mini|Das dreistöckige Herrenhaus (auch Untergrießenstein) des Ansitz Grießenstein mit wiederhergestelltem ZinnengiebelDer Ansitz Grießenstein ist ein ehemals gefreiter Edelsitz und bildet heute, zusammen mit der Magdalenenkapelle, ein geschütztes Baudenkmal in der Gemeinde Lana in Südtirol. Lage Grießenstein liegt im Ortsteil Oberlana, nördlich des sogenannten „Reifengrabens“, direkt an der Grenze zu Tscherms.

Geschichte mini|Innenhof des Ansitz Grießenstein; links die Magdalenakapelle; rechts das historische Herrenhaus; dahinter das Gut Obergrießenstein der Familie ClementiBereits 1369 wurde der Grießensteinerhof als Besitz der Adelheid Griezzerin von der Vill erstmals urkundlich erwähnt. Als Grieshof wurde das Anwesen im Jahr 1539 benannt. 1543 war der Grundherr der kaiserliche Rat Hans Stikmoser. Im Jahr 1581 wurde das Anwesen im Besitz des Christoph und Maxentina von Waltenhofen vom Landesfürsten Ferdinand II. von Tirol zum adeligen Freisitz Grießenstein erhoben. Aus der gleichen Zeit stammt auch der Umbau im Überetscher Stil und die Sonnenuhr an der Außenfassade. Seit 1593 war der Besitzer Paul II. von Kripp-Prunberg. Dieser verkaufte den Ansitz 1612 seinem Schwager Leopold Verdroß von Mals als landesfürstliches Freilehen. Letzterer wurde am 3. Mai 1620 mit dem Prädikat Freisass zu Grießenstein in den Adelsstand erhoben. Der Bau gelangte durch die Heirat seiner Tochter Dorothea mit Christoph Zöttl in die Hände der Familie Zöttl, die fortan das Prädikat Zöttl zu Grießenstein führten und 1693, neben dem Haus, eine barocke, dem heiligen Vinzenz und der heiligen Magdalena geweihte, Kapelle errichten ließen. 1694 vermählte sich deren Tochter Maria Franziska Zöttl mit Hans Joachim Vintler von Platsch. Seit dem 19. Jahrhundert befindet sich der Ansitz Grießenstein im Besitz der Familien Clementi und Wiedenstritt. Die Neuweihe der profanierten Kapelle erfolgte 1992. Am 3. August 1979 erfolgte die Unterschutzstellung von Seiten des Südtiroler Landesdenkmalamtes. Beschreibung mini|Das in Stein gerahmte, gräfliche Wappen über dem Schulterbogentor des Weinkellers aus dem 16. JahrhundertDer dreigeschossige Wohnbau besitzt einen Zinnengiebel an der Ostfassade. An der Südseite befindet sich eine gemalte Sonnenuhr. Die Schulterbogentür aus dem 16. Jahrhundert ist mit einem darüberliegenden gräflichen Wappen verziert. Die Keller sind mit Spitzbögen versehen. Die barocke Kapelle von 1693 besitzt eine steingerahmte Rechtecktür mit einem darüberliegenden Marienbild in Stuckrahmen. Der Innenraum mit polygonalem Chorschluss ist mit einem Tonnengewölbe und einem Wappen im Stuckrahmen mit der Jahreszahl 1695 versehen. Der Turm der Kapelle besitzt eine Glockenhaube. Literatur

Baudenkmäler in Lana: Rundgänge zur Architektur, Kunst und Kultur, Marktgemeinde Lana, 2016, S. 32.

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Einzelnachweise

Griessenstein Kategorie:Baudenkmal in Lana Kategorie:Bauwerk in Lana Kategorie:Ersterwähnung 1369