Der Große Preis von Spanien 1998 (offiziell XL Gran Premio Marlboro de España) fand am 10. Mai auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya in Montmeló statt und war das fünfte Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1998.
Bericht Hintergrund Nach dem Großen Preis von San Marino führte Mika Häkkinen in der Fahrerwertung mit drei Punkten vor David Coulthard und mit sechs Punkten vor Michael Schumacher. In der Konstrukteurswertung führte McLaren mit 18 Punkten vor Ferrari und mit 36 Punkten vor Williams.
Ford brachte einen verbesserten Motor und Stewart ein verbessertes Chassis für dieses Rennwochenende mit, allerdings konnte nur Rubens Barrichello beides einsetzen.
Mit Michael Schumacher (zweimal), Damon Hill und Jacques Villeneuve (jeweils einmal) traten drei ehemalige Sieger zu diesem Grand Prix an.
Training Freitagstraining Häkkinen war mit 1:22,147 Minuten rund acht Zehntel schneller als sein Zweitplatzierter Teamkollege Coulthard. Dahinter folgten Johnny Herbert, Eddie Irvine, Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen. Alle Fahrer waren innerhalb von viereinhalb Sekunden platziert.
Samstagstraining Erneut war Häkkinen vor Coulthard der Schnellste der Session. Dahinter folgten Giancarlo Fisichella, Alexander Wurz und Irvine. Alle Fahrer waren innerhalb von fünf Sekunden platziert.
Qualifying Zum dritten Mal stand Häkkinen vor seinem Teamkollegen, welcher wieder acht Zehntel zurücklag, auf der Pole-Position. Michael Schumacher folgte auf Platz drei mit rund eineinhalb Sekunden Rückstand, dahinter dann Fisichella, Wurz und Irvine. Alle Fahrer waren innerhalb von fünfeinhalb Sekunden platziert. Ricardo Rosset konnte sich aufgrund der 107-Prozent-Regel nicht für das Rennen qualifizieren. Er lag nur sechs Hundertstel über der vorgegebenen Zeit, in den freien Trainings erreichte er nur Zeiten, die mehr als vier beziehungsweise fünf Sekunden hinter der Tagesbestzeit lagen. Das war der bisher kleinste Abstand, aufgrund dessen sich ein Fahrer nicht qualifizieren konnte. Einzig Hill konnte dies beim Qualifying zum Großen Preis von Frankreich 1999 unterbieten, als er nur um drei Tausendstel nicht hätte starten dürfen. Aber er wurde dennoch zum Rennen zugelassen aufgrund einer Ausnahme beziehungsweise der bisherigen Trainingsleistung.
Warm-Up mini|Fahrerparade Zum vierten Mal war Häkkinen Schnellster, erneut um acht Zehntel schneller als sein Teamkollege Coulthard. Dahinter folgen Fisichella, Olivier Panis und Michael Schumacher. Alle Fahrer lagen innerhalb von fünf Sekunden, Rosset durfte wegen der Nichtqualifizierung für das Rennen nicht zur Session antreten.
Rennen mini|Formationsrunde mini|Toranosuke Takagi auf dem Weg zum 21. und letzten Startplatz, da sein Teamkollege Ricardo Rosset sich nicht qualifizieren konnte Das Rennen war unspektakulär und wurde von beiden McLaren dominiert. Arrows-Fahrer Pedro Diniz musste aus der Box starten, da sein Auto beim Anfahren aufgrund eines Batteriedefekts liegen blieb. Beim Start kamen die McLaren gut weg und konnten ihren Vorsprung ausbauen, während Michael Schumacher schlecht weg kam und auf Platz fünf zurückfiel, direkt hinter seinen Teamkollegen Irvine und Fisichella. Bis zur ersten Boxenstoppserie änderte sich an diesen Positionen nichts mehr. In der ersten Runde kollidierten Jean Alesi und Frentzen miteinander, konnten aber beide das Rennen fortsetzen.
In Runde 22 passierte das Unfassbare, als bei beiden Arrows-Fahrern auf der Start-Ziel-Geraden zeitgleich beim Überholen untereinander der Motor hochging. Das Arrows-Team bezog für diese Saison einen Arrows 3.0 V10-Motor, welcher von Hart Racing Engines, ein Unternehmen des Teamchefs Tom Walkinshaw, entwickelt und in Eigenregie gebaut wurde.
Irvine und Fisichella kamen gleichzeitig an die Box. Irvine blockierte Fisichella absichtlich, um Michael Schumacher zu einem Vorsprung zu verhelfen. Doch nach dem Boxenstopp blieb die Konstellation gleich. In Runde 28 versuchte Fisichella, an Irvine außen vorbei zu gehen, doch dies schlug fehl: Fisichella traf Irvine und drehte sich und Irvine von der Strecke, wo beide im Kiesbett stecken blieben. Nach dem Rennen sagte ein wutentbrannter Fisichella, dass er nach dem Aussteigen Irvine fragte, ob er ein Idiot sei. Nach dem Rennen wurde Fisichella zu einer Geldstrafe in Höhe von 7.500 $ verurteilt. Dieser Unfall führte dazu, dass der zweite Benetton-Fahrer, Wurz, den vierten Platz erbte sowie Michael Schumacher kampflos auf den dritten Platz vorfuhr. Beide konnten ihre Positionen bis zum Rennende halten.
