mini|Pfarrkirche St. Nikolaus in Scheer mini|Blick durch das Kirchenschiff Die Pfarrkirche St. Nikolaus ist ein katholisches Kirchengebäude in der Stadt Scheer im Landkreis Sigmaringen in Baden-Württemberg.
Geschichte Die Kirche mit gotischen Astkreuz wurde im 14. Jahrhundert auf einem der letzten Kalkfelsen des Weißjura, bevor die Donau in einer weiten Schleife die Schwäbische Alb verlässt, erbaut. Im 18. Jahrhundert erhielt sie dann ein Rokokokleid.
Ausstattung Die Kirche besitzt bedeutende Kunstschätze, wie etwa das Büstenreliquiar des Heiligen Wunibald und ein Sandsteinepitaph. Joseph Anton Feuchtmayer schuf die Stuckdekorationen und die Fresken wurden von Joseph Esperlin (1707–1775) gemalt. Ein restauriertes Diorama an der Außenwand zeigt den betenden Christus im Garten Gethsemane, im Hintergrund der Felsendom und die Al-Aqsa Moschee.
2009 wurde das Geläut im Turm mit seinen sechs Glocken erneuert.
mini|Orgel 2019 errichtete der Orgelbauer Tilman Trefz eine neue Orgel für die Kirche. Das Instrument hat 26 Register auf zwei Manualwerken und Pedalwerk erhalten.Informationen zur Orgel auf der Website des Orgelbauers (abgerufen am 30. Juni 2022)
I Hauptwerk C–f3 1. Copel 16' 2. Principal 8' 3. Gedeckt 8' 4. Viola di Gamba 8' 5. Flauttravers 8' 6. Octav 4' 7. Hohlflaut 4' 8. Nazard 3' 9. Superoctav 2' 10. Sesquialtera II 11. Mixtur V 12. Trompette 8' II Echopositiv C–f3 13. Bordun 8' 14. Dulciana 8' 15. Bifara 8' 16. Quintadena 8' 17. Octav douce 4' 18. Spitzflaut 4' 19. Flagiolett 2' 20. Cornett II-III 21. Clarinet 8' Tremulant Pedalwerk C–d1 22. Subbaß 16' 23. Oktavbaß 8' 24. Flaut douce 8' 25. Posaune 16' 26. Trompette 8' Koppeln: II/I, I/P, II/P.
Eduard Mörike Das Gedicht „Josephine“ von Eduard Mörike soll hier seinen Ursprung haben.
Das Hochamt war. Der Morgensonne Blick Glomm wunderbar im süßen Weihrauchscheine; Der Priester schwieg; nun brauste die Musik Vom Chor herab zur Tiefe der Gemeine. So stürzt ein sonnetrunkner Aar Vom Himmel sich mit herrlichem Gefieder, So läßt Jehovens Mantel unsichtbar Sich stürmend aus den Wolken nieder.
Dazwischen hört ich eine Stimme wehen, Die sanft den Sturm der Chöre unterbrach; Sie schmiegte sich mit schwesterlichem Flehen Dem süß verwandten Ton der Flöte nach.
Wer ist's, der diese Himmelsklänge schickt? Das Mädchen dort, das so bescheiden blickt. Ich eile sachte auf die Galerie; Zwar klopft mein Herz, doch tret ich hinter sie.
Hier konnt ich denn in unschuldsvoller Lust Mit leiser Hand ihr festlich Kleid berühren, Ich konnte still, ihr selber unbewußt, Die nahe Regung ihres Wesens spüren.
Mörike: Gedichte (Ausgabe 1867). Literatur Otto Beck: Pfarrkirche St. Nikolaus Scheer/Donau. Kunstverlag Joseph Fink, Lindenberg 1997, ISBN 3-931820-51-3. (nicht ausgewertet)
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Einzelnachweise
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