mini|Selbstbildnis, 1859 mini|Um 1895 mini|Scherzmedaille auf Otto Merseburger, um 1890 Otto Merseburger (* 18. Dezember 1822 in Leipzig; † 14. November 1898 ebenda) war ein deutscher Künstler, Verleger und Münzsammler.
Leben und Wirken Merseburger wurde als Sohn von Rosine Caroline Merseburger, geb. Einert (1789–1837) und dem Buchhalter Johann Joachim Erdmann Merseburger (1784–1865) geboren. Nach seiner Schulausbildung besuchte er die Allgemeine Kunst-Akademie in Dresden und ab 1845 die Königliche Akademie der Bildenden Künste in München. Zurück in Leipzig etablierte er sich als Zeichner und Lithograf vor allem von Porträts. Er lithografierte u. a. Abraham Meyer Goldschmidt, Wilhelm Roscher, Gustav Biedermann Günther, Karoline Hetzenecker, Albert Eilers, Georg von Cotta, Karl Heinrich Adelbert Lipsius, Johann Gottfried Stallbaum, Friedrich Grützmacher und Albert Dufour-Féronce. Im Jahr 1853 wurde er Prokurist im Verlag seines älteren Bruders Carl Wilhelm Merseburger. Als dieser 1885 verstarb, übernahm Otto den Verlag Carl Merseburger.
1870 begann Otto Merseburger zumeist albertinische und ernestinische Münzen zu sammeln, die er 1889 in der Neuen Börse erstmalig der Öffentlichkeit präsentierte. Die Sammlung bestand aus mehr als 11.000 Stücken.Otto F. Müller: Vorwort. In: Sammlung Otto Merseburger 1894, S. III–V. Im Jahr 1894 veräußerte er seine Sammlung an die Leipziger Münzhandlung Zschiesche & Köder, die fast 4.700 ausgewählte Münzen in einem Katalog anbot.Die Merseburger’sche Sammlung 1894. Der mehrfach reproduzierte KatalogAusgaben Berlin 1983 () und Gütersloh 1999 (ISBN 978-3-9804467-6-1). gilt bis heute in der Numismatik als Standardwerk für albertinische und ernestinische Münzen.
Er war von 1851 bis zu seinem Tod mit Anna Katharina Merseburger, geb. Schöffel verheiratet. Aus der Ehe gingen acht Kinder hervor, von denen allerdings vier sehr früh starben.Gedenktage der Familie Merseburger. In: Max Otto Merseburger 1905. Sein Sohn Max (1853–1935) folgte Otto Merseburger als Verlagsleiter. Das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig besitzt ein umfangreiches Konvolut aus dem Besitz Otto Merseburgers (ein Skizzenbuch und zahlreiche Lithografien), welches seine Schwiegertochter Anna Margarethe Merseburger dem Haus 1936 nach dem Tod ihres Mannes schenkte.
Literatur Sammlung Otto Merseburger umfassend Münzen und Medaillen von Sachsen. Albertinische und Ernestinische Linie. Zschiesche & Köder, Leipzig 1894, (Reprint 1999), Digitalisat der SLUB Dresden, abgerufen am 8. Dezember 2022. Die Merseburger’sche Sammlung. In: Blätter für Münzfreunde 30 (1894), Nr. 200, , Sp. 1926–1928, Digitalisat der SLUB Dresden, abgerufen am 9. Dezember 2022. Max Otto Merseburger: Familienchronik in Bildern. Aus Anlaß der Hochzeits-Feier von Georg Carl Merseburger und Alice Merseburger geb. Gensel. Merseburger, Leipzig 1905, .
Hundert Jahre im Dienste der Musik. Aus der Arbeit des Verlages Carl Merseburger in Leipzig. Ein Bericht der Mitarbeiter und Freunde. Merseburger, Leipzig 1949, . Rainer A. Bast: Genealogien der Leipziger Buchhändlerfamilien Meiner und Merseburger. In: Genealogie. Deutsche Zeitschrift für Familienkunde XXI (1993), Nr. 7–8, , S. 581–586.
Weblinks
Otto Merseburger in der Deutschen Biografie, abgerufen am 8. Dezember 2002.
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