mini|hochkant|Hofmarschallhaus, 2025 (nach der Sanierung) mini|hochkant|Hofmarschallhaus, 2016 (vor der Sanierung)
Das Hofmarschallhaus (auch Brühlsches Haus) ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Stadt Weißenfels in Sachsen-Anhalt.
Geschichte Der Gebäudekomplex unter der Adresse Nikolaistraße 39 in Weißenfels ist das 1709 für Hans Moritz von Brühl errichtete Hofmarschallhaus. Das einst über die anderen Gebäude hinausragende dreigeschossige Gebäude bezeugt alleine in seiner Höhe die Bedeutung seines Erbauers, der eine Reihe von Ämtern bekleidete, wie Geheimer Rat, Oberhofmeister des Herzogs von Sachsen-Weißenfels, Oberhauptmann des Fürstentums Sachsen-Querfurt und der Thüringer Landesportion. Auf eine prunkvolle Fassade wurde verzichtet, gleichwohl galt das Gebäude als Adelspalais. In den insgesamt über 26 Räumen sind barocke Stuckarbeiten erhalten.
Im Jahr 1738 wurde in dem Hofmarschallhaus der Dramatiker Joachim Wilhelm von Brawe geboren.
Seit den 1970er Jahren stand das Gebäude leer und musste seitdem mehrfach notgesichert werden (1993, 2004), zuletzt durch die Stadt in den Jahren von 2012 bis 2014. Von 2021 bis 2026 wurde es durch die neuen Besitzer saniert, um Räume des Hauses als Mietwohnungen bereitzustellen. Dafür musste unter anderem ein neues Treppenhaus geschaffen werden, da das alte eingestürzt war. Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt unterstützte diese Aktivität finanziell. Bei den Restaurierungsarbeiten wurde auch ein Deckengemälde im Saal des 1. Oberschosses freigelegt.
Das Hofmarschallhaus ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 09135 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt eingetragen.
Baubeschreibung Das dreigeschossige und achtachsige Gebäude ist streng symmetrisch gegliedert. Die mittleren vier Achsen sind als Risalit herausgehoben und werden durch ein ebenso breites Zwerchhaus mit Dreiecksgiebel im Dachbereich hervorgehoben. In diesem Giebel befindet sich das Wappen der Familie Brühl, neben dem Zwerchhaus wurde je eine Dachgaube in das Satteldach eingefügt. Die zentral zu findende Tordurchfahrt war lange Zeit vermauert und erhielt mit der Sanierung wieder eine passende Tür. Über dem Portal befindet sich eine Vase auf einer Konsole. Die dort zu findenden Fahnenhalter wurden bei der Sanierung entfernt. Der Mittelrisalit wird durch fassadenhohe Pilaster hervorgehoben. Nur in seinem Erdgeschoss sind die Rahmungen rustiziert.Dehio. Sachsen-Anhalt II, S. 861. – Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 3: Landkreis Weißenfels, S. 139.
Literatur Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt II. Deutscher Kunstverlag, Berlin 1999, ISBN 978-3-422-03065-7. Denkmalverzeichnis Sachsen-Anhalt. Band 3: Landkreis Weißenfels, erarbeitet von Mathias Köhler und Peter Seyfried, Fliegenkopf Verlag, Halle (Saale) 1994, ISBN 3-910147-63-1.
Weblinks
Hofmarschallhaus, Weißenfels im Bild, abgerufen am 23. Oktober 2017. Hofmarschallhaus, alleburgen.de
Einzelnachweise
Kategorie:Kulturdenkmal in Weißenfels Kategorie:Bauwerk in Weißenfels Kategorie:Erbaut 1709 Kategorie:Barockbauwerk in Sachsen-Anhalt