Das Zentralblatt für Chirurgie ist die älteste deutsche Fachzeitschrift für Chirurgie.
Geschichte Das Zentralblatt für Chirurgie erschien erstmals am 4. April 1874 im Verlag Breitkopf & Härtel, später beim Johann Ambrosius Barth Verlag. Ansässig waren beide Verlage in Leipzig, der Hauptstadt des wissenschaftlichen Verlagswesens mit einem der angesehensten Lehrstühle für Chirurgie. Herausgeber waren Ladislaus von Lesser (Berlin), Max Schede (Halle) und Hermann Tillmanns (Leipzig). Im Jahre 1880 übernahm Emil Richter (Breslau) die Herausgeberschaft und führte das Zentralblatt bis zu seinem Tode im Jahre 1916. Viele Berühmtheiten zählten zu den Autoren, viele medizinische Entdeckungen wurden dort publiziert. Kriegsbedingt mussten die Publikationen 1944 mit Heft 39/40 eingestellt werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte das Zentralblatt als erste chirurgische Fachzeitschrift in den vier Besatzungszonen Deutschlands wieder erscheinen. Zum 1. Juli 1947 erteilte die Sowjetische Militäradministration in Deutschland die Lizenz. Der neue Chefredakteur Erwin Gohrbandt (Berlin) schrieb zum Geleit des ersten Nachkriegshefts 72 (1947):
Das traditionsreiche Zentralblatt erschien in der Sowjetischen Besatzungszone mit 12 Heften pro Jahr. Ab 1950 mit 24 Heften und ab 1952 wieder mit wöchentlichen Ausgaben, war es in der Deutschen Demokratischen Republik das wichtigste (und weltoffene) Publikationsorgan der Chirurgie. Es gehörte auch in der Bundesrepublik zum Bestand aller Klinikbibliotheken. Mit der Übernahme der Chefredaktion durch Walter Schmitt bei gleichzeitig neuem Redaktionskollegium erfolgte eine Neukonzeption des Zentralblatts. Es gelang von 1972 bis 1985 die Abonnentenzahl zu verdoppeln. Neben Autoren aus der DDR wurden auch viele aus der Bundesrepublik Deutschland, dem deutschsprachigen Ausland und anderen Ländern gewonnen. Durch den weitgehenden Wegfall des privaten Bezugs ausländischer Fachzeitschriften seit den 1960er Jahren wurde das Zentralblatt, nun auch Organ der Gesellschaft für Chirurgie der DDR, die entscheidende fachliche Informationsquelle für die Chirurgen der DDR mit Originalarbeiten, Referaten, Tagungs- und Kongressberichten aus dem In- und Ausland.
Im Jahr 2000 übernahm die Thieme Verlagsgruppe die Zeitschrift als Zentralblatt für Chirurgie – Zeitschrift für Allgemeine, Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie.Zentralblatt für Chirurgie (Thieme) Sie erscheint heute in jährlich sechs Ausgaben.
Chefredakteure 1947–1961: Erwin Gohrbandt, Berlin 1962–1971: Ernst Derra, Düsseldorf 1972–1985: Walter Schmitt, Rostock 1986–1991: Helmut Wolff, Berlin 1992–2008: Reinhart Grundmann, MelsungenCV Reinhart Grundmann
Organschaften
Deutsche Gesellschaft für Thoraxchirurgie Vereinigung der Bayerischen Chirurgen Berliner Chirurgische Gesellschaft – Vereinigung der Chirurgen Berlins und Brandenburgs Vereinigung Mittelrheinischer Chirurgen Vereinigung Niederrheinisch-Westfälischer Chirurgen Vereinigung Norddeutscher Chirurgen Mitteldeutsche Chirurgenvereinigung Thüringische Gesellschaft für Chirurgie
Literatur Walter Schmitt, Karl-Heinz Herzog, K. Wiecke: 100 Jahre Zentralblatt für Chirurgie. Zentralblatt für Chirurgie 100 (1975), S. 1–12. Siegfried Kiene, Richard Reding, Wolfgang Senst (Hrsg.): Getrennte Wege, ungeteilte Chirurgie; Beiträge zur Chirurgie in der DDR. pro literatur Verlag 2009. ISBN 978-3-86611-398-5, S. 16.
Weblinks digitale Ausgabe der gemeinfreien Bände des Zentralblattes für Chirurgie auf der deutschen Wikisource Nachweis im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Derzeitige Herausgeber
Einzelnachweise
Kategorie:Fachzeitschrift (Deutschland) Kategorie:Fachzeitschrift (DDR) Kategorie:Chirurgische Zeitschrift Kategorie:Thieme Gruppe Kategorie:Zeitschrift (Leipzig) Kategorie:Ersterscheinen 1874