Häkkinen war konstant schneller als sein Teamkollege Coulthard, welcher einen exakt identischen Boliden wie der Finne fuhr. In der letzten Runde konnte sich Frentzen von Platz elf auf Platz acht verbessern. Jedoch erbte er den achten Platz, da die Streckenposten den vor ihm fahrenden Jarno Trulli fälschlicherweise die blaue Flagge zeigte. Der Grund für den Irrtum war, dass die Streckenposten annahmen, ein Ferrari näherte sich dem Prost-Piloten. Nach dem Ende sagte Trulli, dass er sehr verärgert ist, da er diesen großartigen Kampf wegen deren (Streckenposten, Anmerkung) Blindheit aufgeben musste.
Häkkinen sicherte sich zudem mit 1:24,275 Minuten die schnellste Runde.
Sowohl in der Fahrer- als auch in der Konstrukteurswertung blieben die ersten drei Positionen unverändert.
Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Williams FW20 Mecachrome 3.0 V10 2 3 Ferrari F300 Ferrari 3.0 V10 4 5 Benetton B198 Playlife 3.0 V10 6 7 McLaren MP4/13 Mercedes-Benz 3.0 V10 8 9 Jordan 197 Mugen-Honda 3.0 V10 10 11 Prost AP01 Peugeot 3.0 V10 12 14 Sauber C17 Petronas 3.0 V10 15 16 Arrows A19 Arrows 3.0 V10 17 18 Stewart SF2 Ford Zetec-R 3.0 V10 19 20 Tyrrell 026 Ford Zetec-R/97 3.0 V10 21 22 Minardi M198 Ford Zetec-R/97 3.0 V10 23
Klassifikation Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Zeit Start 1 1:20,262 1 2 1:20,996 2 3 1:21,785 3 4 1:21,894 4 5 1:21,965 5 6 1:22,350 6 7 1:22,794 7 8 1:22,835 8 9 1:22,860 9 10 1:22,885 10 11 1:22,927 11 12 1:22,963 12 13 1:23,197 13 14 1:23,327 14 15 1:23,704 15 16 1:23,748 16 17 1:23,887 17 18 1:24,112 18 19 1:24,265 19 20 1:24,538 20 21 1:24,722 21 107-Prozent-Zeit: 1:25.880 min (bezogen auf die Bestzeit von 1:20,262 min) DNQ Rosset scheiterte an der 107-Prozent-Regel. 1:25,946 – Anmerkungen
Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 65 2 1:33:37,621 1 1:24,275 (25.) 2 65 2 + 9,439 2 1:24,778 (61.) 3 65 3 + 47,095 3 1:24,625 (45.) 4 65 2 + 1:02,538 5 1:25,343 (43.) 5 64 2 + 1 Runde 9 1:26,532 (23.) 6 64 2 + 1 Runde 10 1:26,407 (24.) 7 64 2 + 1 Runde 7 1:26,354 (25.) 8 63 3 + 2 Runden 13 1:26,011 (3.) 9 63 2 + 2 Runden 16 1:26,394 (25.) 10 63 2 + 2 Runden 14 1:25,668 (31.) 11 63 2 + 2 Runden 11 1:26,533 (40.) 12 63 2 + 2 Runden 18 1:27,203 (43.) 13 63 2 + 2 Runden 21 1:28,066 (34.) 14 63 2 + 2 Runden 20 1:27,767 (25.) 15 63 3 + 2 Runden 19 1:27,601 (45.) 16 60 2 DNF 12 1:26,502 (57.) – 46 2 DNF 8 1:26,501 (37.) – 28 1 DNF 6 1:25,778 (20.) – 28 1 DNF 4 1:25,851 (18.) – 21 0 DNF 17 1:27,767 (22.) – Diniz musste aus der Box starten, da sein Auto beim Anfahren aufgrund eines Batteriedefekts liegen blieb. 20 0 DNF Box 1:27,638 (16.) Anmerkungen
WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 10, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e).
Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 McLaren-Mercedes 36 2 McLaren-Mercedes 29 3 Ferrari 24 4 Ferrari 11 5 Benetton-Playlife 9 6 Williams-Mecachrome 8 7 Williams-Renault 6 8 Sauber-Petronas 3 9 Stewart-Ford 2 10 Sauber-Petronas 1 11 Benetton-Playlife 1 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 12 Jordan-Mugen-Honda 0 13 Jordan-Mugen-Honda 0 14 Minardi-Ford 0 15 Prost-Peugeot 0 16 Prost-Peugeot 0 17 Arrows 0 18 Stewart-Ford 0 19 Tyrrell-Ford 0 20 Minardi-Ford 0 21 Tyrrell-Ford 0 – Arrows 0
Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 65 2 35 3 14 4 10 5 4 6 2 Pos. Konstrukteur Punkte 7 0 8 0 9 0 10 0 11 0
Einzelnachweise
Weblinks
#1998 Spanien Kategorie:Sportveranstaltung in Montmeló Kategorie:Circuit de Barcelona-Catalunya