die Pfarrkirche von Adelsried am 17. August 1312 vom Augsburger Bischof Friedrich dem Kloster Heilig Kreuz vollständig einverleibt. Von 1404 bis zu dessen Auflösung 1484 war der benachbarte Weiler Engelshof eine eigene Pfarrei und seit 1485 als Filialkirche nach Adelsried eingepfarrt. 1621 gelangte das Kloster in den Besitz des gesamten Ortes. Nach Abbruch der Kirche 1733 mit Ausnahme des Turmes wurde der barocke Neubau von dem domkapitlischen Baumeister Johann Paulus aus Augsburg errichtet. Am Bau beteiligt war der Maurermeister Johann Off aus Adelsried sowie der Zimmermeister Hans Reitstätter. Die Kirchweihe erfolgte am 10. Oktober 1735. 1773 erfuhr der Innenraum eine Umgestaltung im Stil des Rokoko. Der der Kirche umgebende Friedhof wurde 1970 aufgelassen. 2010/11 fand eine Renovierung statt.

Beschreibung Der Saalbau mit leicht eingezogenem, dreiseitig geschlossenem Chor wird im Kirchenschiff von einer korbbogigen Stichkappe gedeckt.

Ausstattung mini|Innenansicht Die Bandel- und Blattwerkstukkaturen stammen vermutlich von Andreas Hainz. Die Fresken von Johann Georg Lederer aus dem Jahr 1733 stellen im Chor die Mariä Heimsuchung und im Langhaus die Taufe Christi, das Gastmahl des Herodes und Johannes den Täufer dar. Der Hochaltar, die Kanzel und das Chorgestühl stammen aus der Erbauungszeit. Die Seitenaltäre kamen 1752/53 hinzu. Der Taufstein ist aus dem späten 16. Jahrhundert. Eine spätgotische Statue des hl. Nikolaus geschaffen um 1480/90, stammt wohl aus der nicht mehr existierenden Kirche des Weilers Engelshof.

Geläut Im Kirchturm hängen drei Glocken im Te Deum Motiv: Johannesglocke Schlagton: gis1 Gewicht: 500 kg Durchmesser: 96 cm Gießer: Engelbert Gebhard Kempten Gussjahr: 1952 Marienglocke Schlagton: h1 Gewicht: 300 kg Durchmesser: 79 cm Gießer: Fritz Hamm Augsburg Gussjahr: 1920 Gefallenenglocke St. Michael Schlagton: cis2 Gewicht: 200 kg Durchmesser: 72 cm Gießer: Gebhard Kempten Gussjahr: 1952

Literatur Josef Gröpl: Kommt in mein Haus: Ökumenischer Kirchenführer im Landkreis Augsburg. Wißner-Verlag, Augsburg 2019, S. 286–293. Georg Dehio (Bearbeiter: Bruno Bushart, Georg Paula): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler – Bayern III – Schwaben. 2. Auflage, Deutscher Kunstverlag, München 1989, ISBN 3-422-03116-2, S. 1.

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