Der Landkreis Gerolzhofen im bayerischen Regierungsbezirk Unterfranken wurde 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern aufgelöst.
Geographie
Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Landkreise Schweinfurt, Haßfurt, Bamberg, Scheinfeld und Kitzingen.
Geschichte Das Bezirksamt Gerolzhofen wurde im Jahr 1862 durch den Zusammenschluss der Landgerichte älterer Ordnung Gerolzhofen und Wiesentheid gebildet. Dieses wurde 1872 um einige Gemeinden des aufgelösten Bezirksamts Volkach vergrößert.
Anlässlich der Reform des Zuschnitts der bayerischen Bezirksämter trat das Bezirksamt Gerolzhofen am 1. Januar 1880 die Gemeinde Wiesenbronn an das Bezirksamt Kitzingen ab.
Am 1. Januar 1939 wurde wie sonst überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Gerolzhofen.
Zwischen 1945 und 1948 amtierte Thomas Keller als Landrat, er war von den amerikanischen Besatzungsbehörden eingesetzt worden. Keller wurde von Josef Eugen Held abgelöst, der bis 1964 amtierte. Von 1964 und 1972 stand Ernst Kastner als Landrat dem Landkreis vor.
Durch die Kreisreform wurde der Landkreis am 1. Juli 1972 aufgelöst:Verordnung zur Neugliederung Bayerns in Landkreise und kreisfreie Städte vom 27. Dezember 1971 Die Gemeinden Geusfeld, Wohnau und Wustviel kamen zum Landkreis Haßberge, der bis zum 1. Mai 1973 den Namen Haßberg-Kreis trug. Die Städte Prichsenstadt und Volkach sowie die Gemeinden Abtswind, Altenschönbach, Astheim, Atzhausen, Bimbach, Brünnau, Castell, Dimbach, Düllstadt, Ebersbrunn, Eichfeld, Escherndorf, Fahr, Feuerbach, Gaibach, Geesdorf, Greuth, Järkendorf, Kirchschönbach, Köhler, Krautheim, Laub, Neudorf, Neuses am Sand, Nordheim am Main, Obervolkach, Rehweiler, Reupelsdorf, Rimbach, Rüdenhausen, Sommerach, Stadelschwarzach, Untersambach, Wiesentheid und Wüstenfelden kamen zum Landkreis Kitzingen. Die Gemeinden Obereisenheim und Untereisenheim kamen zum Landkreis Würzburg. Alle übrigen Gemeinden einschließlich der Kreisstadt Gerolzhofen kamen zum Landkreis Schweinfurt.
Die ehemalige Kreisstadt Gerolzhofen behielt zunächst eine Anzahl überörtlicher Behörden, die aber mit Ausnahme einer Polizeiinspektion in der Folgezeit alle geschlossen wurden.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1864 20.868 1885 32.179 1900 30.470 1910 31.502 1925 32.132 für den Freistaat Bayern, nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 1939 32.048 Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1940 1950 44.336 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1952 1960 39.000 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1961 1971 41.200 Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 1973
Gemeinden Die Gemeinden des Landkreises Gerolzhofen und ihre heutige Zugehörigkeit: (abgerufen am 27. Juni 2010) mini|375px|Landkreis Gerolzhofen, Gemeindegrenzenkarte von 1961 FrühereGemeinde HeutigeGemeinde HeutigerLandkreis Abtswind, Markt Abtswind KT Alitzheim Sulzheim SW Altenschönbach Prichsenstadt KT Altmannsdorf Michelau im Steigerwald SW Astheim Volkach KT Atzhausen Kleinlangheim KT Bimbach Prichsenstadt KT Bischwind Dingolshausen SW Breitbach Oberschwarzach SW Brünnau Prichsenstadt KT Brünnstadt Frankenwinheim SW Castell Castell KT Dimbach Volkach KT Dingolshausen Dingolshausen SW Donnersdorf Donnersdorf SW Düllstadt Schwarzach am Main KT Ebersbrunn Geiselwind KT Eichfeld Volkach KT Escherndorf Volkach KT Fahr Volkach KT Falkenstein Donnersdorf SW Feuerbach Wiesentheid KT Frankenwinheim Frankenwinheim SW Gaibach Volkach KT Geesdorf Wiesentheid KT Gernach Kolitzheim SW Gerolzhofen, Stadt Gerolzhofen SW Geusfeld Rauhenebrach HAS Greuth Castell KT Handthal Oberschwarzach SW Herlheim Kolitzheim SW Hundelshausen Michelau im Steigerwald SW Järkendorf Prichsenstadt KT Kirchschönbach Prichsenstadt KT Kleinrheinfeld Donnersdorf SW Köhler Volkach KT Kolitzheim Kolitzheim SW Krautheim Volkach KT Laub Prichsenstadt KT Lindach Kolitzheim SW Lülsfeld Lülsfeld SW Michelau im Steigerwald Michelau im Steigerwald SW Mönchstockheim Sulzheim SW Mutzenroth Oberschwarzach SW Neudorf Prichsenstadt KT Neuses am Sand Prichsenstadt KT Nordheim am Main Nordheim am Main KT Obereisenheim, Markt Eisenheim WÜ Oberschwarzach, Markt Oberschwarzach SW Oberspiesheim Kolitzheim SW Obervolkach Volkach KT Prichsenstadt, Stadt Prichsenstadt KT Prüßberg Michelau im Steigerwald SW Pusselsheim Donnersdorf SW Rehweiler Geiselwind KT Reupelsdorf Wiesentheid KT Rimbach Volkach KT Rüdenhausen, Markt Rüdenhausen KT Rügshofen Gerolzhofen SW Schallfeld Lülsfeld SW Siegendorf Oberschwarzach SW Sommerach Sommerach KT Stadelschwarzach Prichsenstadt KT Stammheim Kolitzheim SW Sulzheim Sulzheim SW Traustadt Donnersdorf SW Untereisenheim Eisenheim WÜ Untersambach Wiesentheid KT Unterspiesheim Kolitzheim SW Vögnitz Sulzheim SW Volkach, Stadt Volkach KT Wiebelsberg Oberschwarzach SW Wiesentheid, Markt Wiesentheid KT Wohnau Knetzgau HAS Wüstenfelden Castell KT Wustviel Rauhenebrach HAS Zeilitzheim Kolitzheim SW
Verkehr Das Gebiet des ehemaligen Landkreises Gerolzhofen wird von der Bundesautobahn 3, den Bundesstraßen 286 und 22, der Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt, der Mainschleifenbahn und der Bundeswasserstraße Main tangiert.
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen GEO zugewiesen. Es wurde bis zum 30. Juni 1972 ausgegeben. Seit dem 10. Juli 2013 ist es im Zuge der Kennzeichenliberalisierung wieder im Landkreis Schweinfurt, seit dem 1. April 2014 auch im Landkreis Haßberge erhältlich.
Literatur
Einzelnachweise
Gerolzhofen Kategorie:Geschichte (Landkreis Kitzingen) Kategorie:Geschichte (Landkreis Schweinfurt) Kategorie:Geschichte (Landkreis Würzburg) Kategorie:Geschichte (Landkreis Haßberge) Gerolzhofen Kategorie:Aufgelöst 1972